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Gegenbesuch: Schüler der Montessorischule Hausham werkeln zusammen mit Schülern der Übergangsklasse an der Grund- und Mittelschule Hausham.

Übergangsklasse an der Haushamer Schule

Vom Analphabeten bis zum Gymnasiasten

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Hausham - Das Modell der Übergangsklasse an der Grund- und Mittelschule Hausham hat sich bewährt. Seit Anfang des Schuljahres werden dort ausländische Schüler fit gemacht für den normalen Unterricht.

Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen: Dieser oft zitierte Grundsatz sieht bei der Übergangsklasse der Haushamer Grund- und Mittelschule etwas anders aus. Dort wird für die Schule gelernt – nämlich um den Sprung in die Regelklassen zu schaffen.

Seit Dezember ist die Klasse mit 20 Schülern im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren voll besetzt. Die Jugendlichen stammen aus Familien mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Ihr Ziel: vor allem Deutsch lernen. Das Konzept habe sich bestens bewährt, erklärt Schulleiter Markus Rewitzer: „Es gibt eigentlich nur Gewinner.“ Schulbildung sei wichtig, „aber wenn die Schüler die Sprache nicht beherrschen, laufen sie hinterher“.

Um nicht abgehängt zu werden, haben sie in der sogenannten Ü-Klasse die Chance, gezielt gefördert zu werden. 50 Prozent von ihnen sind Flüchtlinge. Das Spektrum sei breit gefächert, sagt Rewitzer: „Wir haben Analphabeten, aber auch Gymnasiasten aus Syrien.“ In der Ü-Klasse sind alle gleich, trotz Unterschieden bei Alter, Herkunft, Religion und Wissensstand. Die Jugendlichen kommen aus Eritrea, Irak, Afghanistan, Syrien, Türkei, Somalia, Bulgarien, Ungarn, Tschechien, Kroatien, Polen, Mazedonien und Rumänien – und sie wollen alle Deutsch lernen.

Um den Kindern nicht nur die Sprache, sondern auch ein kulturelles Verständnis zu vermitteln, gehört es zum Unterricht, Kontakte zu knüpfen. So besuchte die Klasse vor Weihnachten die benachbarte Montessorischule, die nun zum Gegenbesuch kam. Sich gegenseitig austauschen, gemeinsam in den Bereichen Musik, Technik und Soziales zu arbeiten und sich dabei kennenzulernen, waren die Ziele. „Wir wollen Gelegenheit geben zum Reden“, sagt Rewitzer. Weitere Kennenlern-Aktionen sind geplant.

Haushams Ü-Klasse ist die einzige im Landkreis. Die Schüler kommen aus dem Holzkirchner Raum, dem Tegernseer Tal und dem Schlierach-/Leitzachtal. Mit Maria Prehm hat die Schule zudem eine Kollegin gefunden, die sich für diese andere Art des Unterrichts engagieren will. Das ist auch notwendig, bestätigt der Schulleiter: „Es bringt nichts, einen Kollegen zwangszuverpflichten.“

Dass gerade in Hausham die erste Ü-Klasse unterrichtet wird, hat mehrere Gründe. Hilfreich sind die zentrale Lage und eine gewisse Offenheit im Umgang mit fremden Kulturen. Zudem kannte Rewitzer das Modell von Münchner Schulen. Bei der Einführung sei die Offenheit groß gewesen – das Chancenpotenzial wurde erkannt. Mittlerweile nähmen andere Schulen mit Hausham Kontakt auf, wenn sie Schüler haben, die eine solche Förderung brauchen. Und auch die Lehrkraft ist nicht zuletzt wegen ihrer einschlägigen Schulung eine kompetente Ansprechpartnerin.

Im Sommer will die Schule eine zweite Ü-Klasse anbieten. „Das Modell ist auf zwei Jahre angelegt“, erklärt Rewitzer. Idealerweise sollte zum neuen Schuljahr die nächste Klasse starten. Der Erfolg dafür sei da. So wechseln drei Schüler zum Zwischenzeugnis aufs Gymnasium, lernen für die Schule und die Chance auf Bildung. Und das wird auch gedankt, wie Rewitzer erzählt: „Als die Lehrerin Geburtstag hatte, bekamen das ihre Schüler heraus und haben für sie ein kleines Fest organisiert. Die Kollegin war total gerührt.“ Es gehe eben nicht nur darum, Bildung zu vermitteln, sagt der Schulleiter. „Sie freuen sich, wenn sie angenommen werden.“

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