Sascha Privitera (Grüne), Hausham
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Sascha Privitera (Grüne) wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Sascha Privitera (Grüne) weist Vorwürfe von Josef Schaftari (CSU) zurück

„Üble Nachrede“: Erneut Zoff im Haushamer Gemeinderat - Gespräch soll helfen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Teil zwei des Schlagabtausches im Haushamer Gemeinderat: Sascha Privitera (Grüne) wehrte sich gegen die Vorwürfe von Josef Schaftari (CSU) . Helfen soll jetzt ein Gespräch.

Hausham – An seinen exakten Wortlaut konnte sich Sascha Privitera (Grüne) nicht erinnern. Deshalb hatte das neue Haushamer Gemeinderatsmitglied bei der ersten Sitzung des neuen Gremiums angekündigt, den Vorwurf von Vize-Bürgermeister Josef Schaftari (CSU), er habe die damaligen Gemeinderäte bei einer der Infoveranstaltungen zum geplanten Baugebiet Abwinkl als „abgeschmiert“ bezeichnet, erst prüfen zu wollen. Sollte die Bemerkung wirklich gefallen sein, werde er sich dafür entschuldigen, so Privitera. Dazu kam es am Montagabend aber nicht. Im Gegenteil: Privitera forderte Schaftari auf, seine Behauptung öffentlich richtigzustellen. Sonst werde er Strafanzeige wegen übler Nachrede stellen.

Josef Schaftari (CSU), Vize-Bürgermeister von Hausham.

Wie Schaftari bei der Sitzung Anfang Mai hatte nun Privitera eine Stellungnahme vorbereitet. Und diesmal war er es, der fragte, ob sein Gegenüber bei seiner getätigten Aussage bleibe. Schaftari nickte. Er habe nicht als einziger das Wort „abgeschmiert“ gehört. Wie berichtet, hatten dies bei der betreffenden Sitzung mehrere Gemeinderäte so bestätigt.

Privitera wies diese Unterstellungen nun klar zurück. „Der Ausdruck ,abgeschmiert‘ ist nicht Teil meines Wortschatzes“, machte er deutlich. Dies belege unter anderem eine Audio-Aufzeichnung der betreffenden Versammlung, die er kürzlich in seinem Briefkasten vorgefunden habe – von einem anonymen Absender. Und selbst wenn die Äußerung so gefallen wäre: Sie sei nicht gleichbedeutend mit dem Vorwurf der Bestechlichkeit und erfülle, anders als von Schaftari behauptet, auch nicht den Straftatbestand einer Beleidigung.

Vielmehr sei es der Zweite Bürgermeister selbst, der sich mit seinen öffentlichen Anschuldigungen Privitera gegenüber strafbar gemacht habe. „Das hat mir, meiner Familie und meiner Fraktion großen Schaden zugefügt“, sagte Privitera. Während er mit einer Entschuldigung der anderen Gemeinderäte leben könne, erwarte er von Schaftari eine Richtigstellung des Sachverhalts, die auch so in den Medien erscheinen solle. „Sonst behalte ich mir eine Strafanzeige vor“, machte Privitera klar.

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) war es sichtlich zuwider, dass der Konflikt zum wiederholten Mal auf diese Weise ausgetragen wird. „Ich weiß nicht, ob das eine gute Basis für eine Zusammenarbeit im neuen Gemeinderat ist“, sagte er. Man sollte sich die Kraft lieber für die vielen wichtigen Projekte aufsparen und nicht in gegenseitige Vorwürfe „abdriften“. Um den Streit zu beenden, lud Zangenfeind Privitera und Schaftari zu einem klärenden Gespräch zu sich ins Rathaus ein. „Danach können sich alle Beteiligten die Hand geben und den Schmarrn gut sein lassen. So macht man das normalerweise in Hausham.“

Die beiden Streithähne sagten ihre Teilnahme zu. Auf die Frage des Rathauschefs, warum er denn nicht vor der Sitzung das Gespräch gesucht habe, spielte Privitera den Ball in Richtung Schaftari: „Wenn er damals zu mir gekommen wäre, dann wäre der Schmarrn gar nicht erst losgegangen.“

Zangenfeind versuchte, die Diskussion mit einem positiven Aspekt zu beenden: „Es ist gut, dass der Ärger jetzt rausgekommen ist“, sagte er. Wenn ihn jeder stillschweigend mit sich herumgetragen hätte, wäre er eben irgendwann anders herausgeplatzt. „Und meistens passiert das dann, wenn es noch viel weniger passt.“

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