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Wird abgerissen: Die Wohnen, Bauen, Grund will diesen Wohnblock an der Alpenstraße in Hausham durch einen Neubau mit gleicher Höhe ersetzen. Darunter soll eine Tiefgarage entstehen. 

Auch eine Tiefgarage ist geplant

WBG gibt Gas in Hausham: Neubau für mehr Wohnungen

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Bezahlbarer Wohnraum ist gefragt wie nie. In Hausham gibt es bis 2019 Nachschub. Die Wohnen, Bauen, Grund plant an der Alpen- und Tegernseer Straße einen Neubau und eine Aufstockung. 

Hausham – Die Rufe der Mieter wurden immer lauter. Und Bernhard Sauter, Geschäftsführer der Wohnen, Bauen, Grund in Hausham (WBG), konnte sie gut nachvollziehen. Schließlich liegt bei den Mehrfamilienhäusern an der Alpenstraße 14 bis 18 aus den 1960er-Jahren baulich einiges im Argen. Eigentlich bräuchte es eine Kernsanierung, berichtete Sauter nun im Haushamer Bauausschuss. Die sei aber nicht mehr wirtschaftlich. „Es wäre Wahnsinn, in die alte Kiste neue Fenster einzubauen.“ Also entschied sich die WBG für die große Lösung: Die drei Blöcke sollen abgerissen und durch einen Neubau mit Tiefgarage ersetzt werden.

Einen ersten Entwurf hatte Sauter mit in den Sitzungssaal gebracht. Erklärtes Ziel der WBG sei es, möglichst viel Wohnraum auf möglichst wenig Fläche unterzubringen, erklärte der Geschäftsführer. Durch die Zuschnitte mit Wohnungsgrößen von 50 bis 60 Quadratmeter könnten sich auch alleinstehende, ältere Leute die Miete leisten. „Die Altersarmut wird ein großes Thema in den kommenden Jahren“, sagte Sauter. Diesem Trend wolle die WBG Rechnung tragen.

15 statt aktuell zwölf Wohneinheiten sollen in den drei Neubauten Platz finden. Trotzdem werden die Häuser nicht weiter in die Höhe schießen. Der Clou: Durch den Abriss soll das bestehende Hochparterre abgegraben werden. „Damit kommen wir bei selber Höhe auf drei Vollgeschosse“, sagte Sauter. Zudem werde das Erdgeschoss barrierefrei. Auch der Parkplatzmangel soll der Vergangenheit angehören. Die WBG plant eine Tiefgarage für bis zu 35 Autos. „Momentan sind wir meilenweit von der Erfüllung des Stellplatzschlüssels entfernt“, räumte Sauter ein.

Die Bauausschussmitglieder nahmen die Pläne wohlwollend zur Kenntnis. Georg Eham (CSU) erkundigte sich, warum der mittlere der drei Blöcke ein Stück zurückversetzt ist. Dies habe in erster Linie optische Gründe, antwortete Sauter. „Ich will keinen Schlauch bauen.“ Um mit den knapp bemessenen Abstandsflächen klarzukommen, sei auf dem mittleren Haus ein Pultdach vorgesehen. Die anderen Gebäude sollen ein Satteldach mit außermittigem Giebel erhalten. Dies soll sich positiv auf den Lichteinfall in die künftig Richtung Westen ausgerichteten Wohnräume auswirken.

Was während der Bauphase mit den Mietern passiert, wollte Monika Veicht (SPD) wissen. Sauter erklärte, die WBG habe alle Bewohner angeschrieben und ihnen einen Umzug in eine der zahlreichen anderen Immobilien des Unternehmens angeboten. Das sei auch ihm ein großes Anliegen gewesen, machte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) deutlich. „Niemand soll auf der Straße stehen.“

Sauters Ankündigung, dass der Abriss schon 2018 über die Bühne gehen soll, nahm Zangenfeind angesichts der vielen anderen geplanten Baustellen im Ort mit gemischten Gefühlen auf. „Dann heißt es eben: Augen zu und durch“, meinte er schmunzelnd. Immerhin handle es sich bei diesem Bereich der Alpenstraße um keine Durchfahrtsachse, wodurch die Auswirkungen auf den Verkehr überschaubar bleiben sollten.

Anders sieht es ein paar Meter weiter Richtung Tegernseer Straße aus. Auch die dortigen Wohnblöcke will die WBG anpacken. Sie sollen ein neues Dach bekommen und dadurch um 1,22 Meter aufgestockt werden. Auch hier steigt die Zahl der Vollgeschosse von zwei auf drei, und aus aktuell acht Wohnungen würden zwölf. Dank Dreifach-Verglasung und Vollwärmeschutz soll durch die Sanierung zudem ein Maximum an Energieeffizienz erreicht werden. Marlies Fellermeier-Liebl (FWG) hakte nach, ob man bei dieser Gelegenheit nicht auch einen Aufzug einbauen könnte. Sauter schüttelte den Kopf: „Das ist bei drei Stockwerken utopisch.“

Die Sanierung will die WBG möglichst parallel zum Neubau an der Alpenstraße durchziehen. 2019 sollen sämtliche Wohnungen wieder bezugsfertig sein.

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