Tote und Verletzte nach Schüssen in Krankenhaus 

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Wird noch überarbeitet: Der Bebauungsplanentwurf für den Aldi-Markt (blau umrahmt) und die beiden Mehrfamilienhäuser (schwarz umrahmt). Letztere rutschen noch nach rechts und erhalten eine Tiefgarage. Grafik: DAK

Flächenverbrauch reduziert

Neuer Aldi in Hausham: Tiefgarage stellt Naturschutz zufrieden

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Rathaus und Landratsamt haben sich auf einen Kompromiss geeinigt: Eine Tiefgarage soll den Flächenverbrauch rund um den neuen Aldi in Hausham reduzieren.

Hausham – Fast schon vernichtend liest sich die Stellungnahme, die die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt zum geplanten Aldi-Markt und den angrenzenden Mehrfamilienhäusern an der Nagelbachstraße in Hausham abgegeben hat. Als „unangemessen hoch“ geißeln die Experten den Flächenverbrauch in der Änderung des Bebauungsplans Sprenger-Wiese. Die rein ebenerdige Anordnung von Stellplatz- und Ladenfläche bringe Eingriffe in die Natur und Landschaft mit sich, die eigentlich vermeidbar wären, so die Behörde. Da es sich damit um einen Widerspruch zur Landschaftsschutzverordnung handle, könne man eine Befreiung davon nicht in Aussicht stellen.

Der ein oder andere am Tisch runzelte schon besorgt die Stirn, als Bauamtsleiterin Petra Sperl das im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit eingegangene Schreiben im Haushamer Gemeinderat vorlas. Doch Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) konnte Entwarnung geben. Man habe bereits ein klärendes Gespräch mit dem Landratsamt geführt, berichtete er. „Es wäre unglücklich gewesen, im Streit auseinanderzugehen“, sagte Zangenfeind. Zwar hätte der Gemeinderat die negative Stellungnahme wegwägen können und den Bebauungsplan trotzdem als Satzung beschließen. Doch dann wäre die Baugenehmigung durchs Landratsamt fraglich gewesen – und ein Rechtsstreit mit der Küblböck Unternehmensgruppe als Bauherrin programmiert gewesen.

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Also habe man sich auf einen Kompromiss geeinigt, so der Bürgermeister. Um den Flächenverbrauch auf dem rund 7000 Quadratmeter großen Grundstück, wie von der Unteren Naturschutzbehörde gefordert, zu reduzieren, habe man die oberirdischen Parkplätze für die beiden Mehrfamilienhäuser mit 330 und 280 Quadratmetern Grundfläche im Süden in eine Tiefgarage verlegt, wobei die Zufahrt zwischen den beiden Baukörpern vorgesehen ist. Diese können damit nach Osten „rutschen“ und lassen mehr grüne Wiese übrig.

Beim Aldi-Markt mit einer Verkaufsfläche von rund 1200 Quadratmetern scheiden Stellplätze unter der Erde jedoch weiter aus, erklärte Zangenfeind. „Aldi würde den Markt sonst nicht betreiben.“ Auch eine Reduzierung der derzeit für 105 Autos ausgelegten Fläche sei keine Option, betonte Zangenfeind. Die Parkplätze würden schließlich nicht nur den Aldi-Kunden dienen, sondern könnten an Wochenenden auch von Besuchern der Zentralen Sportanlage gegenüber genutzt werden – quasi als Ersatz für die durch die Erweiterung der Anton Weilmaier-Schule verringerten Stellplätze.

Neuer Aldi in Hausham: Tiefgarage stellt Naturschutz zufrieden

Argumente, die letztlich auch das Landratsamt überzeugt haben. „Es war ein positives Gespräch“, berichtete der Rathauschef. Die Ergebnisse würden nun in den Planentwurf eingearbeitet, der dann erneut öffentlich ausgelegt werde. Den erforderlichen Beschluss fällte der Gemeinderat einstimmig.

Einen Hinweis des Fachbereichs für Abfall- und Bodenschutzrecht wird die Gemeinde direkt an den Bauherren weiterleiten. So wurde wohl auf dem Grundstück in den 1950er/1960er-Jahren Müll vergraben, um die Fläche zur landwirtschaftlichen Nutzung einzuebnen. Peter Wagner (SPD) bestätigte, dass auch seine Mutter von einer „Aschegrube“ auf dem Grundstück erzählt habe. Die ordnungsgemäße Entsorgung des möglicherweise belasteten Aushubs sei Sache des Bauherrn, erklärte Sperl.

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Der Bürgermeister machte abschließend nochmals deutlich, dass die Intention des Gesamtvorhabens ausschließlich positiv sei. Man könne ein leer stehendes Gebäude durch eine fußläufige Einkaufsmöglichkeit für rund 2000 Haushamer ersetzen und schaffe zusätzlich noch dringend benötigten Wohnraum. Die Nutzung des Areals entspreche genau dem im Flächennutzungsplan vorgesehenen Mischgebiet. „Damit“, sagte Zangenfeind, „war das Landratsamt damals ja auch einverstanden.“

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