Auch Drogen waren im Spiel

Schulden mittels Einbruch eingetrieben

Hausham - Wohnungseinbrüche werden nur in den wenigsten Fällen aufgeklärt. Ein Fall in Hausham kam jetzt doch vors Amtsgericht. Es war eine Art Racheakt. Das Urteil steht noch aus.

Wohnungseinbruchdiebstahl – so lautete die Anklage gegen einen 28-jährigen Rosenheimer und einen 19-jährigen Tölzer. Die beiden sollen im Dezember 2014 in eine Haushamer Wohnung eingebrochen sein und dabei mehrere Gegenstände entwendet haben. Der Jüngere gestand vor dem Amtsgericht in Miesbach den Vorfall weitestgehend, der Ältere stritt alles ab. Geldschulden des bestohlenen Haushamers sollen der Grund dafür gewesen sein, warum es überhaupt zum Einbruch kam.

„Es stimmt soweit alles, nur bin ich schon in Hausham gewesen“, erklärte der Tölzer. In der Anklage hieß es, die Täter seien gemeinsam zur betreffenden Wohnung gefahren. „Dann haben zwei Typen auf mich gewartet, die ich nicht kannte“, erklärte er. Die wollten die Adresse des Haushamers haben. Er gab sie ihnen, und sie fuhren zu dritt zur Wohnung des Geschädigten. Da soll laut dem Tölzer der weitere Angeklagte dazugestoßen sein. „Er stand da und hat mit den beiden Typen geredet.“ Was genau die drei besprochen haben, konnte der 19-Jährige nicht verstehen.

Ohne den Rosenheimer gingen sie dann in das Mehrfamilienhaus und klopften an die Tür des Haushamers. Doch es tat sich nichts. Kurzerhand entschlossen sich „die beiden Unbekannten“, wie der Tölzer sie nannte, die gläserne Wohnungstür einzuschlagen. „Dann ging alles ganz schnell“, berichtete er. „Ich sollte mir einen Fernseher packen und ins Auto tragen, was ich dann auch getan habe.“ Die anderen beiden entwendeten zudem eine Spielekonsole sowie zwei dazugehörige Controller und Bargeld.

Man könnte die Aktion wohl als Racheakt bezeichnen. Denn der Haushamer hatte dem 19-Jährigen noch 700 Euro geschuldet, weil dieser bei ihm Marihuana gekauft hatte, ohne dafür zu bezahlen. Der Tölzer wiederum war dem angeklagten Rosenheimer ebenfalls noch 700 Euro schuldig – auch wegen Drogengeschäften.

Als der jüngere Täter und die beiden Unbekannten die Sachen im Auto hatten, wussten sie nicht, wohin damit. Dann kam ein weiterer Rosenheimer ins Spiel. Bei dem 26-Jährigen sollten die Sachen bis auf Weiteres gelagert werden, ohne dass dieser wusste, dass es sich dabei um Diebesgut handelte. „Bei einem Telefonat haben wir mit ihm besprochen, dass wir die Sachen dort lagern“, erzählte der 19-Jährige vom Telefongespräch mit seinem Mitangeklagten.

Doch auch das Telefonat will der 28-Jährige nicht geführt haben, wie er vor Gericht aussagte. Seine Freundin gab ihm Rückendeckung. „Er war die ganze Zeit über bei mir – bis zum nächsten Morgen“, erklärte die Frau. Sie war sich sogar so sicher, dass sie einen Eid darauf ablegte: „Ich schwöre es, so wahr mir Gott helfe.“

Da noch nicht genau geklärt werden konnte, was sich in Hausham wirklich abgespielt hat, musste Amtsgerichts-Direktor Klaus-Jürgen Schmid einen neuen Verhandlungstermin ansetzen. Zu dem soll dann auch der bestohlene Haushamer erscheinen.

hph

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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