Wieder in Betrieb: der neue Haushamer Bahnübergang (Bildmitte). Er dient aktuell als Umleitungsstrecke zu den Gewerbebetrieben östlich der Industriestraße (im Bild l.).
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Wieder in Betrieb: der neue Haushamer Bahnübergang (Bildmitte). Er dient aktuell als Umleitungsstrecke zu den Gewerbebetrieben östlich der Industriestraße (im Bild l.).

Auch Umleitungsstrecke betroffen

Vollsperrung der B307: Weitere Baustellen sorgen für Einschränkungen

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Als wäre der Ärger über die Vollsperrung der B307 in Hausham noch nicht genug, werden Autofahrer auch noch an anderen Stellen von Baumaßnahmen ausgebremst. Hier ein Überblick.

Hausham – Was vor ein paar Wochen noch eine kleine Sensation gewesen wäre, verkommt jetzt fast zu einer Randnotiz: Der neue Bahnübergang in Hausham ist wieder in Betrieb. Nur: Die breite Masse an Autofahrern hat davon wegen der Vollsperrung der B307 Richtung Schliersee herzlich wenig. Fast schon überlebenswichtig ist die Gleisquerung in dieser Woche hingegen für die Gewerbebetriebe an der Brentenstraße sowie der Haldensiedlung. Sie wären sonst von der Außenwelt abgeschnitten. Der Grund: eine weitere Baustelle mit Vollsperrung.

Weitere Baustellen in Hausham

Seit Montag werden in der Industriestraße auf Höhe des Rewe-Marktes Leitungen für Wasser und Strom verlegt, teilte Bauamtsleiterin Petra Sperl nun im Bauausschuss mit. Die Maßnahme habe man bewusst in diesen Zeitraum eingetaktet, da die B307 im weiteren Verlauf ohnehin voll gesperrt und mit dem fertiggestellten Bahnübergang eine Umfahrung möglich sei. Dass den Betrieben dennoch einiges an geschäft flöten geht, berichtete Tom Leidgschwendner (CSU). Statt 100 Autos pro Tag seien zuletzt nur sechs zu seiner Waschanlage gekommen. Und auch das Oberland-Kinocenter leidet nach den coronabedingt ohnehin harten Jahren unter den Verkehrseinschränkungen. „Bitte vergesst uns nicht“, appellieren die Betreiber auf ihrer Facebook-Seite an die Filmfans.

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) entschuldigte sich für die Umstände. Zumindest die Baustelle auf der Industriestraße sei aber bald überstanden. Voraussichtlich am heutigen Donnerstag soll die Sperre wieder aufgehoben werden. Gleiches gelte für die Fahrbahnverengung der B307 wegen der Arbeiten am Wohnbauprojekt auf dem früheren Rathausgrundstück. Ebenfalls absehbar sei das Ende der Ampelschaltung auf der Schlierseer Straße am Bahnhofsvorplatz. Sobald die neue Mauer fertig sei, werde der Verkehr hier nicht mehr weiter behindert, versicherte Zangenfeind.

Stolperstellen auch im Leitzachtal

Doch nicht nur in Hausham müssen sich Autofahrer derzeit von einer Baustelle zur nächsten hangeln. Auch auf der wegen der Vollsperrung auf der B307 ausgewiesenen Umleitungsstrecke durch das Leitzachtal gibt es Stolperfallen für den Verkehrsfluss. Beispielsweise werden bei Wörnsmühl Bäume gefällt. Eine Anfrage bei der Pressestelle des Staatlichen Bauamts ergibt, dass dieses damit nichts zu tun hat. Das Landratsamt konnte gestern nachmittag in der Kürze der Zeit keine Antwort mehr liefern. Der Haushamer Bürgermeister dankte aber den Anwohnern im Leitzachtal, die während der Dauer der Umleitung unter deutlich mehr Verkehr zu leiden hätten.

Bürgermeister bittet um Verständnis

Dass die Umleitung mittlerweile in den Köpfen der Autofahrer angekommen ist, berichtete die Bauamtsleiterin im Ausschuss. Die Anwohner der Anliegerstraßen würden von spürbar weniger Ausweichverkehr berichten. Die Polizei habe hier bereits kontrolliert, versicherte Zangenfeind auf Nachfrage von Willi Halletz (Grüne). Auch den jüngsten Ärger über die nur in Ausnahmefällen möglichen Sondergenehmigungen kommentierte der Rathauschef nochmals kurz, indem er sich für die Geduld seiner Mitarbeiter bedankte.

Die betroffenen Autofahrer bat Zangenfeind einmal mehr um Verständnis. Statt den in ihren Augen stockenden Ablauf auf der Baustelle mit Fotos und Videos zu dokumentieren, könnten sie darauf vertrauen, dass sämtliche Stellen alles für eine schnelle Fertigstellung tun würden. Der Bauzeitenplan sei auf der Rathaus-Homepage hinterlegt.

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„Wir sind jetzt auf der Zielgerade eines seit 30 Jahren geplanten Großprojekts“, sagte Zangenfeind mit Blick auf die für alle anderen Maßnahmen ursächliche Verlegung des Bahnübergangs. Nicht zuletzt durch den neuen Geh- und Radweg sowie die Querungshilfen an der B307 würden die Bürger davon in vielerlei Hinsicht profitieren, betonte der Bürgermeister und warb auch deshalb nochmals um Durchhaltevermögen: „In ein paar Wochen ist alles vorbei.“

sg

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