Trumps Chefstratege Bannon verlässt offenbar das Weiße Haus

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„Es war richtig, das Thema anzupacken“: Dieter Dorby, Redakteur beim Miesbacher Merkur. 

Zur Diskussion ums Krankenhaus Agatharied

Anonyme Briefe - und warum wir sie dennoch aufgegriffen haben

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Anonyme Briefe, die die Personalpolitik im Krankenhaus Agatharied zutiefst ankreiden, flattern in unsere Redaktion. Unser Autor Dieter Dorby erklärt, warum er sie aufgegriffen hat.

Hausham - Es war die Geschichte, die in dieser Woche wohl am meisten polarisiert hat: Am Krankenhaus Agatharied soll das Pflegepersonal seit längerer Zeit an der Belastungsgrenze sein. Von Angst vor Abmahnungen und außerordentlichen Kündigungen war die Rede. Die Quelle: zwei Briefe, die allerdings anonym abgeschickt worden waren.

Damit tut sich neben der zentralen Frage der – vielleicht sogar bewussten – Überbeanspruchung des Pflegepersonals eine zweite auf: Soll die Presse auf solche anonymen Hinweise reagieren? Oder sind nur Sachverhalte überprüfenswert, wenn die Quelle namentlich zu ihren Vorwürfen steht?

Bei den Kommentaren zu unserem Bericht auf miesbacher-merkur.de war dazu ein interessanter Standpunkt zu finden. Unter dem Pseudonym „Politiker“ äußerte sich ein namentlich ebenfalls nicht bekannter Leser: „Anonyme Briefe gehören grundsätzlich in den Papierkorb!“ Wirklich?

Aus Sicht der Geschäftsführung des Krankenhauses sicherlich. Natürlich ist es ärgerlich, wenn ein Unbekannter Vorwürfe in der Öffentlichkeit streut, den guten Ruf ankratzt und einen zwingt, Stellung zu nehmen. Auch die Möglichkeit zur Darstellung des eigenen Standpunkts kann da nicht voll befriedigen, weil ja immer etwas hängen bleibt – irgendwie. Und sei es nur bei Lesern, die den Bericht nur so halb überflogen haben.

In der Redaktion sind wir uns dieser Argumente sehr wohl bewusst. Und mehr: Wir kennen das Krankenhaus nicht nur als Journalisten. Wir waren dort als Patienten und als Angehörige. Wir schätzen das Haus und die Arbeit, die dort geleistet wird. Und trotzdem haben wir uns entschieden, diesen Hinweisen nachzugehen. Nicht weil es eine verdammt gute, reißerische Story werden könnte, sondern weil es ein verdammt wichtiges Thema ist. Ein Thema, das jeden Menschen im Landkreis betreffen kann. Weil es um unser Krankenhaus geht.

Die Vorwürfe sind hart: Sparen auf Kosten der Pflege, innere Kündigung bei Mitarbeitern sowie ein Klima der Angst vor Abmahnung und Entlassung. Das kann von drastischen Zuständen zeugen, es kann jedoch auch nur eine subjektive Wahrnehmung sein ohne Allgemeingültigkeit. Deshalb haben wir uns im Vorfeld umgehört, haben Menschen nach ihren Eindrücken befragt. Die Rückmeldungen sahen so aus: Die beschriebene Intensität fanden wir für die gesamte Klinik nicht bestätigt, jedoch wurde eine hohe Arbeitsbelastung attestiert. Das Ergebnis für uns: Zumindest in bestimmten Bereichen könnten die Vorwürfe stimmen.

Hinzu kam die zeitnahe Mitteilung von Gesundheitsamt und Klinik, das Krankenhaus sei „aufgrund einer sprunghaft angestiegenen Anzahl von Durchfallerkrankungen ... derzeit am Rande seiner Kapazitätsmöglichkeiten“. Nur noch dringende Fälle wurden behandelt – der Rest musste, wie berichtet, warten. War es wirklich nur der Noro? Oder war es vielleicht doch die Folge davon, dass schon länger die Belastungsgrenze beim Pflegepersonal erreicht ist?

Egal, zu welchem Ergebnis man kommen mag: Fakt ist, dass die Belastung des Personals in Kliniken immer ein Thema ist – ja, sein muss. Es reicht daher auch nicht für Aufsichtsgremien, sich nur beruhigen zu lassen. Es geht um hinschauen, nachfragen und über Probleme reden.

Die Reaktionen auf unseren Bericht zeigen uns, dass es richtig war, das Thema anzupacken. Argumente werden damit ausgetauscht, Bewusstsein entsteht – die Basis für konstruktive Lösungen. Die Suche nach den Urhebern der anonymen Schreiben bringt dagegen nichts. Maulkörbe verhindern vielleicht das Bekanntwerden von Problemen, aber sie lösen sie nicht.

Lesen Sie auch: Krankenhaus unter Beschuss - Das sagen unsere Leser

ddy

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