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Das Ensemble von oben: das neue Pfarrheim (oben), das Wohnhaus (unten l.) und der Carport (unten r.) auf dem Grundstück an der Geißstraße.

Sieben Wohnungen geplant

Neben neuem Haushamer Pfarrheim: Kirche prüft Mehrfamilienhaus

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Bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur Sache der Politik. Auch die Kirche fühlt sich in der Pflicht, wie sich in der Pfarrei St. Anton Hausham zeigt. Es geht um ein Mehrfamilienhaus.

Hausham – Bekommt Pfarrer Michael Mannhardt bald neue Nachbarn? Legt man die Pläne der Katholischen Kirchenstiftung St. Anton Hausham zugrunde, könnte dem so sein. So beabsichtigt sie nicht nur den Abriss und Neubau des Pfarrheims an der Geißstraße, sondern auf der noch freien Fläche im Westen auch die Errichtung eines komplett neuen Gebäudes mit sieben Wohnungen zu bezahlbaren Mietpreisen. Einen Antrag auf Vorbescheid hat der Bauausschuss nun einstimmig befürwortet.

Gänzlich neu ist die Überlegung der Kirchenstiftung nicht, erklärte Bauamtsleiterin Petra Sperl. Bereits im Ideenwettbewerb für das Pfarrheim sei eine zusätzliche Wohnbebauung auf der Westseite mit ausgeschrieben gewesen. Ziel sei es gewesen, zu prüfen, ob ein weiteres Gebäude auf dem Grundstück städtebaulich möglich sei, sagt der siegreiche Architekt Johannes Wegmann auf Nachfrage unserer Zeitung.

Als ersten Entwurf zeichnete Wegmanns Büro einen Baukörper mit den Maßen 21,70 mal zwölf Meter und einer Wandhöhe von 7,06 Meter. Im Erd-, Ober- und Dachgeschoss sollen sieben Wohnungen mit Größen von zwei bis vier Zimmern entstehen, fünf davon barrierefrei. Das Dach soll mit einer Neigung von 20 Grad und einer Ziegeleindeckung mit dem neuen Pfarrheim harmonieren. Die Autos der Bewohner sollen in einem Carport mit den Maßen 18,90 mal sieben Meter für sieben Stellplätze sowie auf weiteren sieben Außenparkplätzen unterkommen.

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Aus baurechtlicher Sicht spreche nichts gegen das Vorhaben, meinte Sperl. Das Wohnhaus füge sich in die umliegende Bebauung ein, die überbaute Fläche auf dem Grundstück bleibe selbst mit neuem Pfarrheim „im Rahmen“. Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) sah das ähnlich, erkundigte sich aber nach einer Tiefgarage. „Hat man sich darüber Gedanken gemacht?“, fragte er Wegmann, der im Zuschauerbereich des Sitzungssaals Platz genommen hatte. Nachträglich könne man da ja nichts mehr machen.

Der Architekt erklärte, eine Unterkellerung sei im Wettbewerb nicht vorgegeben gewesen. Er gebe die Anregung aber gerne an die Kirche weiter. Letztlich sei dies – wie bei allen Bauvorhaben – eine Kostenfrage, zumal der Boden auf dem Grundstück nicht optimal sei. Ohnehin befinde man sich noch in einer frühen Phase, betonte Wegmann. „Das ist ja noch kein Bauantrag.“

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Einen Schritt weiter sind die Planungen für das neue Pfarrheim. Wie berichtet, wird der Vergabeausschuss des Erzbischöflichen Ordinariats voraussichtlich im Frühjahr 2019 über die Freigabe der Finanzmittel entscheiden. Die dafür erforderliche Kostenberechnung wird Wegmann am 18. Januar einreichen. „Das Pfarrheim ist vordringlicher“, erklärt der Architekt. Dies liegt bekanntlich in erster Linie am schlechten Zustand des Altbaus. Der Entwurf sieht hier einen zweigeschossigen Bau mit Satteldach sowie ein Nebengebäude vor. Nicht nur die Pfarrei, sondern auch die Haushamer Tafel soll die neuen Räume nutzen können.

In St. Anton ist man überzeugt, dass die Planungen auf einem guten Weg sind, sagt Verwaltungsleiterin Ursula Haberkorn auf Nachfrage unserer Zeitung. Man übt sich aber auch in Bescheidenheit. „Wir hoffen, dass wir das Nötige bekommen, erwarten aber nichts darüber hinaus“, sagt Haberkorn. Die Raumbedarfe der einzelnen Nutzer habe man bereits abgestimmt, Gedanken über ein nachhaltiges Energiekonzept für das Pfarrheim werde man sich noch machen. Dass nun auch das mögliche Wohnhaus geprüft wird, erklärt Haberkorn mit dem erforderlichen Einfügen auf dem Grundstück und der Harmonie mit dem neuen Pfarrheim. „Wir wollen uns da nichts verbauen.“

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