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Wegen Überfüllung geschlossen: Krankenhaus Agatharied mit Geschäftsführer Michael Kelbel.

Situation ist „extrem angespannt“

Noro-Virus-Epidemie im Krankenhaus: Das sagen die Verantwortlichen

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Seit Mittwochabend geht nichts mehr im Kreiskrankenhaus. Die Türen sind geschlossen, für Patienten wie Besucher. Nur noch absolute Notfälle werden angenommen. Das ist die Lage am Donnerstag.

Agatharied – Die Situation ist „extrem angespannt“: Nach einem sprunghaften Anstieg von Durchfallerkrankungen verschiebt das Krankenhaus Agatharied bis auf Weiteres alle vermeidbaren Behandlungen. Neu aufgenommen werden nur noch Notfälle. Angehörige sind aufgerufen, ihre Besuche in der Klinik auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Pressemitteilung kam gestern am frühen Abend. „Aufgrund einer sprunghaft angestiegenen Anzahl von Durchfallerkrankungen, die teilweise mit heftigem Erbrechen und schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens einhergehen, ist das Krankenhaus Agatharied derzeit am Rande seiner Kapazitätsmöglichkeiten“, heißt es in der Erklärung von Krankenhaus und Gesundheitsamt. „Die Erkrankungen betreffen nicht nur Patienten, sondern auch Mitarbeiter.“ Eine genaue Zahl der Erkrankten vermag Geschäftsführer Michael Kelbel auf Nachfrage nicht zu nennen, sie ändere sich stündlich. Man bewege sich aber im zweistelligen Bereich.

Vereinzelt hat es – wie zu dieser Jahreszeit üblich – schon in den vergangenen Wochen immer wieder Fälle von Durchfallerkrankungen in der Klinik gegeben. Nicht zuletzt deshalb, weil Patienten mit genau diesem Krankheitsbild eingeliefert wurden. In der Nacht auf Mittwoch kam es dann aber zu einem sprunghaften Anstieg. Laut Kelbel sind zwei Viren, darunter auch das gemeinhin bekannte Noro-Virus, im Umlauf. Beide wurden, das hätten Untersuchungen ergeben, wohl von Besuchern eingeschleppt.

Um den Betrieb aufrechterhalten und eine Versorgung der bereits im Krankenhaus befindlichen Patienten gewährleisten zu können, hat die Klinikleitung zusammen mit dem Gesundheitsamt beschlossen, alle Behandlungen, die von ihrer Dringlichkeit her aufschiebbar sind, um einige Tage nach hinten zu verlegen. Das betrifft beispielsweise geplante Operationen oder Herzkatheteruntersuchungen. „Wir können es nicht riskieren, dass es zu einer Ausbreitung der hoch ansteckenden Durchfallerkrankung kommt“, sagt Kelbel. Die ergriffenen Maßnahmen seien gerade in Wintermonaten in Krankenhäusern keine Seltenheit. „Das Besondere im vorliegenden Fall ist die Ansteckung mehrerer Personen mit demselben Virus“, berichtet der Geschäftsführer. „Da müssen wir entsprechend handeln.“

Da kommt das Virus her

Im Krankenhaus selbst seien alle notwendigen Maßnahmen mittlerweile getroffen worden. Da es als gesichert gilt, dass die Durchfallerkrankungen von Angehörigen, die ihre Familienmitglieder oder Freunde besucht haben, ins Krankenhaus getragen wurden, ist die Bevölkerung aufgerufen, die Besuche in der Klinik auf das Notwendigste zu beschränken. „Diese Bitte gilt unabhängig davon, ob jemand bereits erkrankt ist oder sich gesund fühlt“, sagt Kelbel. „Oftmals wissen die Überträger noch nichts von ihrer eigenen Erkrankung.“

Im Yahoo-Video: Noro-Virus so heftig wie selten - So können Sie sich schützen

Wann das Krankenhaus wieder zum Normalbetrieb zurückkehren kann, vermag der Geschäftsführer noch nicht zu sagen. Die Situation bleibe saisonbedingt sicher weiter angespannt. Immerhin sollte die akute Infektionswelle bis Anfang kommender Woche abgeebbt sein.

Verwaltung und Gesundheitsamt stellen in ihrer Mitteilung klar, dass die Maßnahme keine medizinische Unterversorgung der Bevölkerung bedeute: „Alle Notfallpatienten, die das Krankenhaus aufsuchen, werden selbstverständlich wie bisher rund um die Uhr aufgenommen und auf höchstem medizinischem Niveau behandelt.“  

sh/snacktv

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