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Sasa Radesic aus Hausham und sein Labrador Eddy unternehmen alles gemeinsam. Um andere Hunde machen die beiden lieber einen großen Bogen. 

Haushamer hat Angst um seinen Hund

Schäferhund beißt Labrador fast tot - eine Straftat ist das nicht

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In Hausham beißt ein Schäferhund einen Labrador und verletzt ihn schwer. Der Besitzer des Labradors geht zur Polizei. Doch: Nur Gemeinden können in Einzelfällen Auflagen verhängen.

Hausham– Sasa Radesic geht mit Eddy jeden Tag in Hausham spazieren. Eddy ist ein Labrador, zwölf Jahre alt und tut laut seinem Besitzer keiner Fliege etwas zuleide. „Er ist lieb zu Katzen, Hühnern, Mäusen, Hasen und ganz besonders zu Kindern.“ Bei einem Spaziergang vor einigen Wochen wird ihm seine Gutmütigkeit zum Verhängnis. Ein Schäferhund greift Eddy an und verletzt ihn lebensgefährlich.

Radesic geht nach diesem Vorfall zur Polizei, will eine Anzeige gegen den anderen Hundebesitzer erstatten. Doch so einfach ist das nicht. „Die Polizei wollte keine Anzeige aufnehmen“, sagt der Haushamer. Muss sie in diesem Fall auch nicht. Zuständig bei solchen Vorfällen ist das Ordnungsamt der entsprechenden Kommune.

Also wendet sich Radesic an die Gemeinde Hausham. „Ich habe Angst um meinen Hund“, sagt er. Zwar ist der Labrador mittlerweile wieder gesund – doch noch immer begegnen die beiden seinem freilaufenden Angreifer auf der Straße. „Bis wieder etwas passiert“, vermutet Radesic. Er will deshalb einen Leinenzwang erwirken. Wie Peter Straßer vom Ordnungsamt in Hausham mitteilt, läuft das Verfahren noch. „Der Betroffene bekommt von uns eine Anhörung geschickt“, erklärt er. Denn einfach eine Auflage verhängen, geht nicht.

In Schliersee haben zwei Hunde einen Kater lebensgefährlich gebissen

Generell gibt es für Hunde in Bayern keine Anleinpflicht. Innerhalb geschlossener Ortschaften dürfen sie jedoch nur maximal 20 Meter entfernt laufen, außerorts bis zu 50 Meter. Zudem kann jede Gemeinde eigene Verordnungen erlassen, sofern sie mit dem Gesetz vereinbar sind. In Hausham beispielsweise steht in der Gemeindeordnung: „Es ist untersagt, Hunde auf Kinderspielplätzen, abgegrenzten Bolzplätzen, Wasseranlagen, Brunnenanlagen und Liegewiesen frei laufen zu lassen.“

Auch in Schliersee besteht Anleinpflicht – für Hunde mit einer Schulterhöhe ab 50 Zentimeter in bebauten Gebieten, für alle Hunde in öffentlichen Anlagen. Das hinderte vor rund zwei Jahren aber nicht zwei Hunde daran, Kater Bruno im Garten seiner Besitzer anzugreifen. Sie verletzten das Tier so sehr an der Wirbelsäule, dass es eingeschläfert werden musste.

In Einzelfällen können die Gemeinden über Auflagen für Hundebesitzer entscheiden. Viele solcher Fälle sind im Landkreis allerdings nicht bekannt. In Hausham beispielsweise gibt es zwei Verordnungen von Anlein- und Maulkorbpflicht, in Bayrischzell wurde für zwei Hunde ein Leinenzwang außerhalb des Grundstücks des jeweiligen Halters ausgesprochen und Holzkirchen hat einige wenige Auflagen verhängt. Beispielsweise in Fischbachau, Irschenberg, Otterfing, Kreuth und Tegernsee gibt es keine derartigen Verordnungen. Zentral erfasst sind diese nicht – doch eine Abfrage seitens des Landratsamts bei den Gemeinden ergab, dass es wohl kaum zu Problemen mit Hundehaltern diesbezüglich kommt.

Radesic: Die Hundebesitzer tragen die Verantwortung

Warum die Polizei bei dem aktuellen Fall in Hausham keine Anzeige aufgenommen hat, erklärt Christian Krauß von der Polizeiinspektion Miesbach: „Wenn ein Hund einen anderen beißt, ist das keine Straftat.“ Auch nicht, wenn ein Mensch gebissen wird. Eine Sachbeschädigung liege nur dann vor, wenn der Hundebesitzer seinem Tier das Kommando erteilt, anzugreifen. Sagt der Betroffene das bei der Polizei als Zeuge aus, kann eine Anzeige erstattet werden.

Bei der Polizei melden sich hin und wieder Hundebesitzer, die in Vorfälle mit anderen Haltern verwickelt sind. „Oft passiert so etwas ja am Wochenende, wenn das Rathaus geschlossen ist“, sagt Krauß. „Und viele wissen auch gar nicht, dass das Ordnungsamt in solchen Fällen zuständig ist.“

Radesic weiß das nun. Er wartet ab, wie die Gemeinde in seinem Fall entscheidet. Und Eddy macht noch einen größeren Bogen um andere Hunde, als zuvor schon. Radesic findet es nicht richtig, dass jeder sich einen Hund anschaffen kann – und dann verantwortungslos mit ihm umgeht. Er sagt: „Die Rasse an sich beziehungsweise der Hund kann nichts für sein Verhalten – es kommt auf die Erziehung an.“

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