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Mitglieder der Sektion Bergbund Hausham bei einer Klettertour im Wilden Kaiser in Tirol Anfang der 1960er Jahre. Namentlich zuordnen lassen sich (v.r.) Sepp Seidl, Sepp Schmid, Fred Schwellensattel, Toni Knauer sowie Helga und Fritz Altmann (3.u.4.v.l.).

Verein blüht mit 60 Jahren so richtig auf

So schön kann Wandern sein: Haushamer Bergbund wird 70

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Wandern, das galt früher als biedere Freizeitbeschäftigung von älteren Männern in Kniebundhosen. Heute trägt man Multifunktionskleidung, vom verstaubten Image ist nichts mehr übrig.

Hausham – Wandern ist wieder in. Und zwar verdammt in. Von diesem Wandel profitiert auch der Haushamer Bergbund, dessen Mitgliederzahl auf 1000 angewachsen ist. Am Samstag feiert der Verein im Staudenhäusl sein 70-jähriges Bestehen.

Der Deutsche Alpenverein war 1947 noch verboten. So entstanden aus der katholischen Sportbewegung heraus die ersten Bergbünde. Ein Häuflein von 16 Frauen und Männern rief den Verein in Hausham ins Leben – ein bemerkenswerter Schritt vor dem Hintergrund geschlossener Grenzen, rationierter Lebensmittel und vernichteter Existenzen.

1951 traten alle Bergbünde geschlossen dem wiedergegründeten Deutschen Alpenverein bei. Auch die Haushamer gaben ihre Eigenständigkeit auf – der Sitz war nun München.

Es gab die ersten Höhepunkte im Vereinsleben. Etwa den Besuch von Helmut Buhl. Der gebürtige Innsbrucker war einer der bekanntesten Bergsteiger seiner Zeit. Als Erster bezwang er den 8125 Meter hohen Nanga Parbat. 1953 wurde zu Österreichs Sportler des Jahres gewählt.

Auch schon in den 50ern: Bergbund-Wanderer beim Totenkircherl.

Die Mitgliederzahl des Haushamer Bergbunds wuchs kontinuierlich, die Bindung zum Hauptverein wurde immer schwächer. Schließlich beschlossen die Haushamer, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, und gründeten am 2. März 1983 einen Verein mit rund 350 Mitgliedern. Seither hat sich diese Zahl fast verdreifacht. „1000 Mitglieder ist in einem Ort wie Hausham nicht schlecht“, sagt Vorsitzender Reinhard Grötzner.

Woher kommt dieses Wachstum? „Bergsteigen liegt im Trend“, sagt Grötzner. Hinzu kommt, dass die Mitgliedschaft in der Haushamer Sektion vergleichsweise billig ist. Damit sind die Haushamer für Auswärtige attraktiv, die kostengünstig die Vorzüge der Alpenvereins-Mitgliedschaft genießen wollen. Sprich: Versicherungsschutz und günstige Übernachtungsmöglichkeiten. Darüber hinaus wird den Mitgliedern viel geboten – Bergwanderungen, Bergsteigen und Skitouren gehören ebenso zum Programm wie Mountainbiketouren. Wer will, kann in der Halle oder im Freien klettern.  pr

Festprogramm

am Samstag, 20. Mai, ab 19 Uhr im Staudenhäusl Agatharied: Der leidenschaftliche Bergsteiger Hans Eichenseher (90) trägt Gedichte vor. Die Seenschiffer singen Couplets, ebenso auftreten wird die Huabaoim Musi. Die Tanzgruppe Cares wagt einen Blick in die Zukunft und zeigt in ihrer Performance, wie das Bergsteigen in 70 Jahren aussehen könnte. Der Eintritt ist frei.

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