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Runde Sache: der Plan für den neuen Kreisel an der Einmündung der Oberen Tiefenbachstraße/Kreisstraße MB 8 in die B307.

Weitere Bäume müssen dafür gerodet werden

Falls Kreisel zu wenig Entlastung bringt: Weitere Fahrspur in Vorbereitung

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Bringt der neue Kreisel in Agatharied wirklich Entlastung? Viele Autofahrer bezweifeln dies. Jetzt reagieren die Planer - und bereiten eine weitere Fahrspur vor.

Agatharied – Bringt der neue Kreisel an der Oberen Tiefenbachstraße in Agatharied wirklich Entlastung? Viele Autofahrer bezweifeln dies. Und damit sind sie nicht allein. Auch die Regierung von Oberbayern habe Bedenken geäußert, ob das Bauwerk für das Verkehrsaufkommen ausreichend dimensioniert ist, teilt Landratsamts-Pressesprecher Birger Nemitz auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Deshalb würden nun Vorbereitungen für eine weitere Spur getroffen.

Nemitz betont, dass es sich dabei nur um eine potenzielle Fahrbahn handelt. „Sie wird jetzt noch nicht gebaut.“ Bei einer Belastung von derzeit 19 000 Fahrzeugen in 24 Stunden sollen aber bereits jetzt Vorkehrungen getroffen werden, um den Kreisel später an ein möglicherweise noch höheres Verkehrsaufkommen anzupassen. Diese Lösung würde eine fünf Meter breite Spur beinhalten, die von Norden (also aus Richtung Miesbach) nach Süden (Richtung Hausham) am Kreisverkehr vorbeiführt. Wer also in die Obere Tiefenbachstraße/Kreisstraße MB 8 abbiegen will, würde sich links in den Kreisel einordnen, der Durchgangsverkehr auf der B 307 würde quasi über einen Bypass rechts daran vorbeifahren.

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Nicht nur verkehrs- und bautechnisch beschäftigt sich das Landratsamt mit der Umplanung, sondern vor allem auch naturschutzfachlich. So wird am Hang Richtung Bahngleis mehr Böschung aufgeschüttet, um die potenzielle neue Fahrspur später mit vergleichsweise geringem Aufwand ergänzen zu können. Dies bedeutet allerdings schon jetzt einen stärkeren Eingriff in den bestehenden Grüngürtel.

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Wie Nemitz mitteilt, müssen noch einige weitere Bäume und Sträucher entfernt werden. Die Rodung soll noch diese Woche erfolgen. Konkret handle es sich um Linden, Ahorn und Eschen. Vier davon mit einem Stammdurchmesser von unter 15 Zentimetern, drei von größeren Ausmaßen. Auch rund 25 Meter Strauchwerk müssen dem Kreisel weichen. Dies nicht zuletzt deshalb, damit das Straßenbauwerk den vorgeschriebenen Regelquerschnitt einhält – eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt von Fördergeld.

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Leichtfertig hat sich die Behörde die Erteilung der Fällgenehmigung nicht gemacht, betont Nemitz. Man habe versucht, für das Bauprojekt so wenig wie möglich Gehölze zu beseitigen. Auf Veranlassung der Unteren Naturschutzbehörde hätten Experten einer Baumpflege-Fachfirma aus Bad Aibling die Bäume mittels Spezialseil beklettert und untersucht. Dabei hätten sie jedoch keinen tierischen Unterschlupf, keine Höhlungen, keine Nester und auch keine Brut festgestellt.

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Eine naturschutzfachliche Auflage gibt es dennoch: Nach der Fertigstellung des Kreisels müssen Ersatzpflanzungen angelegt werden. Egal, ob eine weitere Fahrspur kommt oder nicht.

sg

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