Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) am Schreibtisch im Rathaus.
+
Wünscht sich eine Rückkehr auf die Sachebene: Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind.

Umstrittene Pläne für Grundstück des alten Haushamer Rathauses

Nach emotionaler Kritik im Gemeinderat: Bürgermeister bittet um sachliche Diskussion zu Rathaus-Bebauung

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
    schließen

Heftige Kritik mussten sich die Planer für die Wohnbebauung auf dem Grundstück des alten Haushamer Rathauses im Gemeinderat anhören. Der Bürgermeister mahnt nun zur Sachlichkeit.

Hausham – Dass die vorgelegten Pläne für die Wohnbebauung auf dem Grundstück des alten Haushamer Rathauses auf Kritik stoßen, war Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) schon vor der jüngsten Gemeinderatssitzung klar. Die emotionalen Reden von SPD-Gemeinderat Michael Ertl und einer Bürgerin, die darin auch Projektentwicklerin Eva-Maria Klappauf persönlich ermahnten, nicht nur auf den Profit zu achten (wir berichteten), kann der Rathauschef aber nicht für gut heißen. „Die Art und Weise, in der die Argumente vorgetragen wurden, hat mich überrascht und ich finde sie auch nicht angemessen“, teilte Zangenfeind am Tag nach der Sitzung unserer Zeitung mit.

Wie berichtet, hatten mehrere Bürger im Rahmen der öffentlichen Auslegung Stellungnahmen abgegeben und darin ihre Bedenken zur Dichte der Bebauung, zur Höhe der Mehrfamilienhäuser und zur Stellplatzanzahl in der Tiefgarage geäußert. Sachliche Argumente, die die Gemeinde umgehend an die Schlierach GmbH als Bauwerber weitergegeben habe, berichtet Zangenfeind. „Deshalb haben wir ja auch empfohlen, den Satzungsbeschluss zu vertagen, bis diese Punkte geklärt sind.“ Dies sei letztlich Sinn und Zweck des Bebauungsplanverfahrens.

Nun plötzlich das gesamte Projekt schlecht zu machen, sei hingegen nicht angebracht, kritisiert Zangenfeind Ertls Vorstoß. Auch die „neue Ortsmitte“ an der Tegernseer Straße als Negativbeispiel zu skizzieren, will der Rathauschef nicht unkommentiert stehenlassen. So seien hier 22 der 33 Eigentumswohnungen an Haushamer oder Bürger des Landkreises Miesbach gegangen. Von einem Ausverkauf der Heimat an Münchner könne also keine Rede sein. „Deshalb ist es nicht fair, darauf einzuprügeln.“

Das Augenmerk liege nun vielmehr auf der Überarbeitung der Pläne. Die Schlierach GmbH habe bereits zugesichert, einen neuen Vorschlag auf Basis der genannten und auch berechtigten Kritikpunkte vorzulegen. Zu den unmittelbaren Nachbarn bestehe übrigens ein gutes Verhältnis, betont Zangenfeind. Eine generelle Ablehnung des Projekts habe er in zahlreichen Gesprächen nicht erkennen können.  

sg

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare