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Schon wieder Keime gefunden: Erneute Abkochverfügung für Trinkwasser in Hausham

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Kostbares Gut: Trinkwasser sollte nicht nur jetzt während der Dürreperiode gespart werden. Die Stadtverwaltung hat einige Tipps zusammengestellt. Regentonne gehört in den Garten
Muss abgekocht werden: Trinkwasser in Hausham (Symbolfoto). © Christin Klose/dpa

Erneut sind Keime im Haushamer Trinkwasser festgestellt worden. Die Folge: Binnen weniger Wochen ist die zweite Abkochverfügung in Kraft getreten. Erklärungsversuche gibt es mehrere.

Hausham – Die Verschnaufpause fürs Haushamer Wasserwerk währte nur kurz. Nur zwei Wochen, nachdem das Gesundheitsamt die Chlorierungsanordnung für das Leitungsnetz aufgehoben hatte, ist sie nun wieder in Kraft getreten. Und damit auch die Abkochverfügung für alle angeschlossenen Haushalte. Der Grund: Ein Speziallabor hat erneut Pseudomonaden und coliforme Keime im Trinkwasser nachgewiesen.

„Wir hängen ganz schön in den Seilen“, seufzt Rathausgeschäftsleiter Rudolf Randler auf Nachfrage unserer Zeitung. Seit dem ersten Befund Ende Juni würden die beiden Wassermeister täglich bis zu 15 Proben an verschiedenen Stellen im Gemeindegebiet nehmen, berichtet Randler. Genau diese engmaschigen Überprüfungen wertet er auch als einen möglichen Grund, warum nun erneut Keime gefunden wurden. Normalerweise würde das Wasser nur stichprobenartig und mit deutlich größeren Zeitabständen untersucht, erklärt der Geschäftsleiter.

Erklärungsversuche für erneute Keimbelastung im Trinkwasser

Nach Rücksprache mit den Experten im Labor sowie dem Gesundheitsamt hat Randler auch in Erfahrung gebracht, dass sogar die Chlorierung zu den neuen Keimfunden geführt haben könnte. So würde das Chlor den natürlichen Biofilm in den Rohren lösen, wodurch darin enthaltende Mikroorganismen in die Proben gelangen könnten. Am wahrscheinlichsten sei nach Ansicht der Spezialisten aber, dass es durch eine der zahlreichen Baustellen zu einer Verunreinigung gekommen ist. Auch das sei nicht außergewöhnlich und wäre im normalen Probebetrieb wohl gar nicht aufgefallen.

So nachvollziehbar diese Erklärungsansätze auch klingen: An den Auswirkungen aufs Wasserwerk und auf die Bürger ändern sie nichts. Wie Ende Juni müssen alle Haushalte wieder ihr Trinkwasser abkochen, bis die erforderlichen Sättigungswerte des Chlors im Netz erreicht sind. Wann das sein wird, dazu will Randler diesmal keine Prognose mehr abgeben. Wie berichtet, war die Gemeinde auf Basis von Expertenaussagen beim ersten Befund von nur wenigen Tagen ausgegangen, dann aber dauerte es doch bis zum 19. Juli, ehe das Gesundheitsamt die Verfügung aufhob. Die Chlorierung zog sich dann noch bis zum 2. August, die engmaschigen Überprüfungen sogar bis jetzt – mit bekannten Folgen.

Untersuchungen wegen Krankenhaus besonders streng

Wie Randler betont, würden die aus Hausham stammenden Proben obendrein strenger und genauer untersucht als in anderen Gemeinden, so beispielsweise auch auf besagte Pseudomonaden. Dies liege am Krankenhaus, das noch mal deutlich höhere Standards anlege. Tatsächlich etwa haben laut Robert-Koch-Institut die meisten Stämme des Bakteriums „Pseudomonas aeruginosa“ von Natur aus eine hohe Resistenz gegen Antibiotika.  

sg

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