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Stand Rede und Antwort: Bürgermeister Jens Zangenfeind im Staudenhäusl.

Kreisel statt Brücke

Verkehrsentlastung für Agatharied: So könnte die Lösung aussehen

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Der Stau in Agatharied könnte bald ein Ende haben. Ein Kreisel an der Fehnbachstraße rückt in greifbare Nähe. Bei der Bürgerversammlung wurden nun mehrere Varianten präsentiert.

Agatharied – An Ideen gegen den Stau in Agatharied mangelt es nicht. Auf die Umsetzung warten die vom Verkehr geplagten Anwohner hingegen seit Jahren. Bei der Bürgerversammlung haben sie nun handfeste Informationen erhalten. Konrad Haindl vom Ingenieurbüro INFRA stellte die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor. Bürgermeister Jens Zangenfeind geht davon aus, dass binnen zwei Jahren eine Entscheidung fallen muss. Grund sei die marode Schlierachbrücke an der Fehnbachstraße.

Realistisch

Ein Kreisel, der zu zwei Drittel über dem Wasser verläuft: Was klingt wie ein bautechnisches Luftschloss, ist tatsächlich die realistischste Variante für eine Verbesserung des Verkehrsflusses in Agatharied. 40 Meter soll das Rondell an der Einmündung der Fehnbachstraße in die B 307 lang werden. Das absolute Minimum, erklärte Haindl. Mehr sei aber durch die dichte Bebauung nicht möglich. Um Rückstaus durch geschlossene Schranken zu vermeiden, könne man den Bahnübergang untertunneln und damit dicht machen. Dadurch würden sich Bund, Landkreis und Bahn die üppigen Kosten von 9,3 Millionen Euro aufteilen. Die beiden Fußgängerampeln an der B 307 würden durch Brücken ersetzt. „Sonst gibt es ja wieder Staus“, erklärte Haindl.

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Trotz der baulichen Komplexität hielt Zangenfeind den Kreisel für die am ehesten machbare Variante. Sollte sich der Gemeinderat dagegen entscheiden, würde der Landkreis lediglich die Schlierachbrücke sanieren. Die Tür für größere Maßnahmen wäre damit wohl auf Jahre hinaus zugeschlagen.

Unwahrscheinlich

Es wäre ein Weg, um den beengten Platzverhältnissen weiter unten zu entkommen: eine Verbindung zwischen der Kreisstraße MB 8 und der MB 21 (Fehnbachstraße). Die Grundvoraussetzung wird 2019 mit dem als sicher geltenden Bau des Kreisverkehrs an der Einmündung der Oberen Tiefenbachstraße in die B 307 geschaffen (wir berichteten). Aufgrund des Geländes wesentlich aufwendiger wäre jedoch die neue Trasse. Haindl zeigte Varianten für eine Untertunnelung der Bahnlinie samt Verlegung der Schlierach sowie für eine Überbrückung von Gleis und Gewässer auf. Die Kosten seien mit 5,3 Millionen Euro in beiden Fällen zwar niedriger als beim Brückenkreisel, die Erdbewegungen aber enorm. So würden Bahndamm und Straße mehr als sieben Meter über dem tiefsten Punkt liegen. Bei der Brückenlösung kämen weitere 6,50 Meter dazu. Zangenfeind winkte ab. „Ich kann mir beides nicht vorstellen.“

Ausgeschieden

In Haindls Luftbild waren sie noch enthalten, weiterverfolgt werden sie seit 2014 aber nicht mehr: Die Varianten für eine nördliche und südliche Umfahrung von Agatharied seien aufgrund der Trassenlänge von 1,8 und 1,1 Kilometer verworfen worden, berichtete der Ingenieur. Die Eingriffe in die Natur und der Flächenverbrauch wären hier zu massiv gewesen. Aus Sicht der Gemeinde hätte die Nordumgehung den Charme eines neuen Kreisels auf Höhe des Krankenhauses Agatharied gehabt. Hier will Zangenfeind jedoch wegen der erhöhten Unfallgefahr ohnehin einhaken, genau wie bei der Einmündung der Fehnbachstraße in die Staatsstraße 2076 bei der Fehner Schmiede.

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Utopisch

Fragt man die Anwohner, lässt sich die Verkehrsbelastung in Agatharied eigentlich nur mit einem Tunnel in den Griff bekommen, beispielsweise vom Krankenhaus bis zur Industriestraße in Hausham. „Warum wird diese Lösung nicht mal überprüft?“, wollte ein Zuhörer wissen. An den Kosten könnte sich beispielsweise auch die Stadt München beteiligen. „Wir sind ja deren Naherholungsgebiet.“ Haindl und Zangenfeind machten den Agathariedern nicht viel Hoffnung. Zur Bausumme würden ja noch der Unterhalt für Belüftung und Beleuchtung hinzukommen, sagte der Ingenieur. Zangenfeind betonte, dass die Gemeinde bei den zuständigen Stellen immer wieder einen Tunnel angefragt habe. „Da wird man leider nur ausgelacht“, berichtete der Bürgermeister. Dennoch werde er gerne nochmals auf eine transparente und klare Aussage drängen. Entschieden, machte Zangenfeind mehrfach deutlich, sei noch nichts.

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