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Mit guten Ideen und viel Spielfreude haben die Schlierachtaler Trachtler eine gelungene Premiere ihrer Version des „Wildschütz Jennerwein“ hingelegt.

Wilderer-Posse

Schlierachtaler Trachtler geben dem Wildschütz neuen Schwung

Hausham - Einen kurzweiligen Komödienabend boten die Schlierachtaler ihrem Publikum nun im Haushamer Glück-Auf-Saal. 

„Es war ein Schütz in seinen besten Jah-ahren…“ Die erste Strophe des Volkslieds „Wildschütz Jennerwein“ war schon auf vielen Bühnen zu hören. Da stellt sich die Frage: Wiederholt sich die Geschichte vom Wilderer und Weiberheld und seinem Widersacher und Mörder Johann Pföderl auch bei der Premiere der Schlierachtaler Trachtler in bekannter Weise? Die Antwort: Nein. Georg Maier hat in seinem Jennerwein-Dreiakter eine Geschichte um die Geschichte herumgebaut.

Der Jäger Röderl und der Hallodri Dennerlein sind sich schon vor dem Einstudieren durch den Wirt Nepomuk Hupfauf spinnefeind. Während der „Theaterproben“ scheinen die Zwistigkeiten der beiden Hauptfiguren denen im persönlichen Bereich der Darsteller zu gleichen. Bei der flott inszenierten Wilderer-Posse auf und vor der Bühne des Alpengasthofs Glück Auf in Hausham führte der Kunstgriff mit dem Theaterstück innerhalb des Geschehens zu vielen witzigen Wendungen, die der Spielfreude der sechs Akteure sichtbar gelegen kamen.

Als ungehobelter Unsympath Röderl ließ Sepp Stoib lustvoll die Sau raus, um den Dennerlein daran zu hindern, zum Todestag am 6. November wieder mal ein Stück Wild an Jennerweins Grabkreuz zu hängen. Den echten und den darzustellenden Wilderer gab überzeugend Thomas Leidgschwendner mit ebenso liebenswürdiger wie durchtriebener Dreistigkeit – zum Gaudium des Publikums zeitweise bis zum gut gebräunten und wohlgeformten Oberkörper entblättert.

Die gar nicht so brave Klosterangestellte und Dennerlein-Komplizin Agerl stattete Carolin Schmid mit Witz, Herz und Charme aus. Sie war es auch, die das Stück als Spielleiterin temperamentvoll und einfallsreich in Szene gesetzt hatte. Herrlich kämpfte an den vielen Fronten zwischen Theaterregie, freibiersüchtigem Gesangverein und streitenden Schauspielern Rupert Gerold in der Rolle des umtriebigen Wirtes Nepomuk Hupfauf. Wunderbar beherzt und aufsässig zugleich unterstützte ihn dabei die „Kropflechnerin“ Marion Walleitner als Köchin, Theaterassistentin und ausgebremste Ratschn mit köstlicher Mimik und vergnüglichen Selbstgesprächen. Hinreißend atemlos und geschäftig wuselte dazwischen Barbara Stoib als Küchenhilfe Steff auf den Stufen vor der Bühne und oben auf den Brettern herum.

Auch das Publikum füllte artig seine Rolle aus: Zur Begleitung der Unterleiten-Musi gab es als Gesangverein „Die Stimmgabler“ lautstark und hingebungsvoll die ersten Strophen der bekannten Ballade vom Wildschütz Jennerwein zum Besten.

Der prächtigen Laune im Glück Auf-Saal taten die kleinen Pannen in der Bühnentechnik keinen Abbruch, zumal Carolin Schmid versicherte: „Bei der Generalprobe hat alles tadellos geklappt.“ Die Zuschauer dankten den Schlierachtalern mit reichlich Applaus für einen kurzweiligen Komödienabend.

Weitere Vorstellungen:

der Wilderer-Posse „Das Lied vom Wildschütz Jennerwein“ zeigen die Schlierachtaler am Samstag, 29. Oktober, Montag, 31. Oktober, und Dienstag, 1. November, im Glück-Auf-Saal in Hausham. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr.

Gudula Beyse

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