Energiewende: Die Sonne geht hinter einem Windrad und einer Stromtrasse unter
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Energiewende im Oberland: Bei einem Online-Wärmegipfel diskutierten 100 Teilnehmer am Freitagvormittag über die nächsten nötigen Schritte. (Symbolfoto)

Fraktion fürchtet, Geld für Luftschlösser auszugeben

Vor allem die CSU ist davon nicht begeistert: Hausham macht beim Energieeffizienz-Netzwerk mit

Die meisten Haushamer Gemeinderatsfraktionen sind für den Beitritt zum Energieeffizienz-Netzwerk Oberland. Nur die CSU hat Bedenken.

Hausham – Für die CSU ist es nur teures Gerede – die anderen Fraktionen des Haushamer Gemeinderats dagegen versprechen sich von einem Beitritt zum Energieeffizienz-Netzwerk Oberland konkrete Vorschläge zur Einsparung von Energie. Wie berichtet, handelt es sich bei dem Netzwerk um einen Zusammenschluss von mindestens sechs Kommunen über einen Zeitraum von drei Jahren, in dem sich die Gemeinden untereinander austauschen und voneinander lernen. Fachliche Betreuung erhalten die Beteiligten vom Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) an der Technischen Hochschule Rosenheim und von der Stiftung Energiewende Oberland (EWO).

Vor allem die CSU ist davon nicht begeistert: Hausham macht beim Energieeffizienz-Netzwerk mit

Hausham hatte bekanntermaßen bereits Interesse an einer Teilnahme bekundet. In der jüngsten Gemeinderatssitzung beschloss das Gremium mehrheitlich, tatsächlich mitzumachen. „Wenn ich an das Energiecoaching denke, an dem wir teilgenommen haben, dann war das nichts nur für die Schublade“, sagte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) – und erinnerte an die Beratungen zur Umrüstung der Straßenlampen auf LED.

Außer Hausham haben bereits Holzkirchen, Fischbachau, Gmund sowie die Gemeinden Pähl und Polling im Pfaffenwinkel verbindlich erklärt, an Bord zu sein. Die Teilnahme am Netzwerk kostet insgesamt rund 58 000 Euro. Davon muss Hausham allerdings nur 20 000 Euro schultern – den Rest übernimmt das Bundesumweltministerium. Auch Bad Wiessee erwägt den Beitritt zum Energieeffizienz-Netzwerk.

Energieeffizienz-Netzwerk in Hausham: CSU hat Finanzierungsbedenken

Die CSU ließ sich trotzdem nicht vom Netzwerk überzeugen – und stimmte dagegen. Georg Eham (CSU) zum Beispiel sagte: „Was bringt es, im Netzwerk schöne Sachen zu besprechen, wenn wir uns dann die Umsetzung nicht leisten können? Wenn ich mir den Haushalt anschaue, sieht es nicht rosig aus.“ Ähnlich sieht es sein Fraktionskollege Hubert Lacrouts: „Wenn ich schaue, was wir die letzten Jahre an Planungs- und Coachingkosten ausgegeben haben und was wir dann tatsächlich umgesetzt haben, habe ich meine Zweifel.“ Er erinnerte daran, dass Hausham über den Landkreis bereits Mitglied bei der EWO sei. „Wir zahlen da auch schon unseren Beitrag.“

Damit lag er offensichtlich auf einer Linie mit Michael Ertl (SPD), der ebenfalls dagegen stimmte – als Einziger seiner Fraktion. Harda von Poser (Grüne) dagegen erhofft sich von den Beratungen im Netzwerk neue Ideen zur Energieeinsparung: „Es gibt so viele Instrumente, die wir noch gar nicht kennen, zum Beispiel Wärmepumpen.“ Mit mehr Kenntnis könnten diese Instrumente unter Umständen schon bei der Ausweisung von Baugebieten berücksichtigt werden. (bst)

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