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Auch das gab es in der Haushamer Drogenwohnung: Heroin.

Prozess-Krimi: Fast hätte man ihr nichts nachweisen können

Haushamer Heroin-Dealerin muss in den Knast

Hausham - Sie handelte mit Heroin, Pillen und Haschisch - alles in ihrer Haushamer Wohnung und unter Bewährungsauflagen. Die 33-Jährige muss ins Gefängnis. Eine Bekannte belastete sie schwer.

Gleich wegen vier verschiedener Anklagepunkte saß die einschlägig vorbestrafte Frau vor dem Amtsrichter in Miesbach. Ende März des vergangenen Jahres soll sie in ihrer damaligen Wohnung in Hausham ein Gramm Marihuana zum Preis von 15 Euro an einen Bekannten verkauft haben. Noch am selben Tag gab sie an einen weiteren Kumpel eine unbekannte Menge Heroin ab. Am darauffolgenden Tag soll sie ihren Lebensgefährten in einer psychiatrischen Klinik besucht und dabei Marihuana und Amphetamine bei sich getragen haben. 

Angeklagte leugnete alles

Ebenfalls an dem Tag fand die Polizei in ihrer Wohnung noch eine Schreckschusspistole, für deren Besitz die 33-Jährige, die inzwischen in Schliersee lebt, keine Erlaubnis hatte. „Der Verkauf der Drogen ist frei erfunden“, sagte die Beschuldigte in der ersten Hauptverhandlung im März aus. „Die Drogen hatte ich in der Klinik auch nur dabei, um auf dem Heimweg etwas zu konsumieren.“ Es sei also keinerlei Hintergedanke im Spiel gewesen, die Betäubungsmittel zu veräußern. 

Auch in Sachen Waffenbesitz beteuerte die Angeklagte ihre Unschuld: „Die hab ich nur für einen Freund aufbewahrt.“ Zumindest der Drogenverkauf hätte der ehemaligen Haushamerin so wohl nicht eindeutig nachgewiesen werden können – zumal der angebliche Käufer vor Gericht aussagte, nie Marihuana bei der Beschuldigten gekauft zu haben. 

Staatsanwaltschaft zaubert Belastungszeugin aus dem Hut

Doch dann kam jetzt in der zweiten Verhandlung eine entscheidende Zeugin ins Spiel, die die Angeklagte schwer belastete. Die 22-jährige Haushamerin will während des Marihuana-Verkaufs ebenfalls in der Wohnung der Angeklagten gewesen sein. „Ich habe gesehen, wie sie dem Mann ein Gramm Marihuana verkauft hat“, erzählte die Zeugin. „Schon seit ich sie kenne, verkauft sie Drogen.“ 

Marihuana, Haschisch, Amphetamine, diverse Pillen und diverse Pillen

Eine ganze Reihe verschiedener Substanzen soll die Angeklagte über einen langen Zeitraum vertickt haben: Haschisch, Marihuana, Amphetamine, Heroin und diverse Pillen. „Es waren auch nonstop Leute mit Rucksäcken bei ihr zu Besuch“, fügte die 22-Jährige hinzu. „Sie hatte einfach immer Drogen daheim.“ Die Vowürfe durch die Zeugin sah die Staatsanwältin in einem Telefonat, das von der Polizei mitgehört worden war, bestätigt. 

Am Ende hat sie die "Schoki" verraten

Vom Begriff „Schoki“ war im Gespräch zwischen der Angeklagten und einer weiteren Zeugin des Öfteren die Rede. „Schoki ist in solchen Kreisen ein Synonym für Haschischplättchen“, erklärte die Staatsanwältin. Die ins Gespräch involvierte Zeugin machte von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Das überwachte Telefonat räumte bei der Staatsanwältin die letzten Restzweifel aus dem Weg. „Sie haben die Drogen verkauft, so wie es in der Anklageschrift steht“, schlussfolgerte sie. 

"Nur die Spitze des Eisbergs"

Es seien auch wahrlich keine weichen Drogen gewesen. „Mit dieser Verhandlung haben wir aber wohl nur die Spitze des Eisbergs aufgedeckt.“ Eine zweijährige Freiheitsstrafe ohne Bewährung hielt sie für Tat und Schuld angemessen. Verteidigerin Mayumi Weinmann sah das Ganze etwas anders: „Es steht bei der Zeugin und dem angeblichen Drogenkäufer Aussage gegen Aussage.“ 

Für nicht mehr als acht Monate auf Bewährung plädierte Weinmann. Aus der Bewährungsstrafe wurde jedoch nichts. Ein Jahr und drei Monate muss die 33-Jährige nun ins Gefängnis. Amtsrichter Walter Leitner erklärte, dass das Gericht der Zeugin glaube: „Sie war dabei und hat die Situation nachvollziehbar geschildert.“ Handeltreiben mit Betäubungsmitteln unter offener Bewährung sei eben kein Kavaliersdelikt. 

hph

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