Ein Schild am Huberspitz-Parkplatz weist auf die Gebührenpflicht hin
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Bleibt gebührenpflichtig: Der Wanderparkplatz Huberspitz/Moosrain nahe der Alpenstraße in Hausham. Eine kostenlose Parkzeit von 90 Minuten lehnte der Gemeinderat in knapper Abstimmung ab.

Bürgerwunsch abgeschmettert

Wanderparkplatz in Hausham: Es müssen weiter alle zahlen

  • vonJonas Napiletzki
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Trotz anders lautender Wünsche und einer entsprechenden Ausschuss-Empfehlung hat der Gemeinderat Hausham beschlossen: Auf dem Wanderparkplatz Huberspitz bleiben auch die ersten 90 Minuten kostenpflichtig.

Miesbach – 90 Minuten freies Parken am Huberspitzparkplatz – so lautete der Vorschlag des Hauptverwaltungsausschusses (HVA) der Gemeinde Hausham. Der Gemeinderat, der über den Beschluss des Ausschusses in seiner jüngsten Sitzung diskutierte, lehnte die Empfehlung ab. Die Entscheidung fiel mit sieben zu sieben Stimmen knapp.

Bürgerwunsch: Kurzzeitparken soll kostenlos sein

Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) plädierte in der Ratssitzung für eine gratis Parkzeit. „Mehrere Bürger haben sich eine Ausnahme für Kurzparker gewünscht.“ Seit einem Ratsbeschluss im November 2019 müssen alle Nutzer des Parkplatzes zum Huberspitz/Moosrain drei Euro für 24 Stunden bezahlen. „Für Familien mit Kindern, die zum Schlittenfahren kommen, ortsansässige Spaziergänger oder für Hundebesitzer, die nur kurz parken, wären 90 Freiminuten ein großes Entgegenkommen“, erklärte Zangenfeind das Ansinnen des HVA.

Damit stieß der Bürgermeister auf Unverständnis bei einigen Ratsmitgliedern. Hubert Lacrouts (CSU) wandte ein: „Wer garantiert den Einheimischen denn, dass sie überhaupt einen Parkplatz bekommen, wenn sie extra die Alpenstraße hochfahren?“ Die meisten Plätze würden bereits morgens von den zahlenden Ganztagsparkern belegt.“ Zudem sei eine Reduzierung des Verkehrs wünschenswert – mit einer gratis Kurzparkzeit schaffe man falsche Anreize.

Hubert Lacrouts (CSU): „Abschreckende Wirkung war nie geplant“

Uneinigkeit bestand zwischen Lacrouts und Zangenfeind darüber, welchen Zweck die Gemeinde mit der Gebühr ursprünglich verfolgt hatte. Zangenfeind: „Eine abschreckende Wirkung war nie geplant.“ Vielmehr gehe es darum, Erlöse für den Straßenerhalt zu erwirtschaften.

Auch unter diesem Gesichtspunkt sah Lacrouts keinen Vorteil in einer Freiparkzeit: „Wenn Kurzparker die Plätze belegen, für die andere Autofahrer zahlen würden, haben wir den Sinn verfehlt.“ Zudem könnten Ortskundige am Alpengasthof Glück Auf gratis parken und das letzte Stück zu Fuß bewältigen.

Johann Harraßer (FWG) ergänzte aus seiner Sicht als direkter Anwohner: „Der Parkplatz und die Straße sind ohnehin überlastet – es kommt oft zu gefährlichen Situationen.“ Er schlug deshalb vor, dass die 90 Minuten nur unter der Woche gelten sollen.

Lacrouts war dieser Vorschlag „zu bunt. Jetzt verkomplizieren wir es noch mehr.“ Aus seiner Sicht seien drei Euro zu verschmerzen und eine Änderung unnötig.

Abstimmung endet mit knappestmöglichen Ergebnis

Weiterer Gegenwind schlug dem HVA aus Reihen der Grünen-Fraktion entgegen. „Die 90 Minuten reichen nicht einmal, um bis zur Gindelalm zu spazieren, geschweige denn um dort etwas zu trinken“, sagte Harda von Poser (Grüne). Die Anzahl der eingegangenen Anfragen – Zangenfeind berichtete von einer Handvoll Bürgern, die sich direkt an ihn gewandt hatten – hatte Elisabeth Leidgschwendner (CSU) stutzen lassen. „Mir kommt das nicht sonderlich viel vor.“ Zangenfeind dementierte: „Sechs direkte Anfragen sind ungewöhnlich viel für ein solches Thema.“

Ungeachtet dessen sprachen sich sieben Mitglieder gegen die gratis Parkzeit aus – ebenso viele stimmten dafür. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. Künftig gelten weiterhin drei Euro Parkgebühr pro Tag.

Warum nicht? Bürgermeister liest Beschlussvorschlag einfach nochmal vor

Für Schmunzeln im Gremium sorgte Zangenfeind trotz der Uneinigkeit: Bei der Beschlussfassung des nachfolgenden Tagesordnungspunkts verlas der er versehentlich noch einmal den Vorschlag der Parkgebühren. „Das probieren wir jetzt so lange, bis es klappt“, sagte der 48-Jährige scherzhaft.

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