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Hubert Stehr (l.), Vorsitzender der Raiffeisenbank Oberland, und Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind freuen sich aufs neue Ärztehaus am Bahnhof.

Die Raiffeisenbank baut

Am Haushamer Bahnhof entsteht ein neues Ärztezentrum

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Am Bahnhof in Hausham entsteht auf 1750 Quadratmetern durch die Raiffeisenbank Oberland ein Ärztezentrum. So soll vermieden werden, dass Ärzte in reichere Regionen abwandern.

Hausham – Mehrere Ärzte an einem Ort bündeln und den Patienten weite Wege ersparen: Das plant die Raiffeisenbank Oberland am Haushamer Bahnhof. Ein Ärztehaus soll dort entstehen, in dem möglichst viele medizinische Fachrichtung untergebracht werden. „Für uns ist das ein interessantes Projekt“, sagt Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind. „Und es ist ein weiterer Schritt in Richtung neue Ortsmitte.“

Seit rund zwei Jahren bereits geplant, steht das Vorhaben mittlerweile in den Startlöchern. Liegen die Genehmigungen des Landratsamts und das endgültige Okay der Gemeinde vor, sollen die Arbeiten noch heuer ausgeschrieben werden. Konkret geht es um die Gebäude der Raiffeisenbank in der Bahnhofstraße zwei und vier. Letzteres steht seit Monaten leer – aus weiser Voraussicht, wie Hubert Stehr, Vorsitzender der Raiffeisenbank Oberland, erklärt: „Wir haben das schon länger geplant und bewusst nicht neu vermietet.“ Im Frühjahr 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen und wenn alles glatt läuft – so die Planer – kann das Ärztehaus im ersten Halbjahr 2019 eröffnen. Das größte Problem scheint gelöst: die Parkplätze.

Das Grundstück sei dafür nicht groß genug, sagt Stehr. Nun steht fest: Eine Tiefgarage wird gebaut. Unter dem angrenzenden Pendlerparkplatz sollen rund 50 Stellplätze entstehen, die vorrangig für Mitarbeiter und Kunden des neuen Ärztehauses gedacht sind. Kostenfrei. Den Ansatz befürwortet auch Zangenfeind. „Der Park-and-Ride-Platz ist zwar nicht am Limit, wir wollen die Situation aber keinesfalls verschlechtern.“

Die beiden Gebäude werden auf zwei Etagen miteinander verbunden.

Die Voraussetzung ist geschaffen, nun kann der Bau starten. Geplant ist eine Fläche von 1750 Quadratmetern – zehn Prozent davon belegt die Raiffeisenbank selbst. Zwar werde auch neu gebaut, der Altbestand solle aber soweit wie möglich erhalten bleiben, erklärt Stehr. In der Mitte werden beide Gebäude miteinander verbunden – eine Glasfront ist im Gespräch. Die Gesamtkosten: mindestens sechs Millionen Euro. Stehr sagt: „Die ersten Verträge mit Ärzten sind geschlossen, weitere Gespräche laufen.“ Auch ein Café könnte einziehen, eine Anfrage liege schon vor.

Ein Mann, der die Anliegen der Ärzte kennt, ist Michael Müller. Er entwickelt seit Jahren Projekte für medizinische Einrichtungen, beispielsweise das Atrium in Holzkirchen. „Fachärzte als Einzelpraxen verschwinden nach und nach“, sagt er. „Mit einem Ärztehaus kann die Nachfolge besser geregelt werden.“ Die bestehende Arztpraxis und die Apotheke Seemüller bleiben im Gebäude. Zudem werden wohl einige bereits in Hausham ansässige Ärzte in das Zentrum umziehen. Mehr wollen die Planer zu den neuen Mietern aber noch nicht verraten.

Durch viel Glas soll das Gebäude innen hell und freundlich werden.

Der Bedarf in einer einwohnerstarken Gemeinde wie Hausham sei auf jeden Fall gegeben, da ist sich Zangenfeind sicher. „Außerdem haben wir ein großes Einzugsgebiet.“ Das Krankenhaus Agatharied spielt dabei natürlich eine Rolle. Zangenfeind kann sich Kooperationen zwischen der Klinik und dem neuen Ärztezentrum vorstellen und will die Verantwortlichen nun zusammenbringen.

Das Zentrum soll vor allem eines: Die Ärzte in Hausham halten. „Das Tegernseer Tal, wo viel Kapital angesiedelt ist, stellt eine Konkurrenz dar“, macht Müller klar. Ein Ärztehaus soll dem entgegenwirken. Zangenfeind denkt an seine Bürger: „Die Leute sind dankbar, wenn sie kurze Wege haben.“

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