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So könnte es aussehen: eine Visualisierung des Neubaugebiets am Fuß des Huberspitz.

Bürgermeister: „Wir wischen nichts weg“

Neubaugebiet am Huberspitz: Landratsamt empfiehlt Mehrfamilienhäuser

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Etliche Stellungnahmen sind zum geplanten Neubaugebiet in Hausham-Abwinkl eingegangen. Während die Fachleute keine größeren Hürden sehen, bleiben einige Bürger skeptisch.

Hausham – 26 Seiten an Stellungnahmen zum geplanten Neubaugebiet Huberbergstraße/Huberspitzweg hatten die Haushamer Gemeinderäte durchgeblättert, doch der interessanteste Punkt wartete ganz am Schluss. Es handelte sich um eine Empfehlung der Abteilung Bauleitplanung des Landratsamtes.

Die Baugebiete seien im Sinne der Innenentwicklung und Nutzung der bestehenden Infrastruktur begrüßenswert, zitierte Haushams Bauamtsleiterin Petra Sperl aus dem Schreiben. Die Beschränkung auf Einfamilien- und Doppelhäuser sei jedoch zu hinterfragen. Stattdessen seien einige kleinere Mehrfamilienhäuser mit drei bis sechs Wohneinheiten und einer besseren „Flächen- und Energiebilanz“ verträglich. „Damit sagt uns das Landratsamt, dass eine dichtere Bebauung sinnvoll ist“, machte Sperl klar.

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Wie berichtet, hatte der Gemeinderat im Juli die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für das neue Haus Bambi der Lebenshilfe im Haushamer Ortsteil Abwinkl beschlossen. Die bei der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange eingegangenen Rückmeldungen waren nun Thema am Ratstisch. Die Antworten der Gemeinde segnete das Gremium allesamt einstimmig ab. Der Billigungs- und Auslegungsbeschluss fiel wegen eines ausstehenden Gutachtens aber noch nicht.

Nimmt man die insgesamt zehn Seiten an Äußerungen von Behörden und anderen Organisationen, so haben die Planer keine unüberwindbaren Hürden zu befürchten. Am kritischsten liest sich noch die Stellungnahme des Landesamts für Umwelt, das den zu bebauenden Hang am Fuß des Huberspitz als „bekannte Rutschmasse“ und „Georisk-Gebiet“ einstuft. Bei einem Ortstermin habe man aber Maßnahmen festgelegt, die auch in die Pläne eingearbeitet werden sollen, erklärte Sperl. „Wenn die berücksichtigt werden, gibt es keine Einwände mehr.“ Das Wasserwirtschaftsamt stufte die Überflutungsgefahr nicht höher als in vergleichbaren Gebieten ein, und auch von Naturschutzseite gab es keine gravierenden Bedenken.

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Deutlich mehr Einwände waren von Seiten der Bürger eingegangen. Die Kritikpunkte sind altbekannt: Die Anwohner und der Landschaftsschutzverein sorgen sich um mangelnde Entwässerung, Hangstabilität und mehr Verkehr, stellen aber auch nach wie vor die Eignung des Grundstücks für das Wohnen für Einheimische sowie das neue Haus Bambi insgesamt in Frage. Dabei betonen sie weiterhin, dass sie eine alternative Fläche an der Tegernseer Straße für die bessere Lösung halten. Peter Wagner (SPD) bat die Gemeinde, die Einwände – vor allem die zum Thema Verkehr – ernst zu nehmen.

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„Wir wischen nichts weg“, betonte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) und verwies auf die zahlreichen Gutachten sowie die Entscheidung, kein Oberflächenwasser in den Schmotzbach einzuleiten. Ferner werde die Gemeinde für etwaige Schäden haften. Zum wiederholten Mal stellte er klar, dass andere Grundstücke weder leichter zu bebauen wären, noch sich überhaupt im Eigentum der Gemeinde befänden. Damit kommentierte er auch die Stimmen, die das Haus Bambi gerne auf dem Gelände des aktuell leer stehenden Nettomarkts an der Nagelbachstraße sehen würden. „Wir können keiner Privatperson vorschreiben, was sie mit ihrem Grundstück macht.“

Beim Landschaftsschutzverein wertet man es als positiv, dass die Stellungnahmen so ausführlich behandelt wurden. Dennoch ist Vorsitzender Peter Weber nicht mit allen Antworten zufrieden und kündigt an, nicht lockerzulassen: „Wir haben noch einen langen Weg vor uns.“

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