+
Bald auch im Landkreis Miesbach verfügbar: eine Sozialcard.

Die meisten Gemeinden machen mit

Sozialcard: Das wird für Karteninhaber im Landkreis Miesbach billiger

  • schließen

Die geplante Sozialcard des Landkreises soll sozial schwächeren Menschen Ermäßigungen bringen. Die Kommunen haben nun erste Angebote vorgestellt, was billiger werden soll.

Hausham – Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) berichtete seinen Gemeinderäten auf der jüngsten Sitzung von einem Dilemma: Zwar will er einen Beitrag zur geplanten Sozialcard des Landkreises leisten. Diese sei „eine sinnvolle Sache“, weil sie sozial schwächeren Menschen durch Vergünstigungen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erleichtere. Da die Gemeinde aber kein Schwimmbad und wenige Museen habe, sei es schwer, Angebote zu suchen.

Zangenfeind und seine Verwaltung wurden dennoch fündig. Künftig bekommen Menschen mit Sozialcard die Loipen-Jahreskarte um die Hälfte billiger, informierte er die Gemeinderäte. Auch die Ferienaktion und die Kindererholungsaktion Levico werden günstiger. Die Belastung für den Haushalt: „marginal“.

Zangenfeind weiß: Die Sozialcard hilft nur, wenn sie an vielen Stellen akzeptiert wird. Das Landratsamt hatte die Kommunen deshalb gebeten, Angebote vorzuschlagen. Bis zum 29. Februar haben sie Zeit für ihre Antwort.

Die Haushamer haben ihre Antwort gegeben. Die Gemeinderäte unterstützten die Idee. Günter Ploschka (SPD) schlug vor, die Vereine nach Angeboten zu fragen. Gerade für Familien mit mehreren Kindern könnten die Mitgliedsbeiträge teuer werden. Auch das befürworteten alle.

Zur Einführung in Wolfratshausen: Ausgabe der Sozialcard gestartet

Sozialcard: Das sagen die Gemeinden

Die meisten Gemeinden unterstützen die Sozialcard. Bayrischzell werde Karteninhabern den Besuch im Schwimmbad und den Aufenthalt im Winter-Erlebnispark Tannerfeld ermäßigen, sagt Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU). Schliersee wolle den Eintritt zur Vitalwelt vergünstigen, sagt Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU). Der Miesbacher Stadtrat wird am Donnerstag über die Vorschläge der Verwaltung abstimmen. Auch Holzkirchen, Bad Wiessee, Kreuth und Rottach-Egern werden sich beteiligen.

Keine Sozialcard-Angebote wird es in Fischbachau geben. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat seine Unterstützung einstimmig verweigert, weil die Gemeinde bereits freiwillige Leistungen wie das Gratis-Bus-Ticket für Senioren anbietet. Mehr würden zu teuer. Ebenfalls ein weißer Fleck auf der Sozialcard-Landkarte bleibt Irschenberg. „Wir haben keine Möglichkeiten“, sagt Bürgermeister Klaus Meixner (CSU). Auch seiner Gemeinde fehlten Einrichtungen, die ermäßigt werden könnten. So geht es auch Warngau.

Auch die Sozialverbände suchen Sozialcard-Partner

Zeitgleich zu den Gemeinden suchen auch die Sozial- und Pfarrverbände nach Angeboten für die Sozialcard. Sie haben den Landkreis nach Ortschaften untereinander aufgeteilt und sprechen Unternehmen auf mögliche Vergünstigungen an.

Der Rücklauf sei zäh, sagt Andrea Schneider von der Caritas Miesbach. Einige Unternehmen seien an so vielen Rabattprogrammen beteiligt, dass sie alle neuen Angebote ablehnen. Für Weyarn, Bad Wiessee und Rottach-Egern habe die Caritas erst zwei positive Rückmeldungen.

Das BRK wird für die Sozialcard derweil seine eigenen Angebote vergünstigen. Der Kleiderladen solle für Karteninhaber nur die Hälfte kosten, sagt Kreisgeschäftsführer Robert Kießling. Auch die neue vhs Oberland wird wohl einen Rabatt für Sozialcard-Besitzer anbieten.

Keine Rabatte wird es bei der BOB und den Gebühren des Landratsamtes geben. Feste Tarife und Gebührenordnungen machten dies unmöglich, schreibt Landratsamt-Pressesprecher Birger Nemitz an unsere Zeitung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Miesbach: Landratsamt wehrt sich gegen Verschwörungstheorien
Der Landkreis Miesbach steht wegen des Coronavirus weitgehend still. Alle News hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Landratsamt wehrt sich gegen Verschwörungstheorien
Miesbacher Wassergeist will Starkbierfest die Treue halten
Die Premiere des Wassergeistes vom Miesbach alias Nikolaus Ruml ist bekanntermaßen ins Wasser gefallen. Wegen des Coronavirus musste – wie berichtet – der …
Miesbacher Wassergeist will Starkbierfest die Treue halten
WC am Schliersee wegen Corona-Krise zu - Spaziergänger sauer: „Dann gehen wir ins Gebüsch“
Wegen des Coronavirus ist die öffentliche Toilette in der Vitalwelt Schliersee am Wochenende zu. Eine Familie musste nun ins Gebüsch ausweichen - und ist sauer.
WC am Schliersee wegen Corona-Krise zu - Spaziergänger sauer: „Dann gehen wir ins Gebüsch“
Trotz Gottesdienstverbot wegen Corona: Mesner wollen Kirchen schmücken
Ostern ohne Gottesdienst: Braucht es dann überhaupt Blumen in der Kirche? Der Bayrischzeller Mesner Ludwig Bleier und seine Frau Traudi sagen: auf jeden Fall! 
Trotz Gottesdienstverbot wegen Corona: Mesner wollen Kirchen schmücken

Kommentare