Waldpädagoge Hans Glanz und Kabarettistin Christine Eixenberger
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Brennen für die Natur: Waldpädagoge Hans Glanz und Kabarettistin Christine Eixenberger.

Eröffnung Anfang Juni

Waldlehrpfad Hausham: Prominente Patin unterstützt Projekt

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Die Lichtung ist in Sicht: Anfang Juni soll der geplante Waldlehrpfad am Huberspitz in Hausham eröffnen - mit einer prominenten Patin: Christine Eixenberger.

Hausham – Pappaufstellern von Christine Eixenberger wird man im Wald nicht begegnen. Und nein, auch keine lebensgroße Holzstatue der Kabarettistin und Schauspielerin aus Schliersee wird zwischen den Bäumen am Huberspitz hervorwinken. Eixenberger interpretiert ihre Rolle als Patin des geplanten Waldlehrpfads in Hausham deutlich dezenter, als so mancher andere Promi dies tun würde. Anstatt sich selbst in den Vordergrund zu rücken, will sich die 33-Jährige lieber im Hintergrund für das Projekt von Jäger Hans Glanz stark machen. Beispielsweise will sie ihr großes Netzwerk nutzen, um gerade junge Leute auf den lehrreichen und gleichsam unterhaltsamen Spaziergang am Huberspitz aufmerksam zu machen.

Wie berichtet, tüftelt Glanz seit mehr als drei Jahren an seinem Traum, den Serpentinenweg vom Alpengasthof Glück Auf auf den Aussichtsberg über Hausham mit verschiedenen Stationen zu Pflanzen und Tieren im Wald auszustatten. Mittlerweile hat der Initiator den Leader-Förderbescheid über rund 43 400 Euro und damit 50 Prozent der Kosten in der Tasche. Ab Mitte Mai wird die Jugend des Technischen Hilfswerks (THW) die zwölf Mitmachpunkte aus langlebigem Lärchenholz aufbauen. Die Eröffnung ist für Anfang Juni geplant. Selbstverständlich im Beisein von Christine Eixenberger.

Zusammengefunden haben Glanz und Eixenberger übrigens weder beim Schwammerlsuchen, noch beim Joggen im Wald, sondern eigentlich recht neumodisch. „Wir haben uns über das Internet kennengelernt“, scherzt die Kabarettistin. Als begeisterter Eixenberger-Fan schrieb Glanz die 33-Jährige einfach mal auf deren Fanseite bei Facebook an. „Sie ist eine Sympathieträgerin aus der Region und ist als ausgebildete Grundschullehrerin solchen Themen gegenüber aufgeschlossen“, schwärmt der Waldpädagoge. Die perfekte Patin für seinen Lehrpfad, ist Glanz überzeugt.

Eixenberger hat Freude an ehrenamtlichen Projekten

Und Eixenberger ließ sich nicht lange bitten. Es bereite ihr große Freude, besondere Projekte ehrenamtlich zu unterstützen, erzählt die Kabarettistin. Interessanterweise habe sie bislang aus ihrer Heimat aber kaum Anfragen erhalten. „Da hat es mich doppelt gefreut, dass Hans an mich gedacht hat.“ Für sie sei der Waldlehrpfad viel mehr als nur eine Modeerscheinung in Zeiten der „Nachhaltigkeits- und Entschleunigungswelle“, sagt Eixenberger. „Ich bin in der Gegend aufgewachsen und war als Kind mit meinen Eltern schon immer in den Bergen unterwegs.“ Auch heute gehe sie immer noch gerne und so oft wie möglich raus in die Natur. „Das hat für mich einfach was Meditatives.“ Und doch könne auch sie noch sehr viel lernen über das Leben im Wald. Gerade als Einheimischer verliere man oft den Blick für das Besondere vor der eigenen Haustür.

Den will Glanz mit seinem Projekt wieder schärfen. Mit allen Sinnen sollen die Wanderer die Geheimnisse im Forst ergründen können. Ob Nasen-, Tast- oder Hörkino: Jung und Alt gleichermaßen sollen ihre Freude am Entdecken und Lernen haben. „Den kindlichen Spaß daran verliert man nie“, ist Eixenberger überzeugt. Damit es auch Stammbesuchern nicht langweilig wird, plant Glanz bereits die ersten Erweiterungen. So könnte er sich etwa einen Brotbackofen mit Anbindung der Huberalm, eine Schauimkerei auf einer Blühwiese auf dem Huberspitz oder ein Hexenhäuschen mit einem historischen Wasserrad vorstellen.

Bürger und Vereine werden eingebunden

Eins haben alle Stationen gemeinsam: Wo immer möglich, sollen sich die Bürger oder Vereine vor Ort einbringen können. Als Beispiele nennt Glanz eine (konfessionsübergreifende) Tafel zum Thema Schöpfung unter Einbeziehung der katholischen Kirchengemeinde oder den Aussichtspunkt über Hausham in Kooperation mit dem Bergwerksmuseumsverein. Noch nicht entschieden ist, ob es auch eine begleitende App fürs Smartphone der Lehrpfad-Besucher geben wird. Das, meint Eixenberger schmunzelnd, beiße sich ein bisschen mit dem digitalen Detox. „Aber so wie ich den Hans kennengelernt habe, wird er sicher einen Weg finden, dass die Besucher es schaffen, über den Handyrand hinauszuschauen.“

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