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Sorgt sich um die grünen Riesen an der Kirche: Peter Weber, Vorsitzender des Landschaftsschutzvereins Hausham, mit der Unterschriftenliste für den Erhalt der Bäume an der Naturfreundestraße.

Landschaftsschutzverein macht vor Sanierung mobil

Naturfreundestraße: Unterschriftenaktion für Erhalt der Bäume

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Noch ist nichts entschieden in Sachen Sanierung der Naturfreundestraße. Doch der Landschaftsschutzverein Hausham sammelt bereits jetzt Unterschriften für den Erhalt der Bäume.

Hausham – Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte. Deshalb haben sich die Vorstandsmitglieder des Landschaftsschutzvereins Hausham ein Foto von der Naturfreundestraße geschnappt und darauf die Baumallee neben der Pfarrkirche St. Anton wegretuschiert und durch eine lange Autoschlange ersetzt. „Wird so die sanierte Naturfreundestraße aussehen?“, fragen die Initiatoren auf dem Aufruf für ihre Unterschriftenaktion, mit der sie für den Erhalt der alten Bäume werben. Scheinbar haben sie damit einen Nerv getroffen. Bereits jetzt hätten sich mehrere Hundert Haushamer in die Listen eingetragen, berichtet Peter Weber, Vorsitzender des Landschaftsschutzvereins. Deutlich mehr als erwartet.

Doch „nomen est omen“, finden Weber und seine Mitstreiter. Nicht nur Naturfreunde, sondern alle Haushamer Bürger seien aufgerufen, sich für den Schutz des grünen Ensembles am Kirchplatz einzusetzen. Dieses habe ortsprägenden Charakter und solle Haushams Mitte bleiben. Außerdem seien Bäume wichtig für das Ökosystem und hätten eine „wohltuend beruhigende Wirkung auf Menschen“. Der Sanierungsbedarf der Naturfreundestraße sei unbestritten, sie dürfe aber nicht zu einer „Rennstrecke“ ausgebaut werden, fordert der Landschaftsschutzverein.

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Ängste, dass die Bäume einer möglichen Baumaßnahme zum Opfer fallen könnten, gibt es schon länger im Ort. Bei der Bürgerversammlung stellte Michael Schütte vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold auf Einladung von Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) zwei Varianten für den betreffenden Bereich der Naturfreundestraße vor (wir berichteten). Im einen Fall würden die Bäume zugunsten eines neuen Gehwegs gefällt, im anderen in Form einer „Mittel-Allee“ zwischen den dann zwei Fahrbahnen erhalten. Schütte räumte aber ein, dass auch bei der zweiten Lösung ein Restrisiko für die grünen Riesen nicht auszuschließen sei.

Hier hakt nun der Landschaftsschutzverein ein. „Es ist mehr als fraglich, dass die Bäume die Sanierung überleben werden“, warnen sie. Deshalb setze sich der Verein für eine Lösung ohne Straßenverbreiterung ein. „Es gibt da durchaus Möglichkeiten“, sagt Weber. Beispielsweise könne man darüber nachdenken, lieber auf ein paar Parkplätze zu verzichten. Eine Anregung, die auch bei der Bürgerversammlung vorgebracht wurde.

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Im Rathaus sieht man die Unterschriftenaktion entspannt und als legitimes Werkzeug. Die Ängste seien aber nicht berechtigt, so Vizebürgermeister Josef Schaftari (CSU), denn noch sei nichts entschieden. Er könne sich in diesem Punkt nur den Ausführungen von Rathaus-Chef Jens Zangenfeind bei der Bürgerversammlung anschließen.

„Ich erhalte alte Bäume auch gerne“, betont Schaftari. Bei der Sanierung der Naturfreundestraße lasse es sich aber eben nicht vermeiden, auch in den Untergrund und damit in den Wurzelbereich einzugreifen. „Die Bäume stehen ja jetzt schon fast auf der Straße“, erklärt Schaftari. Als gutes Zeichen wertet er, dass auf dem Kirchplatz bereits einige Neupflanzungen erfolgt sind.

Der Vermutung des Landschaftsschutzvereins, die Gemeinde wolle mit dem Straßenausbau prophylaktisch auf eine mögliche Verkehrszunahme durch das geplante Neubaugebiet „Abwinkl“ reagieren, widerspricht Schaftari vehement. „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, auch wenn es leider gerne vermengt wird.“ Mit einer Diskussion um die Art der Sanierung der Naturfreundestraße hat der Zweite Bürgermeister kein Problem. „Aber bitte ohne Emotionen.“

Die Unterschriftenlisten

des Landschaftsschutzvereins liegen in folgenden Haushamer Geschäften aus: Bäckerei Butz, Bäckerei Weinhart, Coiffeur Creative, Farben Stöckl und Schreibwaren März. Zudem gibt es eine Online-Petition auf der Plattform www.change.org.

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