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Braucht eine gute Planung: Die Argulakirche in Hausham könnte für ein neues Kinderhaus mit Mittagsbetreuung und Krippe Platz machen. Davon würde auch der ebenfalls auf dem Grundstück befindliche Hort der Diakonie profitieren.

Gespräche zwischen Gemeinde und Diakonie

Pläne für Hausham: Kinderhaus könnte Argulakirche ablösen

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Die evangelische Kirche will sich von der Argulakirche trennen. Die Gemeinde Hausham will diese Chance nutzen. Sie überlegt, das Grundstück zu kaufen und ein Kinderhaus zu bauen.

Hausham – Die ersten Warnschüsse waren nicht zu überhören. „Wir hatten phasenweise schon mal einen Aufnahmestopp“, sagt Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind über die von der Gemeinde organisierte Mittagsbetreuung in der Grund- und Mittelschule. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch der dortige Kinderhort der Diakonie ist mit 20 Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren voll belegt. Zwei Nachbarn kämpfen mit denselben Problemen, könnte man sagen. Was liegt da näher, als auch bei der Lösung zusammen zu helfen? Nichts, findet Zangenfeind. „Wir waren immer gute Partner.“ Und schon war die Idee eines neuen Kinderhauses geboren.

Ihren Ursprung hatte sie im Beschluss der evangelischen Kirchengemeinde Miesbach, sich von der Argulakirche in Hausham zu trennen.Wie berichtet, ist der Zustand des Bauwerks aus den 1970er-Jahren so schlecht, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Als Zangenfeind von den Plänen erfuhr, spitzte er sofort die Ohren. „Bei einem Verkauf wäre das Grundstück verloren“, sagt er. Also klopfte er seinerseits bei der Landeskirche an – mit einem interessanten Vorschlag im Gepäck: Die Gemeinde kauft die rund 1100 Quadratmeter große Fläche und baut darauf ein neues Kinderhaus mit Hort- und Krippenplätzen.

Denn auch bei der Betreuung der unter Zweieinhalbjährigen gibt es dringenden Bedarf in Hausham. Die meisten von ihnen sind aktuell in der Krippe der Lebenshilfe untergebracht. Weitere Plätze bieten die Kindergärten an, allerdings auf freiwilliger Basis, wie Zangenfeind erklärt. Große Sprünge lässt diese Situation nicht zu. Doch genau die sind angesichts steigender Geburtenzahlen in absehbarer Zeit notwendig. Die Konsequenz ist klar: Hausham braucht eine neue Krippe. „Da wollen und müssen wir als Gemeinde unseren Beitrag leisten.“

Als Träger der neuen Einrichtung könnte wiederum die Diakonie auftreten – und damit quasi als Nebeneffekt für Entlastung in ihrem vollen Hort sorgen. Eine Erweiterung im Bestand ist aus Brandschutzgründen kaum möglich. „In 30 Jahren haben sich die Auflagen massiv verändert“, sagt Rolf Negele, Vorstand des Diakonischen Werks in Rosenheim. Auch aus energetischer Sicht habe sich ein gewisser Sanierungsstau gebildet, ergänzt Zangenfeind. „Mit einem Neubau könnten wir das gute Konzept nicht nur erhalten, sondern weiter ausbauen.“ Ein Veto der Diakonie hat der Bürgermeister dabei nicht zu befürchten. „Wir werden die für die Gemeinde dienlichste Lösung mittragen“, sagt Negele. Egal, wie diese am Ende aussehe. Hausham sei aus Sicht der Diakonie eine „Vorzeige-Gemeinde.“

Bis die Pläne feststehen, dürfte aber noch eine gewisse Zeit vergehen, meint Zangenfeind. Aktuell befinde man sich in Gesprächen mit der Kirche. Im Bauamt zeichne man parallel bereits die ersten Entwürfe und überlege, was baulich überhaupt machbar ist auf dem Grundstück. Die Tendenz gehe aber zu einem Baukörper. „Wir wollen keinen großen Bunker, sondern viele Freiflächen zum Spielen“, betont Zangenfeind. Während im Erdgeschoss die neuen Gruppenräume vorgesehen sind, könnten im ersten Stock zwei bis drei Wohnungen für Bürger mit mittlerem Einkommen Platz finden.

Wie viele Kinder letztlich in der Einrichtung betreut werden könnten, kann der Rathaus-Chef in diesem frühen Stadium nicht abschätzen. Zuerst müsse man die Vorgaben für mögliche Fördermittel abklären. Eines steht für Zangenfeind aber fest: „Wir machen sowas nicht nur für fünf Kinder.“

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