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Außen hui, innen nicht mehr ganz so schick: Ein Umbau in Wohnraum lässt sich im Haushamer Rathaus nicht mehr verwirklichen. Deshalb wird die Gemeinde das Grundstück für ein Neubauprojekt ausschreiben.

Gemeinde will Wohnbebauung für mittlere Einkommen

Nach Rathausumzug: Das soll aus dem alten Grundstück werden

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Mit dem Verkauf des Rathausgrundstücks will die Gemeinde Hausham nicht nur den Umzug in ihr neues Zuhause finanzieren. Auch die Bürger sollen etwas davon haben.

Hausham – Sie verdienen zu viel für Sozialwohnungen, aber zu wenig, um sich die ortsübliche Miete leisten zu können. Und das, obwohl sie in Vollzeit arbeiten und gemäß Statistik ein „mittleres Einkommen“ mit nach Hause bringen. Genau für diese Zielgruppe will Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind nun etwas tun. Auf dem 5800 Quadratmeter großen Grundstück des jetzigen Rathauses sollen zwischen 40 und 60 Mietwohnungen entstehen. „Wir haben da einen riesigen Bedarf“, sagt Zangenfeind.

Seit der Umzug der Gemeindeverwaltung in das Sparkassengebäude an der Schlierseer Straße beschlossene Sache ist, gibt es Überlegungen, was aus der frei werdenden Fläche an der B 307 wird. So gut wie sicher ist, dass sie verkauft werden muss. Wie berichtet, kommt der Gemeinde der Erwerb und Umbau des neuen Rathausgebäudes mit 6,4 Millionen Euro teuer zu stehen. „Das müssen wir gegenfinanzieren“, sagt Zangenfeind. Auf das schnelle Geld ist der Bürgermeister aber nicht aus. Wichtiger ist ihm, dass sich ein Käufer findet, der auf dem Grundstück ein Projekt verwirklicht, von dem möglichst viele Bürger profitieren: bezahlbarer Wohnraum für mittlere Einkommen.

In vielen Vorgesprächen mit der Regierung von Oberbayern haben Zangenfeind und seine Expertin im Bauamt, Natalia Grill, ein Förderprogramm identifiziert, das 60 Prozent der arbeitenden Bevölkerung abdeckt. Der Eigentümer der Wohnungen erhält dabei die ortsübliche Miete, während die Bewohner über einen Einkommensnachweis einen Zuschuss beim Landratsamt beantragen können. „Ich denke, dass wir damit ein gutes Konzept gefunden haben“, sagt Zangenfeind.

Lesen Sie auch: Diese Baustellen erwarten die Haushamer 2018

Die Ausschreibung soll in den kommenden Wochen starten. Die Frist, bis zu der Kaufinteressenten ihre Angebote und Vorschläge für die Bebauung einreichen können, soll im Sommer enden. Dann werde der Gemeinderat über eine Vergabe entscheiden, erklärt Zangenfeind. Die Vorgaben für die Bewerber – in Frage kommen etwa Bauträger und Wohnungsbaugesellschaften – hat das Gremium bereits festgelegt. Zwei bis drei Baukörper mit je drei bis vier Geschossen sollen auf dem Grundstück entstehen. Der Schnitt der vollständig barrierefreien Wohnungen soll variieren. Alleinstehende Senioren sollen ebenso fündig werden wie vier- bis fünfköpfige Familien.

Die Höhe soll sich an den benachbarten Häusern an der Rathausstraße orientieren. Statt nach West/Ost wie das alte Rathaus sollen sie nach Nord/Süd ausgerichtet sein. „Da ist der Wohnwert viel höher“, erklärt Zangenfeind. Eine großzügige Tiefgarage soll verhindern, dass die Autos der Mieter die Straßen zuparken. Dafür sollen ausreichend Grünanlagen für Aufenthaltsqualität sorgen. Bei der Gestaltung habe man bewusst nicht zu viele Bedingungen aufgestellt, sagt der Rathauschef. „Die Bewerber sollen sich entfalten können.“

Das ist auch der Grund, warum ein Umbau des alten Rathauses mittlerweile vom Tisch ist. Auch wenn das Gebäude von außen noch stattlich aussehe, kranke es innen doch erheblich, berichtet Zangenfeind. Beispielsweise sei ein mittig verlaufender und damit fensterloser Gang heute nicht mehr zeitgemäß. „So etwas würde die Regierung nicht mal fördern.“ Jede Sanierungsmaßnahme wäre daher nicht mehr als ein schlechter und teurer Kompromiss. Die Zeichen stehen also auf Abriss.

Wann dieser starten kann, steht noch nicht fest. Zangenfeind ist aber guter Dinge, dass der Verkauf des Grundstücks noch heuer über die Bühne gehen kann. Bis die Bagger anrollen können, muss aber zuerst die Gemeinde in ihr neues Domizil umziehen. Dies sollte 2019 der Fall sein, kündigt der Bürgermeister an. Zugriff auf ihr neues Zuhause habe die Verwaltung bereits in einigen Wochen. Am 22. Mai werde die Sparkasse ihre neue Filiale an der Tegernseer Straße eröffnen.

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