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Stolz präsentiert der Schlierseer Architekt Johannes Wegmann den Sieger-Entwurf für das neue Haushamer Pfarrheim.

Schlierseer Büro gewinnt Architektenwettbewerb

Sieger-Entwurf für Haushamer Pfarrheim steht fest

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Hausham - Das Haushamer Pfarrheim soll einem Neubau weichen. Deshalb hat das Erzbischöfliche Ordinariat München einen Architektenwettbewerb ausgerufen. Jetzt steht der Sieger-Entwurf fest.

Wo viele Nutzergruppen aufeinandertreffen, ist Sensibilität gefragt. Wer braucht wie viel Platz? Wo sind Rückzugsmöglichkeiten notwendig? Und wie lässt sich das alles in ein stimmiges Gesamtkonzept integrieren? Fragen, mit denen sich das Schlierseer Architekturbüro Wegmann in den vergangenen Monaten intensiv auseinandergesetzt hat. Der Aufwand hat sich gelohnt. Der Entwurf für das neue Haushamer Pfarrheim hat die Jury des vom Erzbischöflichen Ordinariats München ausgelobten Architektenwettbewerbs überzeugt. Aus vier eingereichten Vorschlägen kürte das Gremium, in dem auch Pfarrer Michael Mannhardt und Bürgermeister Jens Zangenfeind vertreten waren, Wegmann zum Sieger.

Dass das Ordinariat überhaupt ein so großes Projekt plant, liegt am Zustand des Altbaus an der Geißstraße. Das einstöckige Gebäude aus den 1970er-Jahren ist nicht nur optisch veraltet, sondern auch baulich marode. „Das Dach ist nicht mehr dicht, die Leitungen verrottet“, erklärt Kirchenpfleger Josef Obermeier. Weil eine Sanierung nicht viel günstiger wäre, entschied sich das Ordinariat zum Neubau. Geschätzte Kosten: 2,5 Millionen Euro. Wie viel an der Pfarrgemeinde abzüglich Zuschüsse tatsächlich hängen bleibt, lässt sich laut Wegmann erst sagen, wenn das Ordinariat sein Büro mit der Detailplanung beauftragt. „Noch ist ja nichts beschlossen“, sagt er.

Was sich großzügig gerechnet anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als knapp kalkuliert. So hat Projektleiterin Renata Petrovic bewusst auf einen teuren Keller verzichtet und stattdessen einen zweigeschossigen Baukörper mit Satteldach und 6,60 Meter Wandhöhe gezeichnet. Dieser sieht auf insgesamt 685 Quadratmetern verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten vor, die sich wiederum an den Bedürfnissen der jeweiligen Gruppen orientieren.

So sind die Jugendräume im Erdgeschoss untergebracht, mit direktem Zugang zum sonnigen Innenhof. „Die jungen Leute wollen ja auch gerne mal raus“, erklärt Wegmann. Für Feiern steht ein Partyraum zur Verfügung. Der neue Pfarrsaal befindet sich im Obergeschoss und ist mit einem Aufzug barrierefrei erreichbar. Dank der großzügigen Glasfronten, die von einer luftigen Holzschalung gegliedert werden, bietet sich laut Wegmann „ein traumhafter Rundumblick“. Im Süden auf die Berge, im Osten auf Althausham, im Norden auf die Kirche. „Es gibt keine schlechte Seite“, sagt der Architekt. Ein Foyer und Räume für Chorproben oder Bastelstunden sind ebenfalls geplant.

In die Gesamtfläche bereits eingerechnet ist ein Nebengebäude, das sich im 90-Grad-Winkel nach Westen über eine überdachte Terrasse an das neue Pfarrheim anschließt. Hier soll neben einer Heizzentrale das Lager der Miesbacher Tafel Platz finden. Und auch da war Sensibilität gefragt, erklärt Wegmann. „Nicht jeder, der auf die Tafel angewiesen ist, will durch den Haupteingang marschieren.“ Anders als im Altbau erfolgt die Anlieferung und Ausgabe künftig in jenem eingeschossigen Anbau. Diskret, aber dennoch nicht abgetrennt, wie der Architekt betont.

Der durch Pfarrheim und Nebengebäude geformte Innenhof bildet zudem den städtebaulichen Abschluss des neuen Ensembles, das sich von der Kirche über das Pfarrhaus die Geißstraße entlang zieht. Das Garagengebäude am Pfarrhaus wird abgerissen, um die vollständige Durchsicht über Grünanlagen und Innenhof zu ermöglichen. „Das wirkt aktuell noch wie ein Fremdkörper“, sagt Wegmann. Die Garagen werden an die Geißstraße versetzt – genauso wie die zehn Parkplätze für das Pfarrheim.

Weil sich das Ordinariat auch eine Wohnnutzung auf dem Areal wünscht, sieht der Entwurf ein zweieinhalbgeschossiges Gebäude mit sechs Wohnungen und 14 Stellplätzen westlich des Neubaus vor. Eine detaillierte Planung liegt hierzu laut Wegmann noch nicht vor. Der Pfarrer wird jedenfalls weiterhin an seinem angestammten Platz wohnen. Lediglich sein Freisitz fällt dem neuen Park zum Opfer. Damit er künftig nicht auf dem Präsentierteller sitzt, verspricht ihm der Architekt einen eigenen Garten. Auch das gehört für ihn zu einer sensiblen Planung dazu.

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