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Hat die Jury überzeugt: Die Idee der Gemeinde und des Interessenkreises Bergbaumuseum Hausham, den Förderturm in ein Museum mit Gastronomie umzubauen, ist beim Landwirtschaftsministerium auf offene Ohren gestoßen.

Region siegt bei Wettbewerb

Neuer Titel: Schlierach-/Leitzachtal ist Alpen-Modellregion

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Im Verbund hatten sich die Gemeinden Bayrischzell, Fischbachau, Hausham und Schliersee als Alpen-Modellregion beworben. Mit Erfolg. Eine neue Quelle für Fördergelder ist angezapft.

Schlierach-/Leitzachtal – Allzu groß war die Konkurrenz am Ende nicht. Zwei Siegel als „staatlich anerkannte Alpen-Modellregion“ hatte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in einem Wettbewerb für Gemeindebündnisse im bayerischen Alpenraum ausgeschrieben. Beworben hatten sich genau drei, wie die Pressestelle des Ministeriums auf Nachfrage bekannt gibt. Das liege jedoch in erster Linie an den eng gesteckten Teilnahmekriterien für das auf zwei Jahre ausgelegte Förderprogramm. Eine zwölfköpfige Expertenjury habe die eingereichten Konzepte trotzdem genau geprüft.

Mit dem Ergebnis, dass sich der Gemeindeverbund Bayrischzell, Fischbachau, Hausham und Schliersee ab sofort nicht nur als Öko-Modellregion und Modellregion Naturtourismus, sondern auch als Alpen-Modellregion bezeichnen darf. Der andere „Sieger“ ist der Verbund aus dem Markt Weitnau und der Gemeinde Missen-Wilhams im Oberallgäu. „Beide Gemeindebündnisse haben viele innovative und überzeugende Ideen vorgelegt, wie sie ihre Heimat als attraktive Urlaubs-, Wirtschafts- und Lebensräume erhalten und weiterentwickeln wollen“, begründet der Minister die Entscheidung.

Ziel des Förderprogramms ist es, das vorhandene unternehmerische Potenzial in den jeweiligen Regionen zu stärken (wir berichteten). So können sich zum Beispiel ehrenamtlich Engagierte bei ihren Projekten finanziell unter die Arme greifen lassen. 75 Prozent der Kosten für eingekaufte Leistungen übernimmt der Freistaat, wobei es laut Ministerium keinen festgesetzten Maximalbetrag gibt.

Das Konzept der Region Schlierach-/Leitzachtal habe die Jury in erster Linie mit „ihren vielen unternehmerisch orientierten Akteuren und den sehr zielgerichteten Projekten beeindruckt“, so die offizielle Begründung. Tatsächlich haben mit Hausham (Umbau des Förderturms), Bayrischzell (Ausbau der Online-Vermarktungsplattform Amaregio) und Fischbachau (Unterstützung des Arbeitskreises Kräuter-Kraft-Natur) drei Gemeinden konkrete Fördermöglichkeiten vorgelegt. In Schliersee ist dies noch nicht geschehen, so Geschäftsleiter Jörn Alkofer. Trotzdem habe man sich „solidarisch gezeigt“ und die Bewerbung unterstützt.

Ein gemeindeübergreifendes Projekt steuert die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach bei: Sie plant, mit lokalen Partnern gezielte Angebote für den sogenannten Coworkation-Trend (standortunabhängiges, gemeinsames Arbeiten auf Reisen) zu entwickeln. Ein Thema, das SMG-Projektmanagerin Veronika Müller in ihrer Bachelorarbeit angestoßen hat (wir berichteten). „Damit es nicht nur bei Ideen bleibt, brauchen wir Manpower. Und die kostet Geld“, sagt SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid. Der Fördertopf für die Alpen-Modellregionen sei dafür die passende Quelle.

Wann und wie die Summen abgerufen werden, darüber will Schmid mit den beteiligten Rathäusern und Beraterin Petra Wähning von der Genussgemeinschaft Städter und Bauern ab September sprechen. Es gebe bereits einen ganzen Themenstrauß, trotzdem sei man grundsätzlich auch für weitere Ideen offen. „Es muss aber für beide Seiten passen.“ Das, so Schmid, sei auch das Kriterium für die Bewerbung als Alpen-Modellregion gewesen. „Es geht uns nicht um den Titel, sondern um Fördergelder für die Region.“

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