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Das Gebiet im Überblick: Um diese vier Flächen geht es. Tatsächlich bebaut werden sollen aber nur die Grundstücke 2, 3 und 4. 

Baureif wohl nicht vor 2020

Neubaugebiet am Huberspitz: Planungen ziehen sich hin

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Die bauwilligen Familien und die Lebenshilfe brauchen Geduld. Die Planung des Neubaugebiets am Huberspitz in Hausham ziehen sich hin. Das ist der aktuelle Stand.

Hausham – Noch steht keine einzige Mauer. Doch die Aktenordner, die die Planung der beiden Wohngebiete und des neuen Haus Bambi der Lebenshilfe im Haushamer Rathaus, bei Gutachtern, Ingenieuren und Behörden füllt, könnten es – würde man sie aufeinanderstapeln – schon jetzt mit ein paar Ziegelreihen aufnehmen. Dabei befindet sich das gesamte Verfahren noch in der Entwurfsphase, wie Haushams Bauamtsleiterin Petra Sperl auf Nachfrage unserer Zeitung informiert. Einen groben Zeitplan gibt es bereits. Der ist allerdings mit vielen Unsicherheitsfaktoren gespickt. Und während die Familien auf Wohnraumsuche und die Lebenshilfe lieber früher als später loslegen würden, hat der Landschaftsschutzverein eine weitere Frageliste ins Rathaus geschickt.

Die letzte öffentliche Behandlung liegt mehr als ein halbes Jahr zurück. Anfang Dezember beschäftigte sich der Gemeinderat mit den im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung eingegangenen Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplans als Grundlage für die Aufstellung der drei notwendigen Bebauungspläne. Die Empfehlungen habe man nun eingearbeitet, berichtet Sperl. Voraussichtlich am 1. Juli werde der Gemeinderat über den Billigungs- und Auslegungsbeschluss abstimmen. Danach hat die Öffentlichkeit einen Monat Zeit, sich zur Planänderung zu äußern.

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Die drei Bebauungspläne selbst haben dieses Stadium noch gar nicht erreicht. Obwohl bei den Informationsveranstaltungen schon recht detaillierte Visualisierungen der Einfamilien- und Doppelhäuser sowie der Gebäude der Lebenshilfe im Bereich Huberbergstraße/Huberspitzweg zu sehen waren: Die konkreten Bebauungsplanentwürfe werden erst noch erarbeitet, betont Sperl. Dabei sei nicht nur die Gemeinde gefordert, sondern auch die Lebenshilfe. Diese nämlich müsse sich etwa mit dem Bezirk Oberbayern abstimmen, welche Auflagen das neue Haus Bambi erfüllen muss. Barrierefreiheit ist da nur einer von vielen Aspekten. Wie berichtet, sollen in der Wohneinrichtung Kinder und Jugendliche mit schwersten und mehrfachen Behinderungen betreut werden.

Sind diese Pläne fertig ausgearbeitet, beginnt auch hier die Phase der Auslegung. Sollte alles glattgehen, könnte dies in drei bis vier Monaten der Fall sein, schätzt Sperl. Sind die Einwände nicht zu gravierend, könne man Ende des Jahres den Satzungsbeschluss anpeilen und 2020 mit der Erschließung des Baugebiets beginnen. „Das“, sagt die Bauamtsleiterin, „ist derzeit aber noch Wunschdenken.“

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Tatsächlich ist aktuell nicht davon auszugehen, dass die Kritik etlicher Anwohner verstummt ist. So hat der Landschaftsschutzverein bereits jetzt erneut eine Liste mit neun Fragen ins Rathaus geschickt. Diese drehen sich diesmal aber weniger um bauliche Themen, sondern mehr ums Geld. So wollen die Initiatoren unter anderem wissen, wie viel die Gemeinde seinerzeit für die Grundstücke bezahlt hat, wie hoch die Quadratmeterpreise beim Verkauf ausfallen werden und was passiert, wenn sich die einheimischen Bauinteressenten diese gar nicht leisten können.

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Selbstverständlich werde sich die Gemeinde darüber Gedanken machen, betont Sperl. Über Preise und die Vergabekriterien könne man aber erst sprechen, wenn die Grundstücksgrößen feststehen. Dafür brauche es aber eben erst mal einen rechtskräftigen Bebauungsplan. „Sobald das spruchreif ist, werden wir die Öffentlichkeit informieren“, verspricht die Bauamtsleiterin. Den Kaufpreis, den die Gemeinde gezahlt hat, dürfe man hingegen – wie bei allen Vertragsverhandlungen – nicht nennen. In einem Punkt kann Sperl den Landschaftsschutzverein aber beruhigen: „Als Kommune dürfen wir keinen Profit machen.“

sg

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