Der Haushamer missbrauchte auch Kinder sexuell

Haushamer missbrauchte Kinder und arbeitete als Schulhausmeister

Hausham - Ein Haushamer (46) arbeitete als Hausmeister in einer Freisinger Schule - und räumte deren Tresor aus. Bei der Verhandlung deswegen kam viel Schlimmeres heraus...

Wegen besonders schweren Diebstahls ist ein 46-jähriger Haushamer vom Amtsgericht Freising zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der inzwischen arbeitslose Mann hatte in seiner Zeit als Hausmeister an einer Freisinger Schule den Safe im Direktorat geknackt und gut 1000 Euro gestohlen.

Als Richterin Tanja Weihönig die Vorstrafenliste des Angeklagten verlas, wurde schnell klar, dass dieser einiges auf dem Kerbholz hat. Zwei Mal stand der Haushamer wegen Trunkenheitsfahrten vor Gericht. 2006 wurde er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Trotzdem hatte die Schule den Mann nach seiner Haftentlassung als Hausmeister beschäftigt. Und das, obwohl selbst ein Verein von Betreuern von Kindern und Jugendlichen ein Führungszeugnis einfordern muss.

Tatsächlich wurde der Haushamer auch an der Schule wieder straffällig. Anfang des Jahres verschaffte er sich laut Anklageschrift mit seinem Schlüssel Zugang zum Gebäude, drang in das Direktorat ein und fand dort den Schlüssel für den Safe. Als er versuchte, an das Geld zu gelangen, beschädigte er zunächst den Schrank, in dem die Geldkassette aufbewahrt wurde. Aus dem Safe entnahm er dann 1024 Euro Bargeld sowie ein Messer, dass die Zweite Konrektorin zuvor einem Schüler abgenommen hatte. Eben dieses Messer befand sich auch bei der Festnahme im Besitz des 46-Jährigen. Vor Gericht zeigte sich der Haushamer geständig. Als Grund für seine Tat nannte er seine damalige „hochgradige Alkoholabhängigkeit“. 

Er habe das Geld gestohlen, um sich Alkohol zu kaufen. Gericht und Staatsanwaltschaft schlossen daher eine alkoholbedingte Enthemmung zum Zeitpunkt des Einbruchs nicht aus. Als schuldunfähig könne der 46-Jährige allerdings nicht gelten. So sei er in der Lage gewesen, gezielt nach dem Schlüssel zu suchen und ihn nach der Tat wieder an seinen Platz zurückzulegen. Neben seinem umfassenden Geständnis hielt das Gericht dem 46-Jährigen zugute, sich ernsthaft um sein Alkoholproblem zu kümmern. Der Angeklagte habe sich aufgerafft und Kontakt mit dem „Blauen Kreuz“ aufgenommen, argumentierte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Das „Blaue Kreuz“ ist ein christlicher Suchthilfeverband, der Hilfe zur Selbsthilfe anbietet. Nach Informationen des Gerichts bemüht sich der Angeklagte zudem um die Aufnahme in eine Tagesklinik. Nach seiner Verurteilung im Jahr 2006 war der Haushamer vorzeitig entlassen worden. Vermutlich hatte er da zwei Drittel der Strafe abgesessen. Seine Bewährungszeit beendete er laut Gericht ohne weitere Vorfälle. Bis zu dem Einbruch in die Schule sei er nicht mehr als Straftäter in Erscheinung getreten.

Vor einer erneuten Strafe schützte ihn das aber nicht. Richterin Weihönig verurteilte ihn wegen besonders schweren Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu acht Monaten Gefängnis auf Bewährung. Laut Strafgesetzbuch ist schwerer Diebstahl mit Strafen von drei Monaten bis zu zehn Jahren belegt. Als Bewährungsauflage ordnete die Richterin 60 Sozialstunden an. Der Haushamer wurde zudem verpflichtet, sich in ambulante Therapie zu begeben. Das Gericht stellt ihm einen Bewährungshelfer an die Seite.

Andreas Sachse

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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