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Von einer Einkaufsmeile ist in der Haushamer Naturfreundestraße nichts mehr zu spüren. Bald könnte sie jedoch Teil einer Art kulturelles Zentrum sein. 

Pläne für Haushamer Ortskern

Bürgermeister will frühere Einkaufsmeile aufpolieren

Visionen für die Haushamer Ortsmitte treiben Bürgermeister Jens Zangenfeind um. Er kann sich eine Art kulturelles Zentrum rund um die Naturfreundestraße vorstellen.

Hausham - Wer durch Hausham nach Schliersee fährt, wähnt sich durchgehend auf einer Bundesstraße. Doch tatsächlich ist die Industriestraße am Norma und Rewe vorbei eine Gemeindestraße. Die B 307 verläuft auf der anderen Seite der Gleise. Das soll sich bald ändern und eröffnet der Gemeinde Hausham allerlei Gestaltungsmöglichkeiten. Bürgermeister Jens Zangenfeind treiben schon Visionen für die Ortsmitte um.

Nächstes Jahr wird – so nicht doch noch etwas dazwischenkommt – der frühere Pannen-Bahnübergang mit seinen unendlichen Schranken-Schließzeiten verlegt. Das soll eine Entwicklung in Gang setzen, die nach Zangenfeinds Wunsch eine (Wieder-)Belebung eines ganzen Ortsteils bedeutet. Denn wird die Schlierseer Straße zur Gemeindestraße abgestuft, kann Hausham dort mehr oder minder machen, was es will. Einem gestalterischen Zugriff war sie bisher entzogen, weil das Straßenbauamt Rosenheim zuständig ist. Und das wünscht sich – aus Autofahrersicht völlig zurecht – einen möglichst ungehindert fließenden Verkehr. Der überörtliche wird ohnehin schon längst auf der Industriestraße abgewickelt. Mit dem Bau des Bahnübergangs soll diese widersinnige Kategorisierung bereinigt werden.

Die Gemeinde will dann anpacken und den Bereich Schlierseer-/Naturfreundestraße aufwerten. Eine Art „kulturelles Zentrum“ Haushams stellt sich Zangenfeind vor. Denn bekanntlich zieht das Rathaus in das jetzige Sparkassen-Gebäude an der Schlierseer Straße, und auch beim alten Pfarrheim von St. Anton ist eine Verbesserung der Situation beschlossene Sache. Noch dazu befinden sich unter anderem der Kindergarten und der Bürgersaal an der Geißstraße sowie die Montessori-Schule in unmittelbarer Nachbarschaft.

Beste Voraussetzungen, der Naturfreundestraße wieder jenen Stellenwert zu verschaffen, den sie einst genoss. Vor Jahrzehnten war sie eine höchst beliebte Einkaufsmeile. Diese Zeiten – da macht sich auch Zangenfeind keine falschen Illusionen – sind unwiderruflich vorbei. Statt einem wirtschaftlichen soll die Meile – zusammen mit der „degradierten“ Schlierseer Straße – nun eben ein kulturelles Zentrum werden. Dazu muss neben einer optischen Aufwertung auch eine Lösung für die durch parkende Autos beengte Situation her.

Die Abstufung der Schlierseer- zur Gemeindestraße erfolgt derweil nur bis zur Einmündung der Verbindung nach Gmund, die Staatsstraße 2076. Die verkehrstechnische Regelung an dieser Ecke könnte eine abknickende Vorfahrt oder ein Kreisel sein. Wobei Zangenfeind klar zu Letzterem tendiert und hinterherschickt: „Eine Ampel wird nicht akzeptiert.“ Eine solche entsteht ja schon am neuen Bahnübergang.

Daniel Krehl

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