Im Fokus steht die Ebnung des Bahnhofsvorplatzes. Nahe der Raiffeisenbank (hinten l.) sollen deshalb Sitzstufen geschaffen werden, um das Gefälle abzufangen. Der Brunnen (vorne l.) wird ersetzt oder entfernt.
+
Im Fokus steht die Ebnung des Bahnhofsvorplatzes. Nahe der Raiffeisenbank (hinten l.) sollen deshalb Sitzstufen geschaffen werden, um das Gefälle abzufangen. Der Brunnen (vorne l.) wird ersetzt oder entfernt.

Gemeinderatssitzung

„Kosmetische Behandlung“ für Haushamer Bahnhofsvorplatz: Grünes Licht für große Pläne

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
    schließen

„Unattraktiv“ oder „verbesserungswürdig“: Architekten und Rathaus verwenden verschiedene Worte für den Bahnhofsvorplatz Hausham. Einig sind sie indes darin, dass das Areal umgestaltet werden soll.

Hausham – „Warum soll man den Bahnhofsvorplatz in Hausham verändern?“ Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) hat diese Frage in der jüngsten Gemeinderatssitzung aufgeworfen – und lieferte sogleich zahlreiche Antworten und Gründe, weshalb eine „kosmetische Behandlung“ des Areals in seinen Augen sinnvoll wäre: „Der Bahnhof ist die Visitenkarte von Hausham“, fasste der Bürgermeister seinen Vortrag zusammen. Der Platz habe es verdient, aufgewertet zu werden. Wie berichtet plant die Gemeindeverwaltung eine Umgestaltung des Vorplatzes, der künftig auch Flächen des neuen Ärztezentrums einbinden soll.

Noch deutlicher als der Rathauschef wurde Markus Türk. Der zur Vorstellung seiner Pläne eingeladene Landschaftsarchitekt zeichnete ein düsteres Bild: „Fehlende Aufenthaltsqualität“ attestierte er dem 740 Quadratmeter großem Areal etwa. Auch würden die Bäume keine Raumbildung schaffen, Grünflächen seien ungenutzt, Barrierefreiheit nicht vorhanden und der Brunnen „unattraktiv“.

Vorplatz soll sich an den Raumkanten der Häuser orientieren: Einbindung der Schlierseer Straße möglich

Alles sei jedoch nicht schlecht: „Die Raumkanten des Bahnhofsvorplatzes sind durch die Architektur bereits vorgegeben“, sagte Türk. Anders gesagt: Der Platz bietet räumlich wesentlich mehr Potenzial, als bisher herausgeholt wird. Daran will neben Türk auch Sepp Schreder vom gleichnamigen Ingenieurbüro ansetzen. Vorstellbar wäre etwa eine Einbindung der in die Schlierseer Straße mündenden Alten Tegernseer Straße. „Man muss das Gesamte in den Blick nehmen“, betonte Türk.

Die Ziele der Umgestaltung wurden von der Gemeinde bereits gesteckt: Neben Barrierefreiheit soll der Platz Sitzgelegenheiten und Aufenthaltsqualität etwa durch Wasserelemente sowie durch Begrünung bieten. Der Maibaum soll an seiner ursprünglichen Stelle erhalten, der Platz beleuchtet und Veranstaltungen ermöglicht werden.

Nach den Entwürfen von Schreder und Türk könnte die Bahnhofstraße im Bereich des Vorplatzes gepflastert werden – angeknüpft an die Gestaltung der Privatflächen rund um das neue Ärztezentrum. „Die Stufen zur Überwindung des Höhenunterschieds werden gebündelt und möglichst weit nach Osten verschoben“, heißt es in der Beschlussvorlage des Gemeinderats. So entstehe eine größere ebene Fläche, Barrierefreiheit mittels Rampenanlagen und Aufenthaltsqualität durch Sitzstufen.

Fahrradstellplätze, Bänke, Grünflächen, Spielgeräte und Wasserelemente: Viele Ideen für Vorplatz

Letztere fänden nebst Fahrradstellplätzen und Bänken vor dem rechten, östlichen Gebäudeteil des bisherigen Bankgebäudes Platz. Vor dem linken, westlichen Part des Bestandsgebäudes könnte ein neuer Brunnen, mit Grünflächen eingerahmte Sitzmöglichkeiten und die Rampe Platz finden. Vor dem Bistro am Bahnhof fänden Grünflächen mit Spielgeräten Platz.

Je nach Art der Steinmaterialien und konkreten Ausführungen würde der Umbau laut Türk 535 000 bis 630 000 Euro kosten. Ein neuer Brunnen käme mit etwa 80 000 Euro hinzu. Zangenfeind erklärte, die Räte müssten sich nicht sofort für eine Variante entscheiden. „Wir brauchen eine Lösung, die Funktionalität und Optik mit dem Geldbeutel verbindet.“ Einen solchen Vorschlag werde das Rathaus erarbeiten und dem Gremium vorlegen. Die Räte betrauten die Verwaltung mit dieser Aufgabe einstimmig – „auf Grundlage der vorliegenden Pläne“.

Alles aus Ihrer Region! Unser Miesbach-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Miesbach – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an. (nap)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare