Schlechte Luft in Klassenzimmern sollen Luftreinigungsgeräte beseitigen
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Schlechte Luft in Klassenzimmern sollen Luftreinigungsgeräte beseitigen

Corona-Pandemie

Virenfreie Luft für Schüler

  • Bettina Stuhlweißenburg
    vonBettina Stuhlweißenburg
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Die Grund- und Mittelschule Hausham bekommt Luftreinigungsgeräte. Sie sollen Krankheitserreger wie das Coronavirus aus der Luft filtern – laut Hersteller fast zu 100 Prozent. Die Gemeinde erwägt, auch Kindergärten mit den Geräten auszustatten – vorausgesetzt sie bewähren sich.

Hausham – Die Unterrichtsbedingungen der Generation Corona sind alles andere als komfortabel: „Die Kinder müssen sich in Decken einhüllen, weil das ständige Lüften die Klassenzimmer derart auskühlt“, berichtete Schulleiter Markus Rewitzer in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend.

CO2-Ampeln zeigen an, wann gelüftet werden muss

In der Grund- und Mittelschule Hausham zeigen seit November sogenannte CO2-Ampeln an, wann wie lange gelüftet werden muss, um Corona-Aerosolen keine Chance zu geben. Demnach müssen die Schüler alle 20 bis 30 Minuten für fünf Minuten die Fenster öffnen. „Das ist eine Zumutung, gerade im Winter“, sagt Rewitzer. „Ich möchte dieses Nachkriegsszenario nicht dauerhaft an der Schule etablieren.“ Zudem sei mit deutlich höheren Heizkosten zu rechnen.

Mobile Luftreinigungsgeräte sollen jetzt Abhilfe schaffen. Zumal Rewitzer nicht an ein schnelles Ende der Pandemie glaubt: „Corona wird kein vorübergehendes Phänomen bleiben, sondern unseren Alltag dauerhaft begleiten.“ Deshalb hat er den Gemeinderat gebeten, 30 Lüftungsgeräte für seine Schule zu kaufen. Die Gemeinde müsste nur die Hälfte der Gesamtkosten in Höhe von voraussichtlich 30 345 Euro tragen – das Kultusministerium fördert die Maßnahme zu 50 Prozent. Nicht förderfähig sind dagegen die Folgekosten wie Wartung und Filterwechsel. Diese Kosten schätzt Rewitzer auf 150 Euro pro Jahr und Gerät.

Luftreiniger filtern Staub, Pollen und Mikroorganismen

„Als Schulleiter bin ich in einer sehr sensiblen Zeit für die Gesundheit von 360 Kindern und 40 Bediensteten verantwortlich. Luftreinigungssysteme können einen wichtigen Baustein dazu bilden“, sagt Rewitzer. Er habe sich die Geräte vorführen lassen: „Sie haben sich als so leise herausgestellt, dass eine Störung des Unterrichtsbetriebs nicht gegeben ist.“ Laut Rewitzer reinigen die Geräte die Luft drei Mal in der Stunde komplett durch. Sie können Herstellerangaben zufolge fast 100 Prozent der ultrafeinen Partikel wie Staub, Pollen, Allergene, Mikroorganismen und Rauch in einem Filter einfangen. „Ich war erst skeptisch, aber jetzt bin ich überzeugt davon“, sagt Rewitzer.

Er ist nicht der einzige: Die Grundschulen in Waakirchen und Elbach sind bereits mit modernen Luftreinigungssystemen ausgestattet, ebenso die Mittelschule Fischbachau.

Womöglich bekommen auch Haushams Kindergärten Luftreiniger

Auch der Haushamer Gemeinderat fackelt nicht lange – und beschließt den Kauf der Geräte. Die Lieferzeit beträgt circa vier Wochen. Michael Ertl (SPD) schlägt sogar vor, auch die Kindergärten damit auszustatten. Dafür allerdings gibt es derzeit keine Förderung, wie das zuständige Sozialministerium auf Nachfrage mitteilt. Für Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) ist das nicht unbedingt ein Hemmschuh: „Wenn sich das Luftreinigungssystem bewährt, können wir auch unabhängig von einer Förderung solche Geräte anschaffen.“

Abgesehen von den noch fehlenden Luftreinigern findet Rewitzer, dass seine Schule für die Corona-Pandemie gut gerüstet ist. Unter anderem ist das gesamte Schulhaus schon seit 2017 LAN-verkabelt. „WLAN nicht, denn das galt an Schulen ja immer als Teufelszeug“, merkt Rewitzer kritisch an. Außerdem verfügt die Schule über ein digitales Elterninformationssystem. „Das ist jetzt von Vorteil, weil wir die Eltern damit sehr kurzfristig über die sich häufig ändernden Bestimmungen informieren können.“

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