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Bis auf Weiteres nicht mehr nutzbar: das Haushamer Pfarrheim.

Suche nach Ersatzräumen läuft

Schimmelbefall: Pfarrheim Hausham ab sofort gesperrt

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Traurige Nachricht für die Pfarrei Hausham: Das Pfarrheim ist wegen Schimmelbefalls ab sofort komplett gesperrt. Die Suche nach Ersatzräumen ist bereits angelaufen. 

Hausham – Die Diagnose ließ kein Zögern zu: Schimmelbefall im Keller des Haushamer Pfarrheims. Gleich beim ersten Verdacht verständigten die Mitarbeiter der Pfarrei eine Fachfirma, um mit einer Untersuchung Gewissheit zu erhalten. Die folgte prompt – mit drastischen Konsequenzen: Der betroffene Raum wurde sofort luftdicht verschlossen. „Sonst breiten sich die Sporen weiter aus“, erklärt Kirchenpfleger Sebastian Klattenbacher. Um kein Risiko einzugehen, habe man gleich das gesamte Gebäude bis auf Weiteres für sämtliche Nutzungen gesperrt. „Mit ziemlicher Sicherheit würde nichts passieren“, sagt Klattenbacher. „Aber wenn doch was passiert, sind wir dran.“

So schlimm die Nachricht ist: Ganz überraschend kam sie für Pfarrer Michael Mannhardt nicht. Seit Jahren beobachte man einen Investitionsstau am Gebäude. Auch mit Wassereinbrüchen durch die undichte Bodenplatte habe man zu kämpfen gehabt. Der Schimmelbefall mit der sofortigen Sperrung des gesamten Hauses sei aber noch mal eine andere Hausnummer. „In dieser Krise müssen wir jetzt alle zusammenrücken“, sagt Mannhardt.

Einer der ersten Anrufe aus dem Pfarrbüro ging an Isolde Besel. Die stellvertretende Leiterin des BRK-Kreisverbands ist unter anderem für die Miesbacher Tafel zuständig. Und die gibt einmal pro Woche auch Lebensmittel in Hausham aus – und zwar im Pfarrheim. Das geht mit sofortiger Wirkung nicht mehr. Zu groß die Gefahr, dass der Schimmel in Kontakt mit den Lebensmitteln kommt. „Deshalb hatten wir bei der Tafel die größte Dringlichkeit“, erklärt Klattenbacher.

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Genauso schnell wie das Problem aufgetaucht war, lag auch die Lösung auf dem Tisch. Klattenbacher, früher Filialleiter der Haushamer Raiffeisenbank, fragte den Vorstandsvorsitzenden Hubert Stehr, ob die Tafel denn nicht vorübergehend in die leer stehenden Räume der Bank an der Bahnhofstraße 4 einziehen könnte. Zumindest so lange, bis der Abriss für den Neubau des Ärztehauses im Frühjahr beginnt. „Die Zusage hatte ich in fünf Minuten“, erzählt der Kirchenpfleger begeistert.

Voll des Lobes ist auch Besel. „Das ist echt super gelaufen“, sagt die Tafelleiterin. Zumindest für ein paar Monate habe man nun ein neues Quartier für Lager und Ausgabe gefunden. Schon am Mittwoch, 27. November, pünktlich um 14 Uhr öffnet die Tafel am neuen Standort ihre Türen. Damit auch wirklich alle Besucher Bescheid wissen, werde man einen Posten vor dem Pfarrheim postieren, der die Leute dann Richtung Bahnhof umleite, erklärt Besel. So unkompliziert der spontane Wechsel über die Bühne ging: Mittelfristig braucht die Tafel ein neues, festes Zuhause. Die Anforderungen sind vergleichsweise niedrig, sagt Besel. Ebenerdig und ein bisschen geschützt sollten die Räume sein, Heizung, Wasser und Toilette bräuchte man auch.

Die Pfarrei ist ebenfalls noch auf der Suche. Denn auch die anderen Nutzergruppen des Pfarrheims sind vom Schimmel ausgesperrt. Den Kirchenchor habe man immerhin im Trachtenheim untergebracht, für den Elisabethenverein klopfe man am Bürgersaal der Gemeinde an. „Wir geben Vollgas, dass wir eine für alle tragbare Lösung finden“, verspricht Klattenbacher. Im Frühjahr soll die Schimmel-Lage neu bewertet werden. Langfristig führe aber kein Weg an einem Abriss und Neubau vorbei.

Wie berichtet, hatte das Schlierseer Architekturbüro Wegmann bereits eine Planung samt Kostenberechnung im Erzbischöflichen Ordinariat München eingereicht. Doch dort liegt das Vorhaben laut Mannhardt derzeit auf Eis – aus Kostengründen. Bereits fest stehe, dass der Neubau in der bisher geplanten Form nicht finanzierbar ist. „Die Kirche muss den Gürtel enger schnallen, auch bei Neubauten“, sagt Mannhardt. Dennoch sei es schwer zu verdauen, dass die viele reingestecke Energie vorerst umsonst gewesen ist. Der Pfarrer ist aber zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird. Zumindest eines dürfte durch den Schimmel außer Frage stehen: die Dringlichkeit.

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