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Erstbesteigung des Haushamer Talgletschers: Bürgermeister Jens Zangenfeind und Bauhofleiter Christian Freiwang auf dem Gipfel des riesigen Schneebergs neben dem Alpengasthof Glück Auf. 

Sechs Meter hoch

„Unser Glück Auf-Gletscher“: Haushams Bürgermeister über den Riesen-Schneeberg am Alpengasthof

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Sechs Meter hoch ist der Schneeberg neben dem Alpengasthof Glück Auf immer noch. Ob es schon Pläne für die Nutzung des Gletschers gibt, erzählt Bürgermeister Jens Zangenfeind im Interview.

Hausham – Ganz Hausham ist im Frühlingsmodus. Ganz Hausham? Nein. Neben dem Alpengasthof Glück Auf zeugt immer noch ein gigantischer Schneeberg vom vergangenen Winter. Kein Wunder, haben doch die Räumdienste während des Schneechaos’ im Januar rund 40 000 Kubikmeter der weißen Pracht auf der Wiese abgeladen. So mancher Passant mutmaßt schon, ob der Gletscher vielleicht sogar den Sommer überlebt. Wir haben Bürgermeister Jens Zangenfeind zum Gipfelgespräch getroffen und gefragt, ob es schon Pläne für die Nutzung des eisigen Bergs gibt.

Herr Zangenfeind, ein Gletscher auf nur 765 Metern über dem Meer: Wenn das keine touristische Attraktion ist.

Sie haben Recht! Gerade jetzt, wo alle über den Klimawandel reden, haben wir Schnee bis in den Sommer. Leider ist unser Glück Auf-Gletscher mittlerweile nicht mehr ganz so weiß wie am Anfang. Für ein Postkarten-Motiv müssten wir ihn also erst wieder aufpolieren. Aber das wäre wahrscheinlich gar nicht so gut.

Warum?

Weil die Schmutzschicht auch eine Schutzschicht ist. Während in den Alpen die Gletscher mit viel Aufwand abgedeckt werden, damit sie nicht so schnell schmelzen, geht das bei uns ganz von allein. Nur deshalb ist der Gipfel immer noch rund sechs Meter hoch.

Einen Skilift gibt es aber noch nicht.

Nein. Das würde aber auch nicht passen. Wir setzen eher auf sanften Tourismus. Deshalb lassen wir unseren weißen Riesen weitgehend unberührt. Vielleicht wird er ja so zu einem interessanten Objekt für Polar- oder Gletscherforscher. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass da die eine oder andere spannende Bohrprobe herausspringt. Sollte der Gletscher in den kommenden Jahren aber sogar noch wachsen, überlegen wir durchaus, in Verbindung mit dem Huberspitzlift eine Haushamer Ski-Schaukel zu erschließen.

Das geht aber nur, wenn der Schneeberg nicht doch irgendwann vorzeitig abgetragen wird...

Davon gehe ich nicht aus. Er stört da ja niemanden. Die Wiese gehört der Gemeinde. Der Landwirt, der sie normalerweise nutzt, sieht das entspannt. Wir werden für den in diesem Bereich außergewöhnlich langen Winter auch keine Pacht verlangen.

Und was ist mit dem Volksfestplatz? Da liegen ja auch noch ein paar Gletscher-Zungen.

Da wird es langsam wirklich spannend. Das Volksfest startet ja schon Ende Mai. Wenn sich der Gletscher weiterhin so langsam zurückzieht wie zuletzt, ist da bestimmt noch was übrig. Vielleicht bauen wir ja eine Schneebar. Weitere Vorschläge nehmen wir gerne entgegen. Dafür brauchen wir dann aber auch Helfer. Vorsorglich weise ich schon mal darauf hin, dass das Gletschereis sehr widerstandsfähig ist. Mit einer Handschaufel kommt man da nicht weit.

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