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Große Ehre: Im April 2016 wird Sebastian Gentili (l.) von Bürgermeister Jens Zangenfeind (r.) die Ehrennadel der Gemeinde verliehen. In der Mitte ist Altbürgermeister Hugo Schreiber zu sehen.

Nachruf auf Sebastian Gentili (77)

Abschied von der guten Seele Agatharieds

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Wenn es irgendwo „brannte“ im Ort, rückte Sebastian Gentili aus. Jetzt ist der langjährige Feuerwehrler und aktive Vereinsmensch im Alter von 77 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Agatharied – Wenn es irgendwo „brannte“ im Ort, rückte Sebastian Gentili aus. Nicht nur mit dem Feuerwehrauto, sondern auch mit der Schneeschaufel oder mit der Unkrauthacke. Gentili, den die Agatharieder liebevoll ihren „Bürgermeister“ nannten, war immer zur Stelle, wenn Not am Mann war. Unaufgefordert, selbstlos und unermüdlich. „Man hat den Wast eigentlich immer arbeiten sehen“, erinnert sich Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind. „Er war ein Mittelpunkt, um den sich viel gedreht hat.“ Fast genau ein Jahr ist es her, dass der Rathaus-Chef den pensionierten Bauhofmitarbeiter für sein unermüdliches Engagement mit der Ehrennadel der Gemeinde ausgezeichnet hat. Am vergangenen Sonntag ist Gentili nun im Alter von 77 Jahren nach längerer Krankheit gestorben.

Die Liste der Vereine, in denen der Agatharieder Mitglied war, ist lang. Und Gentili war keiner, der sich die Ehrennadeln nur zur Zierde ans Hemd stecken ließ. 48 Jahre lang war er im aktiven Dienst bei der Feuerwehr, ab 1975 leitete er als Zweiter und später als Erster Kommandant Hunderte Einsätze. „Seine Kameraden waren seine Freunde“, erzählt der ehemalige Kommandant Klaus Wechselberger. Und Gentili war sich als Vorsitzender des Feuerwehrvereins auch nicht zu fein, an den Haustüren um Geld für neue Fahrzeuge zu bitten. Als Sterbekassier verwaltete er zudem die Spenden für die Hinterbliebenen verstorbener Kameraden.

Doch auch zur Jugend hatte Gentili einen guten Draht. Als Vorplattler und Jugendleiter im Trachtenverein vermittelte er dem Nachwuchs die Freude an der Tradition. Mit seiner Hilfe bei der Sanierung von Pfarrhaus und Kindergarten war er an einem Werk beteiligt, von dem auch künftige Generationen noch profitieren. Selbst als die Arbeiten abgeschlossen waren, legte Gentili nicht die Hände in den Schoß. Regelmäßig befreite er den Kirchenweg von Unkraut und Müll und schaufelte im Winter Schnee. Nicht nur deshalb ist Wechselberger sicher: „Der Wast ist eigentlich unersetzlich.“

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