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Hereinspaziert: Die Musikschule Schlierach-/Leitzachtal an der Naturfreundestraße in Hausham hat die Finanzprobleme der vergangenen Jahre überstanden.

Neues Finanzkonzept hat sich bewährt

Nach Geldnöten: Musikschule hält an Zuschussmodell fest

Schlierach-/Leitzachtal – Die Musikschule Schlierach-/Leitzachtal ist endgültig über den Berg. Weil das neue Finanzierungsmodell gefruchtet hat, ist der Haushalt wieder ausgeglichen.

Die Musikschule Schlierach-/Leitzachtal schreibt wieder schwarze Zahlen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Vorsitzender Heiner Oberhorner. Dank des neuen Zuschussmodells und vieler privater Sponsoren sei das Überleben der Musikschule langfristig gesichert. Die Erleichterung ist dem Vorsitzenden deutlich anzumerken – und auch die Dankbarkeit für die Welle der Unterstützung, die über die zuletzt klamme Schule hereingebrochen war.

Wie berichtet, war die Haushamer Einrichtung 2014 in Geldnöte geraten. Weil die Kreissparkasse zwar weiterhin die Mietkosten trägt, ihren finanziellen Zuschuss ansonsten aber komplett gestrichen hatte, klaffte ein Loch von 15 000 Euro in der Kasse. Sogar die staatliche Förderung war gefährdet, denn die bemisst sich an der Höhe der kommunalen Leistungen.

Doch Musikschulleiterin Elisabeth Oberhorner und Schatzmeister Udo Konrad ließen sich nicht unterkriegen und arbeiteten ein neues Finanzierungsmodell aus. Jede Gemeinde sollte sich mit 100 Euro pro Jahr und Schüler aus dem Ort am Unterrichtsbetrieb beteiligen. Dadurch wiederum würden die staatlichen Zuschüsse steigen – und die Musikschule wäre gerettet. Viele Stadt- und Gemeinderäte zeigten sich solidarisch und segneten den Antrag der Musikschule ab. Davon profitierten in erster Linie die gut 700 Schüler, betont Oberhorner: „Die zahlen weniger Unterrichtsgebühr.“

Dankbar ist der Vorsitzende auch für die vielen privaten Spenden, die ebenfalls eine wichtige Säule im Schulhaushalt ausmachen. Hinzu kommt die seit Jahren große Unterstützung aus Hausham. Auch 2016 zahlte die Heimatgemeinde der Musikschule laut Geschäftsleiter Rudolf Randler satte 33 000 Euro – 20 Euro pro Schüler und Monat. Mit diesem Gesamtpaket steht die Schule damit wieder auf stabilen Füßen. Und das, obwohl sie seit 2015 die Nebenkosten für die ansonsten mietfreien Räume der Kreissparkasse an der Naturfreundestraße bezahlen muss. Ihr wichtigstes Ziel hat die Schule laut Oberhorner trotzdem erreicht: „Wir mussten nichts streichen“, sagt er. Nach wie vor unterrichten 22 Lehrer die Einzelschüler und Ensembles in mehr als 25 Instrumenten. „Wir haben eigentlich alles bis auf Fagott und Oboe“, sagt Oberhorner stolz.

Auch für 2017 baut die Musikschule wieder auf die Zuschüsse aus den Gemeinden. In Bayrischzell war der Antrag bereits Thema im Gemeinderat. Einstimmig beschloss das Gremium, für die acht Bayrischzeller Musikschüler die beantragte Summe von insgesamt 800 Euro zu bezahlen. Vergangenes Jahr hatte sich die Gemeinde sogar mit 1000 Euro beteiligt. Bürgermeister Georg Kittenrainer lobte die Bemühungen von Elisabeth Oberhorner, „den finanziellen Fortbestand der Musikschule auf neue Füße zu stellen“. Aufpassen müsse man aber trotzdem: „Damit wir keine privaten Musiklehrer benachteiligen.“

Für kritischere Töne sorgte der Spendenantrag der Musikschule hingegen in Irschenberg. „Hieß es nicht damals, dass die Zahlung nur übergangsweise sein soll, bis eine andere Finanzierung steht?“ fragte Thomas Stadler (FWG Irschenberg-Reichersdorf). Eine Antwort konnte keiner geben. Den Punkt verschieben wollte man aber auch nicht, obwohl sowohl Bürgermeister Hans Schönauer (FWG Niklasreuth) als auch sein Vize Klaus Meixner (CSU) ansprachen, dass andere Musikschüler nicht in den Genuss einer solchen Förderung kämen. Hans Maier (FDP/AB) fand einen Zuschuss zumindest unter dem Aspekt Brauchtumserhalt vertretbar. „An dieser Musikschule werden auch seltene Instrumente gelehrt, die sonst nicht mehr unterrichtet werden“, meinte er.

Einig war sich das Gremium, dass die von der Musikschule vorgeschlagene Summe zu hoch sei. Statt den beantragten 1500 Euro für die 15 Irschenberger Schüler einigte sich der Gemeinderat auf insgesamt 750 Euro. 250 Euro sind Mitgliedsbeitrag, 500 Euro Spende.

Von Sebastian Grauvogl, Daniel Wegscheider und Christine Merk

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