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Bleibt weiter im Geschäft: Modehaus-Chef Georg Danzer aus Hausham.

Wohnraum im ersten Stock

Modehaus Danzer in Hausham plant Umnutzung - doch der Laden bleibt erhalten

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Die Umnutzung eines Ladens bedeutet meist dessen Schließung. Im Fall des Modehauses Danzer in Hausham ist dies nicht der Fall. Hier will der Eigentümer zusätzlich Wohnraum schaffen.

Hausham– Wenn ein Ladeninhaber eine Nutzungsänderung beantragt, schrillen im Gemeinderat die Alarmglocken. Meist heißt dies nämlich: Gewerbe wird in Wohnraum umgewandelt, die Innenstadt verliert ein weiteres Geschäft. Umso größer war nun das Aufatmen im Haushamer Bauausschuss, als es um das Modehaus Danzer an der Naturfreundestraße ging. „Im Erdgeschoss ändert sich nichts“, schickte Bauamtsleiterin Petra Sperl ihren Ausführungen zur Bauvoranfrage von Inhaber Georg Danzer voraus. Eine gute Nachricht für den Ort, denn hier wird seit gut 60 Jahren Outdoor-, Trachten- und Freizeitmode verkauft.

Die eigentliche Umnutzung soll sich im Obergeschoss des früheren Schulhauses abspielen. In den momentan als Lager genutzten Flächen wolle Danzer nun drei Wohnungen einrichten. Davon gibt es bereits zwei im Dachgeschoss. Um noch mehr Wohnraum schaffen zu können, lässt der Hauseigentümer zudem eine Aufstockung des Gebäudes um ein zusätzlich Vollgeschoss prüfen. Dadurch würde sich die Wandhöhe von 8,93 auf 11,10 Meter und die Firsthöhe von 12,21 auf 14,38 Meter erhöhen, berichtete Sperl.

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Aus planungsrechtlicher Sicht seien beide Vorhaben möglich, erläuterte die Bauamtsleiterin. Das Haus liege in einem Mischgebiet, in dem Wohnen und Gewerbe gleichermaßen zulässig seien. Die Aufstockung sei ebenfalls unproblematisch, weil in unmittelbarer Nachbarschaft sogar höhere Gebäude stehen. Die Abstandsflächen und der Stellplatzschlüssel würden eingehalten.

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) begrüßte den „Trend zu Wohnen und Gewerbe“. „Bevor Flächen leer stehen, ist eine neue Nutzung gut.“ Zumal im vorliegenden Fall „flächensparend nach oben gebaut werden soll“, so Zangenfeind.

Dass sich Danzer allerdings auch nach einer möglichen Wohnnutzung im gesamten Haus erkundigt hatte, ließ Marlies Fellermeier-Liebl (FWG) doch ein wenig skeptisch nachfragen: „Vorerst bleibt der Laden aber schon erhalten, oder?“ Laut Anfrage ja, antwortete Sperl. Auch der Bürgermeister beschwichtigte: „Das Modehaus Danzer ist ohne Zweifel ein tolles Geschäft, und das wird es bestimmt auch in Zukunft bleiben.“ Die Bauausschussmitglieder folgten der Empfehlung der Verwaltung und beantworteten die Bauvoranfrage einstimmig positiv.

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Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Georg Danzer, dass er aktuell nicht an eine Geschäftsaufgabe denkt. „So lange wir stabil bleiben, gibt es keinen Grund dazu“, sagt Danzer. Aber: „Was in drei Jahren ist, weiß kein Mensch.“ Bereits vor 72 Jahren hatte sein Großvater Markus das Modegeschäft gegründet, es blieb immer in Familienhand. Einst arbeiteten 40 Näherinnen bei den Danzers, später wurde die Schneiderei aber aufgegeben. „Konfektionsarbeiten waren nicht mehr so gefragt“, erklärt Danzer.

Heute liegt der Schwerpunkt auf dem Verkauf. Und beschert der Einmündung in die Naturfreundestraße nach der Schließung des gegenüberliegenden Café Kandlinger wenigstens noch auf einer Seite belebte Schaufenster. Die Lage an der einst so blühenden Einkaufsstraße sei heutzutage „generell schwierig“, findet Danzer. „Wir ordnen uns aber eher der Schlierseer Straße zu.“

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Damit hat der Modehaus-Chef auch die 2020 anstehende Baustelle zur Verlegung des Bahnübergangs direkt vor der Tür. Dies will er aber mit dem Umbau im Obergeschoss seines Hauses verknüpfen, so Danzer. „Da hätten wir eh zwei Monate zusperren müssen.“

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