Im Haushamer Pfarrheim wütet der Schimmel.
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Seit einem Jahr gesperrt: Im Haushamer Pfarrheim wütet der Schimmel. Ein Ersatzneubau ist aus wirtschaftlichen Gründen so gut wie vom Tisch. Abhilfe könnte ein Versorgungswürfel nahe der Kirche schaffen.

Sperrung wegen Schimmelbefall

„Versorgungswürfel“ als Pfarrheim-Ersatz? Pfarrei Hausham arbeitet an Plänen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Seit gut einem Jahr ist das Haushamer Pfarrheim wegen Schimmelbefalls gesperrt. Ein Ersatzneubau scheint vom Tisch. Doch die Pfarrei arbeitet an Alternativen.

Hausham – Die Sporen kamen den Viren zuvor. Während viele Veranstaltungshäuser im Landkreis wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind, erwischte es das Haushamer Pfarrheim bereits rund vier Monate vor deren Ausbruch. Ende November 2019 musste die Pfarrei das ohnehin sanierungsbedürftige Haus wegen Schimmelbefalls von heute auf morgen zusperren. Daran hat sich bis dato nichts geändert. Doch hinter den Kulissen wird intensiv an einem neuen Konzept gearbeitet, versichert Pfarrer Michael Mannhardt auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Corona-Pandemie mit den damit einhergehenden Veranstaltungsverboten habe etwas Druck aus dem Projekt genommen, erklärt Mannhardt. „Das Gebäude wäre jetzt so oder so leer gewesen.“ Die gewonnene Zeit nutze man, um den künftigen Raumbedarf genau zu analysieren und die Grundlage für eine passgenaue Planung zu schaffen. Dazu hat die Pfarrei eine Arbeitsgruppe gegründet, die neben Mannhardt aus Verwaltungsleiterin Karin Glockner-Wolf und Kirchenpfleger Sebastian Klattenbacher besteht. Zudem stehe man im Austausch mit dem Erzbischöflichen Ordinariat München.

Neubau aus wirtschaftlichen Gründen vom Tisch

Wie berichtet, hatte das Schlierseer Architekturbüro Wegmann bereits Pläne für einen Abriss und Neubau samt Kostenberechnung beim Ordinariat eingereicht. Doch die wurden letztlich nicht mehr weiterverfolgt. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie Mannhardt erklärt. Was bleibt, sind die Fragen, wie es mit dem Grundstück an der Geißstraße weitergeht und was die Pfarrei als angemessenen Ersatz fürs Pfarrheim braucht.

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Über den ersten Punkt muss sich vor allem die Kirche als Eigentümerin klar werden. Laut Mannhardt ist beispielsweise die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum denkbar. Hierfür bräuchte man aber einen geeigneten Investor.

Pfarrverband hat Arbeitsgruppe eingerichtet

Das Raumkonzept für den Pfarrverband hingegen prüft die Arbeitsgruppe. Noch ist alles offen, betont der Pfarrer. Die Überlegungen würden aber in Richtung eines sogenannten „Versorgungswürfels“ in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche St. Anton gehen. So habe sich bei vielen Veranstaltungen und Empfängen nach den Gottesdiensten oder Konzerten immer wieder gezeigt, dass die Bewirtung mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Dies könnte sich durch ein Gebäude mit kleiner Küche, Toiletten und Lagerraum neben der Kirche deutlich erleichtern. Durch die Idee, dieses als eigenständigen Baukörper zu planen, müsste man die denkmalgeschützte Kirche nicht antasten, was das gesamte Verfahren einfacher mache, erklärt Mannhardt.

Ein historisches Vorbild für die Versorgungseinheit gibt es übrigens auch: das alte Bürgerhaus, die so genannte Grubenschenke, in unmittelbarer Nähe zu St. Anton.

sg

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