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Die Baustelle im Überblick: Im Vordergrund ist der Altbau des Förderzentrums in Hufeisenform zu sehen. Gerade werden Dach und Fassade saniert. Der neue Holzanbau (dahinter rechts) ist bereits fertig. 

Bauarbeiten verzögern sich 

Sanierung: Förderzentrum Hausham wird später fertig

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Nachsitzen auf der Baustelle: Die Arbeiten am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Hausham hinken dem Zeitplan hinterher. Die Fertigstellung erfolgt wohl erst 2021. 

Hausham – Andreas Geipel ist vorsichtig geworden. Auf die Frage, wann denn die Baustelle am Sonderpädagogischen Förderzentrum Geschichte ist, nannte der Ingenieur des Landratsamtes im Haushamer Gemeinderat einen eher vagen Termin: „Auf jeden Fall noch in diesem Jahrhundert.“ Eine launige Bemerkung, die aber einen ernsten Hintergrund hat. Tatsächlich nämlich ist der Landkreis bei der Erweiterung und Generalsanierung seiner Anton-Weilmaier-Schule stark ins Hintertreffen geraten. Der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin im Herbst 2019 ist verstrichen, und noch immer wuseln die Bauarbeiter über das Gelände an der Tegernseer Straße. Der zweite Rückschlag, nachdem bereits die Kosten von 15,2 auf 17 Millionen Euro gestiegen sind (wir berichteten).

Die Gründe für den Aufschub sind vielfältig, erklärt Geipel auf Nachfrage unserer Zeitung. Zum einen waren da die beauftragten Firmen. So legte die Insolvenz eines Trockenbauunternehmens die Arbeiten im ersten Bauabschnitt lahm. Die wegen der Summe notwendige europaweite Ausschreibung kostete viel Zeit. Auch andere Gewerke mussten mangels Angeboten wegen der Hochkonjunktur im Bausektor mehrfach ausgeschrieben werden. Erschwerend hinzu kamen teils lange Lieferzeiten für Materialien und die Kündigung einer Haustechnikfirma wegen „Schlechtleistung“. Zwischenfälle wie ein Wasserschaden im Erweiterungsbau wegen eines Rohrbruchs im gemeindlichen Leitungsnetz, ein Brandschaden am Dach des Neubaus (beides 2018) und die Sperrung des Altbaus wegen der Schneelast im Januar 2019 verzögerten die im April 2017 begonnenen Arbeiten zusätzlich.

Immerhin sei der Erweiterungsbau für sechs neue Klassenzimmer im Januar in Betrieb gegangen, erklärte Geipel. Auch der Brandschutz in der Dreifachsporthalle sei fertig. Aktuell befinde man sich im zweiten Bauabschnitt, der sich auf die Sanierung des Bestandsgebäudes in Hufeisenform mit Klassenzimmern, Küchen, Werkräumen und dem Bewegungsbad konzentriert. Nach der Entkernung werde nun die Fassade erneuert, später die Haustechnik. Der Lehrbetrieb findet für die betroffenen Schüler derweil in Containern statt.

Der Grund, warum Geipel in den Haushamer Gemeinderat gekommen war, war jedoch ein anderer: die Parkplatzsituation. Weil es um das Ensemble aus Förderzentrum und Landkreissporthalle gern mal eng wird für Autos, hat sich der Landkreis bereits 2016 eine Fläche für 19 Stellplätze entlang der Tegernseer Straße per Dienstbarkeit gesichert. Der Zustand lässt jedoch zu wünschen übrig, räumte Geipel ein. „Wir haben das während der Bauzeit nur provisorisch gesichert.“ Die Folgen: Schlaglöcher und bei Regen Matsch und riesige Pfützen. 2020, voraussichtlich im August, werde man den Parkplatz sanieren, eine vernünftige Entwässerung anlegen und auch die Ein- und Ausfahrt asphaltieren, erklärte der Ingenieur. Die Kosten dafür trage der Landkreis.

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Nicht nur deshalb gab’s ein einstimmiges Ja aus dem Gremium. Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) merkte an, dass die Gemeinde auch die Tegernseer Straße in diesem Bereich anpacken könnte. „Die schaut da nicht wirklich berauschend aus.“ Günter Ploschka (SPD) wollte wissen, ob mit der Sanierung des Parkplatzes auch die aktuell in der Grünanlage abgestellten Autos verschwinden. „Das hat sich leider etwas verselbstständigt“, räumte Geipel ein. Zwar habe man für die Bauzeit extra einen Interimsparkplatz für 36 Fahrzeuge an der Mittelschule für die Sportvereine ausgewiesen, der werde aber leider nicht wirklich angenommen. „Den Leuten ist der Weg bis zur Sporthalle zu weit.“

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Ein Problem, das sich mit der Fertigstellung der Schule ebenfalls erledigen wird. Einen neuen Termin nannte Geipel übrigens doch noch. Ostern 2021 soll die Schule endlich wieder voll nutzbar sein. Aufmunternde Worte gab der Rathauschef dem Ingenieur mit. Die Anwohner seien sehr zufrieden mit der Abwicklung der Großbaustelle in ihrer Nachbarschaft.

Weitere Nachrichten aus Hausham finden Sie hier.

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