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Einen Wald wie hier wird es auf der Grünfläche am neuen Lidl-Markt an der Oberen Tiefenbachstraße in Hausham nicht geben.

“Daran hat keiner gedacht“

Plan zwingt Bauherrn, Bäume zu pflanzen - jetzt muss er sie wieder rausreißen

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Exakt nach den Vorgaben im Plan hat Investor Herbert Küblböck die drei Bäume am neuen Haushamer Lidl-Markt gepflanzt. Doch sie müssen wieder raus - aus Rücksicht auf die Nachbarn.

Hausham – In einem Bebauungsplan bleibt nichts dem Zufall überlassen. Sogar die Bepflanzung von Grünflächen ist darin geregelt – auf den Baum genau. Was passieren kann, wenn ein Bauherr die Vorgaben tatsächlich exakt einhält, hat sich nun an der Oberen Tiefenbachstraße in Hausham gezeigt.

Im Plan für die neuen Supermärkte sind auf der Wiese nördlich des Lidl-Gebäudes sieben Bäume ausgewiesen, darunter drei Gehölze erster und zweiter Ordnung. Bäume also, die bis zu 25 Meter hoch werden können. Investor Herbert Küblböck ließ sich nicht lumpen und pflanzte dort Sorten wie Walnuss und Spitzahorn. Genau wie in der Satzung vorgeschrieben. „Aber es hat keiner dran gedacht, wie wunderbar hoch die werden“, berichtete Bauamtsleiterin Petra Sperl nun bei der Sitzung des Haushamer Bauausschusses.

Das Problem sind die Häuser unterhalb der nördlich angrenzenden, zehn Meter abfallenden Böschung. Deren Terrassen würden durch die Bäume komplett verschattet und bei einem Sturm sogar von Schäden bedroht. „Eine Beeinträchtigung der Wohnqualität der Nachbarn ist aber nicht Ziel und Zweck eines Bebauungsplans“, erklärte Sperl, die ein Schmunzeln nicht verbergen konnte.

Mit dem Landratsamt und dem Investor habe man nun vereinbart, die Bäume Richtung Siedlung gegen Sträucher mit einer maximalen Wuchshöhe von vier Metern auszutauschen. Die beiden Gehölze auf der Seite der Firma Moralt könnten erhalten bleiben. Der Investor stimmte der Umtopfaktion im großen Stil zu. „Er hätte damit ja auch seinen Gärtnern keinen Gefallen getan“, meinte Sperl.

Die Änderungen am Bebauungsplan verabschiedete der Bauausschuss einstimmig. Ordnung muss sein, fand auch Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG). „In zwanzig Jahren wären die Bäume nicht mehr so putzig.“

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