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Freudestrahlendes Team: Professor Ulrich Brunner (l.) operierte Turnstar und Olympiasieger Fabian Hambüchen (29) Anfang März an der Schulter und kümmert sich um die Nachsorge. „Viel Spaß“ hatten die beiden in den Tagen nach der OP, sagt Hambüchen. Seit langer Zeit sei er nun endlich wieder schmerzfrei.

Olympiasieger im Kreiskrankenhaus behandelt

Fabian Hambüchen nach OP in Agatharied: So geht es ihm jetzt

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Viele Jahre Leistungssport haben ihren Tribut gefordert: Turnstar Fabian Hambüchen musste sich einer Schulter-Operation unterziehen – im Krankenhaus Agatharied. Wir haben ihn dort besucht.

Agatharied – Sein Händedruck ist noch recht zaghaft. Kein Wunder, liegt der Eingriff an der rechten Schulter des erfolgreichen Kunstturners Fabian Hambüchen doch erst gut drei Wochen zurück. Doch dank beachtlicher Fortschritte in der Rehabilitation kann Hambüchen längst wieder lachen. Endlich schmerzfrei zu sein, sei ein großes Geschenk, sagte der Rekordchampion nun bei einem seiner regelmäßigen Nachsorge-Termine im Krankenhaus Agatharied. „Ich bin super glücklich.“

Hambüchen, Weltmeister, Olympiasieger, Titeljäger, hatte sich wie berichtet bereits vergangenes Jahr bei einem Trainingssturz einen Riss der Supraspinatus-Sehne zugezogen. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio holte er dennoch Gold am Reck – trotz angerissener Sehne, wie er erst heuer im Januar erfuhr.

Seinen Weg nach Hausham fand der Sportler, der nach Rio seine internationale Karriere beendet hatte, nicht zufällig. Schon länger arbeitet der 29-Jährige mit dem Unterhachinger Physiotherapeuten Cyrus Salehi zusammen, der sich aktuell auch um die Genesung von Hambüchens Schulter kümmert. Salehi wiederum steht bereits seit Jahren in engem Kontakt mit dem Schulterchirurgen Professor Ulrich Brunner, der sich der lädierten Schulter annahm und die unvermeidliche OP durchführte. „Nicht ganz alltäglich“, betonte Brunner lachend, „einen so berühmten Menschen“ im Haus zu haben. Ansonsten sei die Operation im Grunde wie bei jedem anderen Menschen verlaufen. Mit dem Unterschied, „dass Fabian ein absoluter Bewegungsmensch und somit ein sehr guter Patient ist“. Hambüchens enormes Körpergefühl erleichtere die Rekonvaleszenz schon immens.

Dennoch, der Koblenzer, der auch verwandtschaftliche Verbindungen nach Oberbayern hat, wird sich noch einige Zeit eisern zurück zu alter Beweglichkeit kämpfen müssen. Sechs Monate wird es Professor Brunner zufolge dauern, bis er die Schulter wieder voll belasten kann. Schließlich, so der Chirurg, seien Sehnen beim Geräteturnen mehreren hundert Newtonmetern Krafteinwirkung ausgesetzt. „Am Reck wirken bis zu sechs G auf den Körper“, ergänzte Hambüchen, der aktuell Sport und Leistung studiert und die „Zeit hier unten in den Bergen total genießt“. Ein Wert, der etwa in manchen Achterbahnen kurzfristig erreicht werden kann.

Was seine weitere sportliche und berufliche Reise angeht, macht sich der Olympiasieger „keinen Stress“. Seine Liebe zum Sport jedenfalls, sei nach seinem Triumph in Rio nicht erloschen. So fände er eine Teilnahme an der Turn-WM 2019 in Stuttgart „reizvoll“. Gute Gesundheit vorausgesetzt. „Auch national sollte 2018 noch was gehen.“ Beruflich seien jüngst „viele Optionen entstanden“. Etwa Engagements beim Fernsehen als Olympia-Experte. Zunächst aber will Hambüchen seine neu erlangte Freiheit genießen. „Gerade ist eine spannende Phase. Ich kann zum ersten Mal im Leben frei entscheiden, was ich machen will“, freute sich der Sportler, der sich in Agatharied überaus gut aufgehoben fühlt und mit Professor Brunner in den Tagen nach der OP „viel Spaß“ hatte. Der Blick in die Berge habe ihn außerdem dazu inspiriert, vielleicht noch mit dem Skifahren anzufangen. „Beim Wasi“, den er unlängst in Schliersee besucht habe, sei er da sicher in besten Händen.

ah

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