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Museum für Bergbau in Hausham: Industriegeschichte erlebbar machen

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Von: Sebastian Grauvogl

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Andreas Scholl, Mitglied des Interessenkreises Bergbaumuseum Hausham, zeigt eine Gasmesslampe aus dem Jahr 1905.
Andreas Scholl, Mitglied des Interessenkreises Bergbaumuseum Hausham, zeigt eine Gasmesslampe aus dem Jahr 1905. © Thomas Plettenberg

Er ist das Symbol für die Haushamer Bergbaugeschichte: der alte Förderturm. In den Planungen für ein neues Museum spielt er eine wichtige Rolle – aber nicht die einzige.

Hausham – Wer oben steht, sieht nichts mehr vom Förderturm. Und wer unten bleibt, hat keinen Ausblick. Beides zusammen gibt es nur mit einer anderen Lösung: ein neuer, moderner Turm neben dem eigentlichen Wahrzeichen des Haushamer Bergbaus. Was wie eine abgefahrene Idee klingt, hat es zumindest in die Überlegungen von Bürgermeister Jens Zangenfeind geschafft. „Wir waren bisher sehr auf den Förderturm selbst fixiert“, berichtet der Rathauschef auf Nachfrage unserer Zeitung. Diesen engen Fokus habe man nun etwas aufgeweitet. „Unser Ziel ist es, das gesamte Areal an der Industriestraße in die Planungen einzubeziehen“, sagt Zangenfeind und nennt dabei auch den inoffiziellen Arbeitstitel: „Industriemuseumsquartier“.

Wie berichtet, zieht sich die Suche nach einer neuen Heimat für das Haushamer Bergbaumuseum schon etliche Jahr hin. Zuerst war geplant, dieses samt Café, Shop und Tagungsräumen in das Industriedenkmal des alten Förderturms über dem Klenzeschacht einzurichten. Ein erstes Konzept wurde bereits 2017 im Gemeinderat präsentiert. Doch die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Bauwerks und des drumherum gebauten Gebäudes gestalteten sich zäh. Ins Detail gehen möchte Zangenfeind nicht, er betont aber, dass man weiter in Kontakt sei.

Dennoch arbeite man mittlerweile parallel an der eingangs beschriebenen Alternativlösung. Gespräche mit den Eigentümern und Nutzern der weiteren Grundstücke entlang der Industriestraße – beispielsweise auch des früheren Sixtus-Areals – habe man bereits geführt. „Die Offenheit für eine Entwicklung ist da“, berichtet Zangenfeind. Und die soll nicht nur die Bergbau-, sondern die gesamte Industriegeschichte Haushams aufgreifen. Letztlich gehe es um ein Gesamterlebnis mit Museum, Angeboten für Familien (etwa eine kleine Bimmelbahn) und neuen Nutzungsformen aus den Bereichen Forschung und Kreativität, gern auch für Start-Ups. „Die Geschichte unseres Ortes war ja stets von Gründer- und Innovationsgeist geprägt“, sagt der Bürgermeister stolz.

Ganz wichtig ist ihm aber zu betonen, dass das bestehende Gewerbe an der Industriestraße keinesfalls eingeschränkt oder gar verdrängt werden soll. Im Gegenteil: „Am Ende sollen alle von der neuen Dynamik profitieren.“ Die soll sich „stufenweise“ aufbauen und damit alle Beteiligten mitnehmen.

Die Vertreter des Interessenkreises Bergbaumuseum braucht Zangenfeind dafür nicht begeistern. Sie sehnen sich geradezu nach einer neuen Heimat für ihre vielen Exponate aus der Haushamer Grubenzeit, nachdem sie im März aus dem alten Rathaus ausziehen mussten. Wie berichtet, haben sie als Übergangslösung einige Vitrinen im neuen Rathaus aufgebaut. Bei einer Vorstandssitzung bedankten sie sich bei Zangenfeind für die Gastfreundschaft, berichtet Mitglied Wolfgang Bloch. Die Ehrenamtlichen stünden auch hier für Führungen zur Verfügung. Ansonsten kann die Schau zu den Rathausöffnungszeiten besichtigt werden. Parallel arbeite man an einem neuen Internetauftritt, auf dem auch die virtuelle Version des alten Museums abrufbar sein soll.

Langfristig führe aber kein Weg an einem neuen Museum vorbei, betont Bloch. Und dieses soll freilich wieder mit einem Stollennachbau ausgestattet werden, um den Besuchern die Dunkelheit und Enge unter Tage nahezubringen. Ob die Erlebnisausstellung nun im Förderturm oder daneben entsteht, ist für Bloch mittlerweile zweitrangig. Wichtig sei, dass die Haushamer Bergbaugeschichte nicht in Vergessenheit gerät.

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