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Trinkwasser in Hausham: Abkochverfügung aufgehoben - Chlorierung läuft weiter

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Von: Stephen Hank, Christian Masengarb, Sebastian Grauvogl

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Teures Gut: 3,88 Euro kostet der Kubikmeter Wasser in Icking – statt zuvor 1,43 Euro.
Leitungswasser kann in Hausham wieder aus dem Hahn getrunken werden. Ein leichter Chlorgeschmack ist aber zu erwarten. © Roland Weihrauch/DPA

Im Haushamer Trinkwassernetz wurden Keime festgestellt. Mittlerweile wurde die Abkochverfügung wieder aufgehoben. Die Chlorierung läuft aber noch weiter.

Update Dienstag, 19. Juli, 18 Uhr: Abkochverfügung aufgehoben - Chlorierung läuft weiter

Fast drei Wochen lang mussten die Haushamer auf frisches Leitungswasser direkt aus dem Hahn verzichten. Seit dem 30. Juni galt eine Abkochverfügung des Gesundheitsamtes, weil in einer Probe Pseudomonaden und coliforme Keime festgestellt wurden (wir berichteten). Gestern Früh konnte die Gemeinde endlich Entwarnung geben. Laut Mitteilung des Landratsamtes habe das nach dem Befund umgehend ins Leitungsnetz eingeleitete Chlor die vorgeschriebenen Sättigungswerte erreicht.

Wie berichtet, war Bürgermeister Jens Zangenfeind ursprünglich davon ausgegangen, dass die Bürger nur einige wenige Tage lang das Trinkwasser abkochen müssen. Tatsächlich habe es aber doch einiges an Zeit in Anspruch genommen, bis das Chlor an jedem Wasserhahn in den rund 4000 angeschlossenen Haushalten angekommen sei. Als möglichen Grund nennt Zangenfeind, dass allein die Bekanntmachung der Abkochverfügung dafür gesorgt habe, dass die Leute vermehrt auf Leitungswasser verzichtet haben. Somit habe sich das Chlor langsamer verteilt als gedacht. Um den Kreislauf etwas in Schwung zu bringen, habe die Gemeinde zwischenzeitlich sogar ein paar Hydranten aufgedreht.

Pro Tag hätten die drei Mitarbeiter im Wasserwerk zehn Proben an verschiedenen Messpunkten entnommen und seien 24 Stunden in Rufbereitschaft gewesen. Einige Wasserrohrbrüche hätten sie noch zusätzlich belastet. Umso größer sei nun die Erleichterung, dass die Chlorierung nun Erfolg hatte. Auch wenn zu keiner Zeit Gefahr für die Gesundheit der Bürger bestanden habe: „Jeder sollte vollstes Vertrauen in unser Trinkwasser haben können“, betont der Bürgermeister.

Die Chlorierung läuft laut Geschäftsleiter Rudi Randler vorerst noch bis Ende dieser Woche. Am Freitag würden nochmals Proben entnommen. Sind die keimfrei, könne man auch diese Maßnahme beenden.

Update Freitag, 8. Juli, 10.35 Uhr: Abkochverfügung gilt weiter - Aufhebung frühestens Montag

Die Abkochverfügung für das Trinkwasser in Hausham besteht weiterhin. Wie die Gemeinde mitteilt, wurde die Chlorung des Wassers in der vergangenen Woche umgehend eingeleitet. Es werden täglich an mehreren Messstellen im Gemeindegebiet Wasserproben genommen und überprüft. Die Gemeinde arbeite gemeinsam mit dem Wasserwerk Hausham sowie dem Gesundheitsamt Miesbach an einer schnellen Lösung.

Wie berichtet, gilt die Abkochverfügung seit Donnerstag vergangener Woche. Nachdem Routineuntersuchungen des Haushamer Trinkwassernetzes Pseudomonaden und coliforme Keime festgestellt hatten, hatte das Gesundheitsamt die Chlorierung des Trinkwassers angeordnet. Diese muss durchgeführt werden, bis die Ursache der Verunreinigung geklärt und beseitigt wurde.

Die Entwarnung könnte bevorstehen: Das Haushamer Wasser müsse nach Erreichen der notwendigen Chlorwerte drei Tage lang keimfrei sein, erklärt Rathaus-Geschäftsführer Rudi Randler auf Nachfrage. Am Freitag habe das Wasser die Chlorwerte den zweiten Tag in Folge erreicht, wodurch alle Keime fast sicher ebenfalls seit zwei Tagen abgetötet seien. Samstag sei wahrscheinlich der dritte keimfreie Tag. Weil die Auswertung der Proben zwei Tage dauert, dürfte die Entwarnung im Laufe des Montags folgen.

Bis Gemeinde und Gesundheitsamt offiziell Entwarnung geben, sind weiterhin alle Bürger aufgerufen, das Trinkwasser abzukochen. Dies gilt auch für Wasser, dass für die Zubereitung von Speisen verwendet wird, und für Wasser zur Behandlung von Lebensmitteln. Die Gemeinde wird die Bürger informieren, sobald die Abkochverfügung außer Kraft tritt. Bis dahin bittet sie die Haushamer, Nachbarn über die Abkochverfügung zu informieren.

