Auseinandersetzung mit Folgen

Streit in Asylunterkunft: Mann zerschlägt Stock auf Schädel von Mitbewohner

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In einer Flüchtlingsunterkunft in Zolling (Kreis Freising) soll ein in Hausham lebender Somali einem Syrer (23) einen Stock auf dem Schädel zerschlagen haben. Das hat Folgen.

Hausham – Tatsächlich war im Prozess von mehreren Vorfällen die Rede. Zumindest ein weiteres Mal soll der Somali, der seit drei Jahren im Land lebt, handgreiflich geworden sein. Und was sein Alter betrifft, war sich Richterin Tanja Weihönig nicht wirklich sicher. In den Akten seien mehrere Geburtsdaten verzeichnet. Ein Polizeibeamter berichtete später von „sechs Alias-Namen“.

Aktenkundig ist der Somali wegen Drogen, Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Dem Verletzten attestierte der Beamte „Striemen am Rücken“ und eine „wirklich große Beule am Kopf“.

In der Tat scheint den Somali ein Aggressionsproblem zu plagen. Vor Gericht legte er sich mit dem Dolmetscher auf anscheinend beleidigende Weise an. Der vereidigte und vom Gericht nicht zum ersten Mal angeforderte Dolmetscher soll zu seinem Nachteil übersetzt haben, sagte der Angeklagte. Er könne seine Dinge selbst regeln, rief er der Richterin daraufhin zu: „Und sollten Sie mich verurteilen, dann bringe ich mich um!“

Zur Tat: Am 11. Juni dieses Jahres, kurz nach Mittag, schlug der Angeklagte dem Syrer mit dem Stock auf Kopf und Rücken. Den zerbrochenen Stecken soll seine Frau vor Eintreffen der Polizei vom Balkon geworfen haben. Laut dem Syrer habe sie dem Täter den Stock sogar gereicht. Das Opfer sagte aus: Nicht mal im Krieg sei er derart geschlagen worden. Sein Freund (17) erzählte dem Gericht, in den Augen des Somali irgendwas gesehen zu haben, „was mir Angst machte“.

Die Rolle der Ehefrau, bei der der Sohn des Angeklagten lebt, wurde nicht klar. Seinen Grant führte der Somali darauf zurück, nicht in derselben Unterkunft wie sie leben zu dürfen. Ob es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Paar kam, blieb offen. Den Angriff auf den Syrer jedenfalls erklärte er mit einer Unhöflichkeit des 23-Jährigen, der seine Frau geschubst haben soll. Es war nicht das erste Mal, dass der Somalier unangenehm aufgefallen ist. Im Bad soll der Syrer ihn mit einem Handtuch auf den Kopf geschlagen haben. Der Angeklagte warf nun dem 23-Jährigen „Aggressionsprobleme“ vor. Er habe sich bei dem Syrer beklagt. Der aber habe die Ruhe bewahrt. „Da verlor ich die Kontrolle.“ Obwohl der Syrer deutlich kräftiger wirkt, griff sich der Somali eine Holzlatte und schlug auf ihn ein. „Ich war so wütend“, sagte er, verpflichtet, seine Ehre zu retten. Außerdem habe ihm der Kopf wehgetan. Der Syrer sei nun zum nächsten Telefon geeilt. „Ich wollte, dass Du mich schlägst“, soll er ihn verhöhnt haben. Der Angeklagte räumte ein, überreagiert zu haben. In jedem Fall habe ihn der Syrer erneut wie einen Trottel aussehen lassen. Angeblich soll der 23-Jährige ihn schon öfter provoziert haben. Dass er sich selbst nicht an die Polizei wandte, begründete er mit schlechten Erfahrungen aus der Heimat. Zudem hätten es Beamte auch hierzulande versäumt, ihm Gerechtigkeit angedeihen zu lassen.

Der Somali beschwor, ein „guter Mensch“ zu sein. Er sei nicht nach Deutschland gekommen, „um Leute zu schlagen“. Warum er es dennoch immer wieder tue? Das Argument der Trennung von der Frau zumindest wies Schwächen auf. Erst seit zwei Monaten ist es ihm nach eigener Aussage untersagt, die Frau zu sehen.

Richterin Weihönig beließ es bei sieben Monaten Haft auf Bewährung – ein Monat über der Mindeststrafe – und ordnete außerdem Anti-Aggressionstraining an. Irgendwann sollte auch mal jemand klären, welches Geburtsdatum das richtige ist, meinte sie. Über Anhaltspunkte, dass der Mann verschiedene Identitäten hat, verfügt die Polizei nicht. Was die Suiziddrohung betraf, davon wollte der Somali nichts mehr wissen. Andernfalls hätte Weihönig entsprechende Maßnahmen veranlassen müssen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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