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Der Aufbau auf dem Volksfestgelände in Hausham ist in vollem Gange. Das Zelt steht bereits, Wirt Hans Seidl packt selbst kräftig mit an.

Terminverschiebung hat sich ausgezahlt

Monstermäßiger Fuhrpark: So will das Haushamer Volksfest neu durchstarten

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Einen richtig dicken Fisch hat der Gewerbeverein für das Haushamer Volksfest an Land gezogen. Besser gesagt ein riesiges Monster aus der Urzeit. Nicht der einzige Besuchermagnet.

Hausham – „Godzilla“ heißt der Gigant aus Stahl, der mutige und vor allem schwindelfreie Volksfestbesucher an den beiden Enden eines riesigen Propellers bis zu 46 Meter hoch in die Luft katapultiert. Zwar der spektakulärste, aber nicht der einzige Magnet im heuer nach längerer Durststrecke erstmals wieder üppig bestücktem Fuhrpark.

„Wir wollen mit dem Volksfest neu durchstarten“, sagt Christian Baur, Vorsitzender des Gewerbevereins, der das bunte Treiben auf dem Festplatz vor dem Alpengasthof Glück Auf organisiert. Der Tiefpunkt im vergangenen Jahr, als sich der ohnehin schon dünne Schaustellerbereich durch kurzfristige Absagen noch weiter lichtete, soll sich nicht mehr wiederholen. Dafür hat der Gewerbeverein das Volksfest extra um gut einen Monat nach vorne verlegt. Statt Anfang Juli findet es heuer vom Freitag, 8., bis Sonntag, 17. Juni, statt.

Der Termin sei nach Absprache mit einigen Schausteller-Familien zustande gekommen, erklärt Baur. Diese seien daran interessiert, dass die einzelnen Festplätze auf einer für sie aus Gründen der Transportkosten möglichst effizienten Route liegen würden. „Man muss also darauf achten, dass man in ihr Tourprogramm passt“, sagt Baur. Bei Terminüberschneidungen würden sich die Schausteller hingegen meist für die größeren Volksfeste entscheiden, da sie hier mit den meisten Besuchern rechnen. Wie beiden Supermärkten herrscht also auch hier der Ansatz: Konkurrenz in der Nachbarschaft belebt das Geschäft. Für kleinere Plätze wie Hausham bleibt da nur, sich nach einer Lücke im Kalender umzuschauen.

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Eine solche hat der Gewerbeverein heuer vom 8. bis 17. Juni identifiziert. „Da liegen wir zwischen Wasserburg und Miesbach“, erklärt Baur. Deshalb sei die Akquise für den Fuhrpark um einiges leichter gefallen. Hier setzen die Veranstalter eher auf den persönlichen Kontakt als auf anonyme Anzeigen in einschlägigen Schausteller-Magazinen oder Online-Plattformen. „Ein paar Familien sind schon seit Generationen bei uns in Hausham“, sagt Baur. Das gelte auch für die Betreiber des „Godzilla“. Sie seien hätten bereits mit einem Autoscooter, einer Wurfbude und einem Süßigkeitenstand ihre Zelte an der Schlierach aufgeschlagen.

Die Platzmiete setzt der Gewerbeverein traditionell eher moderat an, erklärt Baur. Schließlich sollen die Schausteller auf dem Volksfest nicht draufzahlen müssen. Die Veranstalter sind hingegen auch schon mit einer schwarzen Null zufrieden. „Wobei ein kleiner Gewinn schon auch schön ist.“

Dafür muss aber alles passen. Nicht nur besagter Fuhrpark, sondern auch das Programm im Zelt (siehe unten) und natürlich das Wetter. Wie viele Besucher sich Bier, Hendl oder eine rasante Karussellfahrt genehmigen, hängt aber auch von anderen Festen im Umkreis ab. Vor allem beliebte Vereinsveranstaltungen an den Wochenenden könnten dem Volksfest schnell das Wasser abgraben, weiß Baur. „Die tun uns am meisten weh.“

Was den Fuhrpark angeht, haben die Haushamer heuer aber mit Sicherheit eine Art Alleinstellungsmerkmal. Neben „Godzilla“ macht mit der auch schon für größere Kinder geeigneten Riesenschaukel „Freestyle“ ein weiterer bekannter Name Station. Neu ist zudem ein Lauffahrgeschäft im Stil der Harry Potter Filme. Doch auch für die Klassiker wie Autoscooter, Kinderkarussell, Ballwerfen, Schießbude und Casino-Spiele ist Platz auf der Festwiese.

Eine Wiederauferstehung auf dem Haushamer Volksfest erlebt das Brillantfeuerwerk am Samstag, 9. Juni. „Das passt zu unserem Neustart“, sagt Baur. Weil am nächsten Tag keine Schule ist, könnten auch Kinder das bunte Spektakel erleben. Die größeren Besucher können sich – einen stabilen Magen vorausgesetzt – sogar in Richtung Feuerwerk in die Luft schießen lassen: an Bord von „Godzilla“ mit seinem 46 Meter langen Riesenarm.

Das Festprogramm im Überblick

In unserer Übersicht haben wir die wichtigsten Termine auf dem Haushamer Volksfest kurz zusammengefasst.

 -Freitag, 8. Juni: Standkonzert der Agatharied Blasmusik (17 Uhr), anschließend Festzug mit den Haushamer Vereinen zum Zelt (17.30 Uhr) und Bieranstich mit Bürgermeister Jens Zangenfeind (18 Uhr). 

-Samstag, 9. Juni: Stimmung mit der Harthauser Musi, bei Einbruch der Dunkelheit großes Brillantfeuerwerk. 

-Sonntag, 10. Juni: ab 10 Uhr Vereinsjahrtag mit der Agatharieder Blasmusik, ab 18 Uhr Blasmusik mit den Mangfalltalern. 

-Montag, 11. Juni: ab 18 Uhr Kesselfleischessen mit der Tegernseer Tanzlmusi. 

-Dienstag, 12. Juni: ab 18.30 Uhr Stimmungsabend mit den Cagey Strings. 

-Mittwoch, 13. Juni: ab 14 Uhr Altbürger- und Kindernachmittag, ab 18.30 Uhr Tanz mit den Rottalern.

-Donnerstag, 14. Juni: ab 19 Uhr Bayerischer Abend mit den Stürzelhamern. 

-Freitag, 15. Juni: ab 18.30 Uhr Tag der Betriebe und Vereine mit Tomay’s Spezlwirtschaft. 

-Samstag, 16. Juni: ab 14 Uhr Familiennachmittag, ab 18 Uhr Partnerschaftsabend mit dem Musikverein Seiersberg. 

-Sonntag, 17. Juni: ab 10.30 Uhr Frühschoppen mit der Huabaoim Musi, ab 18 Uhr Konzertabend mit der Musikkapelle Fischbachau. 

Der Fuhrpark und das Festzelt von Wirt Hans Seidl eröffnet montags bis samstags um 14 Uhr, sonntags um 10.30 Uhr.

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