Eine Gefährdung der Patienten oder Mitarbeiter im Krankenhaus und der Bewohner Haushams schließt die Gemeinde weiter aus.

Update Freitag, 1. Juli, 16.30 Uhr:

Keime in der Wasserleitung beim Krankenhaus Agatharied: Die Nachricht, die die Gemeinde Hausham am Donnerstagnachmittag absetzte, ließ erst mal aufhorchen. Dass sich dennoch niemand Sorgen um seine Gesundheit machen muss, versicherten danach aber nicht nur der Bürgermeister, sondern auch die Pressesprecherin des Kreisklinikums. Und in ein paar Tagen solle der Spuk dann ohnehin wieder vorbei sein.

Wie berichtet, wurden bei einer routinemäßigen Trinkwasserprobe am Übergabepunkt am Krankenhaus Agatharied sogenannte Pseudomonaden und coliforme Keime festgestellt. Die Gemeinde informierte nach Bekanntwerden des Laborergebnisses umgehend das Gesundheitsamt, das dann die Chlorierung im Leitungsnetz anordnete und eine Abkochverfügung für alle angeschlossenen Haushalte erließ. Das Rathaus habe die Bürger sowie sämtliche kommunalen Einrichtungen wie Schule, Kitas und eben das Krankenhaus über alle verfügbaren Kanäle informiert, betonte Kämmerer Martin Reisberger in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend.

Ein unschönes Ereignis, teilte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) mit. Das könne allerdings immer wieder mal auftreten, wie zuletzt um Weihnachten 2017. Grund zur Besorgnis gebe es jedoch nicht, betonte Zangenfeind. Letztlich handle es sich bei der Chlorierung und Abkochverfügung um Vorsichtsmaßnahmen. Sobald sich das Chlor im gesamten Leitungsnetz verteilt habe, was wohl nur zwei bis drei Tage dauern werde, sei das Wasser wieder keimfrei.

Beim Wasserwerk läuft derweil die Suche nach der Ursache der Verunreinigung auf Hochtouren. Während das Wasser laut Wassermeister Anton Maier nur ein Mal pro Halbjahr untersucht werde, nehme man nun täglich mehrere Proben an unterschiedlichen Punkten im Netz und lasse diese im Labor analysieren. Das Chlor werde derweil direkt im Wasserwerk in der Haidmühl eingeleitet, um sich dann in allen Leitungen im gesamten Gemeindebereich zu verteilen.

Entspannt bleibt man derweil auch im Krankenhaus. Wie Sprecherin Melanie Speicher mitteilt, gelten hier immer höchste Hygienestandards. „Was gegen Krankenhauskeime hilft, bekämpft auch Keime im Trinkwasser“, sagt sie. Die Patienten würden dennoch von den Schwestern über die aktuelle Situation informiert. Sie bekämen aber ohnehin Mineralwasser aus Flaschen zu trinken, weshalb der Gang mit dem Glas zum Wasserhahn nicht notwendig sei.

Der Chlorgeruch, der in den kommenden Tagen beim Zähneputzen zu erwarten ist, ist laut Zangenfeind zwar für viele Bürger ungewohnt, aber ebenfalls kein Anlass für Beunruhigung. „In manchen Urlaubsländern ist das immer so.“

Erstmeldung Donnerstag, 30. Juni, 17.30 Uhr:

Hausham – Bei routinemäßigen Untersuchungen des Wassers im Trinkwassernetz der Gemeinde Hausham und im Krankenhaus Agatharied wurden Pseudomonaden und coliforme Keime festgestellt. Das teilte die Gemeinde am Donnerstagnachmittag mit. Wie die Keime ins Trinkwasser gelangt sind, ist bisher unklar und wird schnellstmöglich untersucht.

Wasser wird chloriert ‒ aber das dauert

Zum Schutz der Bewohner Haushams und der Patienten im Krankenhaus wurden umgehend Maßnahmen eingeleitet. Die Chlorierung des Trinkwassers wurde am Nachmittag eingeleitet. Bis eine ausreichende Konzentration im Trinkwasser erreicht ist, tritt als Vorsichtsmaßnahme zusätzlich eine Abkoch-Verfügung in Kraft: Alle Haushalte der Gemeinde Hausham einschließlich des Krankenhauses werden gebeten, Leitungswasser vorsorglich abzukochen.

Gefährdung von Patienten und Bürgern ausgeschlossen

Die Chlorierung muss so lange durchgeführt werden, bis die Ursache der Verunreinigung geklärt und beseitigt werden konnte. Im Krankenhaus Agatharied wurden darüber hinaus zusätzliche Vorsorgemaßnahmen ergriffen. Eine Gefährdung der Patienten oder Mitarbeiter im Krankenhaus und der Bewohner Haushams kann dadurch ausgeschlossen werden. Bürger werden gebeten, Nachbarn über die Abkochverfügung zu informieren.

sg/sh

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