Jetzt auch offiziell Teil der Ortsentwicklung: der Haushamer Förderturm.v
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Jetzt auch offiziell Teil der Ortsentwicklung: der Haushamer Förderturm.

Sanierungsgebiet aktualisiert und erweitert

„Städtebauliche Missstände“: Hausham schreibt Ortsentwicklung aus 1991 fort

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Vor 30 Jahren ist die Gemeinde Hausham in die Ortsentwicklung eingestiegen. Doch noch immer sind viele Mängel nicht beseitigt. Jetzt wird die Satzung aktualisiert - und erweitert.

Hausham – Ein gespiegeltes „C“ zwischen Bahngleis und Haushamer Alm: Ziemlich eng gefasst wurde die Haushamer Ortsmitte 1991. Das geht aus der Satzung „zur Festlegung eines Sanierungsgebietes“ hervor, die der Gemeinderat unter dem damaligen Bürgermeister Arnfried Färber beschlossen hatte. Mit dem Ziel, das 19,3 Hektar umfassende „Untersuchungsgebiet“ zu verbessern und umgestalten. Die Diagnose des Ist-Zustands liest sich dabei wenig schmeichelhaft: „Im beschriebenen Gebiet liegen städtebauliche Missstände vor“, heißt es in der Satzung.

Die schonungslose Analyse sollte der Gemeinde in den Jahren darauf allerdings zum Vorteil gereichen, erklärte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) nun dem aktuellen Gemeinderat. So sei die Satzung Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Zuschüssen zur Städtebauförderung und räume der Gemeinde bei Grundstücksveräußerungen im Gebiet ein Vorkaufsrecht ein. Weil der Gesetzgeber 2007 eine Frist zur Umsetzung der in der Satzung festgelegten Sanierungsziele binnen 15 Jahren eingeführt habe, müsse man diese nun zum 31. Dezember 2021 aufheben – oder entsprechend fortschreiben.

Etliche Mängel noch nicht behoben

Letzteres empfahl Zangenfeind den Gemeinderäten. So seien etliche der bereits 1991 diagnostizierten Mängel – vor allem an öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen – nach wie vor nicht behoben. Einfach nur verlängern sollte man die Satzung aber nicht, erklärte der Rathauschef. „Nach 30 Jahren ist davon auszugehen, dass die damals gesetzten Ziele der Sanierung nicht mehr aktuell sind.“ Insbesondere der Umgriff des Gebiets müsse erweitert werden, um unter anderem den Erkenntnissen aus dem 2017 beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) auf Basis des Projekts „Soziale Stadt“ im Bereich Auerberg-/Nagelbachstraße Rechnung zu tragen.

Beim Blick auf die aktualisierte Karte zeigt sich, dass sich das „C“ von 1991 deutlich aufgeplustert hat. Statt dem eingezogenen Bauch hat es nun auch die Haushamer Alm geschluckt und sich zudem auch östlich des Bahngleises breitgemacht. Damit ist nun auch das Areal um den Förderturm integriert.

Arbeiten am ISEK laufen weiter

Die Arbeiten am ISEK würden derzeit nur im Hintergrund und damit an den Schreibtischen des beauftragten Stadtentwicklungsbüros Dragomir in München weiterlaufen, berichtete Zangenfeind. „Öffentliche Veranstaltungen sind wegen Corona ja nicht möglich“, erklärte Zangenfeind. Damit sei auch die Bürgerbeteiligung seit dem Info-Stand bei der Eröffnung des neuen Haushamer Rathauses im Herbst 2019 zum Erliegen gekommen. Zangenfeind versicherte aber, dass die Planung, die unter anderem ein Verkehrskonzept inklusive Parkleitsystem beinhaltet, weiterlaufe. Sobald möglich, würden die Bürger wieder stärker eingebunden.

Die Gemeinderäte fällten den Beschluss zur Fortschreibung der Satzung bis 2036 einstimmig. Allerdings mussten sie die Hände zwei Mal haben, weil Zangenfeind zuerst unabsichtlich eine minimal veränderte Formulierung vorgelesen hatte. „Dann sage ich eben das Gleiche noch mal, nur mit anderen Worten“, meinte der Rathauschef und fügte seufzend an: „Das Förderrecht ist eben ganz schön komplex.“ Jeder kleine Fehler könnte bewirken, dass beantragte Mittel nicht fließen würden.

sg

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