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Unterwegs in den Wolken: Simon Wamser hat hat sich mit einem 277 Kilometer-Flug den deutschen Meistertitel gesichert. Fast wäre ihm damit auch ein Rekordflug gelungen.

Der (Fast-)Rekord-Flieger aus dem Landkreis

Ungewöhnlicher Sportsmann: Haushamer ist Meister im Gleitschirmfliegen

Hausham/Bayrischzell – Der Haushamer Simon Wamser ist Deutscher Meister im Gleitschirmfliegen – und könnte noch höher hinaus: Auch der Vize-Weltmeistertitel ist möglich.

Einen Urlaub am Gardasee abzubrechen, um nach Hause zu fahren, den Gleitschirm zu holen und wieder nach Südtirol zu düsen – dazu muss man schon große Leidenschaft für sein Hobby haben. Für Simon Wamser hat sich genau diese Aktion gelohnt. Mitte Mai nahm der 29-jährige Haushamer die kleine Ochsentour auf sich und wurde mit einem Rekord-Flug belohnt: 277 Kilometer war er unterwegs, einen längeren Dreiecksflug hat vor ihm in der Sportklasse C noch niemand zusammengebracht. „Ich habe zu meiner Freundin Steffi gesagt, dass gute Bedingungen angesagt sind, und dann haben wir die Zelte am Gardasee abgebrochen“, berichtet der Haushamer, der für den Drachenfliegerclub Bayrischzell startet. „Dafür muss man schon die richtige Partnerin haben, das macht nicht jede mit.“

Mit dem Rekord-Flug hat sich Wamser auch den Deutschen Meistertitel gesichert. Dies steht jetzt fest, da die Frist für das Einreichen von Flüge verstrichen ist. Es war ohnehin unwahrscheinlich, dass jemand um diese Jahreszeit noch große Weiten fliegt. Um ein Haar hätte es für Wamser sogar zum deutschen Rekord gereicht. Am Ende fehlten lediglich vergleichsweise wenige Meter. „Der Rekord stand bis dahin bei 274 Kilometern, mit meinen 277 habe ich ihn also übertroffen“, so Wamser. „Aber man muss bei Dreiecksflügen bei der Landung wieder bis auf 800 Meter an den Ausgangspunkt herankommen. Dazu haben mir 200 Meter gefehlt.“ Wamser räumt ein, dass er vor seinem Flug weder den alten deutschen Rekord noch diese spezielle Regel kannte. „Ich hätte die 200 Meter aber gar nicht mehr fliegen können. Es war ein Berg im Weg“, sagt er.

Wamser, der 2015 schon Deutscher Vizemeister im Gleitschirmfliegen wurde, kann trotzdem auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken, das dieses Mal sogar mit dem Deutschen Meistertitel in der Sportklasse C endet. Auch im internationalen Vergleich kann der Haushamer mit einer Top-Platzierung rechnen. Er steuert auf den Vizeweltmeister-Titel zu. Ob es damit klappt, erfährt Wamser aber erst Ende September, dann schließt hier das Wertungs-Fenster.

Nicht nur in punkto Ergebnisse war es ein gutes Jahr für Wamser. „Ich habe endlich meine Tandemflug-Ausbildung gemacht“, sagt er. „Jetzt kann ich auch anderen Menschen zeigen, was mich am Gleitschirmfliegen fasziniert.“ Neben dem Fliegen selbst sind dies jene ganz besondere Momente, die einem auf rund 4000 Metern Höhe immer wieder wiederfahren. so wie dieses: „Im Juni war ich mit meinem besten Flieger-Spezi unterwegs, und wir haben uns nach mehreren Stunden in der Luft wieder getroffen, um Flügel an Flügel ins Antholzer Tal abzusegeln“, erzählt Wamser. „Das war eh schon ein schönes Gefühl. Und dann hat er mich auch noch gefragt, ob ich sein Trauzeuge werden will.“ Das aber erst am Boden.

Christoph Fetzer

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