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Würdiger Platz für die letzte Ruhe: Die Gräber auf dem Haushamer Friedhof machen einen gepflegten Eindruck. Steine und Einfassungen aus Kinderarbeit sind hier nach der neuesten Satzung tabu.

Änderung der Friedhofssatzung

Wegen Kinderarbeit: Gemeinderat Hausham verbietet Billig-Grabsteine

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Traurig aber wahr: Billig-Grabsteine aus Fernost werden nicht selten von Kinderhänden gefertigt. Der Gemeinderat Hausham hat dem nun den Riegel vorgeschoben.

Hausham – Weltweit müssen 168 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten. Unter Bedingungen, die sie „ihrer elementaren Rechte und Chancen berauben“, wie es die UNICEF – das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen – definiert. Die Produkte der Kinderarbeiter landen – meist unerkannt und über Umwege – auch in Deutschland. Dank ihrer günstigeren Preise verkaufen sie sich gut. Sogar dann, wenn es darum geht, einem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Die Rede ist von Grabsteinen und Einfassungen auf dem Friedhof.

„Es gibt immer wieder Fälle, in denen Natursteine mit Kinderarbeit gefertigt wurden“, erklärte Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) nun im Gemeinderat. Dank eines am 1. September 2016 in Kraft getretenen Gesetzes zur Bekämpfung ausbeuterischer Kinderarbeit bei der Grabsteinherstellung könnten die Gemeinden diese Produkte nun von ihren Friedhöfen verbannen. Einzige Voraussetzung dafür sei, die Friedhofs- und Bestattungssatzung um einen entsprechenden Paragrafen zu ergänzen. „Wir sind nicht dazu gezwungen, aber wir sollten ein Zeichen setzen“, sagte Zangenfeind.

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In dem neuen Paragraf ist geregelt, dass nur Grabsteine und Grabeinfassungen auf dem Friedhof aufgestellt werden dürfen, die „ohne schlimmste Formen von Kinderarbeit“ hergestellt worden sind. Dies umfasst sämtliche Bearbeitungsschritte von der Gewinnung des Natursteins bis zum Endprodukt. Die Dokumentation durch den Verkäufer müsse bei der Beantragung einer neuen Grabstätte vorgelegt werden, erklärte Zangenfeind.

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Der Beschluss für die Satzungsänderung fiel einstimmig. Willi Jähne (CSU) regte an, die Steinmetze im Umkreis darüber zu informieren. Dies sei nicht notwendig, entgegnete der Bürgermeister. Nach dem Beschluss werde die Satzung ohnehin öffentlich bekannt gemacht.

In der Branche sei die Dokumentation längst üblich, erklärt Peter Karrer, Inhaber des gleichnamigen Steinmetz-Betriebs mit Sitz in Miesbach, auf Nachfrage unserer Zeitung. Seine Lieferanten aus Indien oder China würden den Nachweis freiwillig erbringen. Teilweise seien die Steine auch mit einem Siegel als frei von Kinderarbeit gekennzeichnet. Mittlerweile seien die Staaten selbst verstärkt dahinter, die Kinderarbeit aus den Fabriken auszusperren. Oft seien dort sogar Meister aus Bayern oder Österreich tätig.

Wie viele Kunden sich aus Kostengründen für Grabsteine aus Fernost entscheiden, kann Karrer nicht in Zahlen ausdrücken. Es sei aber Fakt, dass die Importe trotz des weiten Transportwegs deutlich günstiger seien. Etliche Steinhauer hätten hierzulande wegen der Billigkonkurrenz aufgeben müssen. In anderen Bereichen wie dem Straßenbau sei die Lage noch schlimmer. „Randsteine kommen heute nur noch aus China“, sagt Karrer. Und nicht selten auch die Arbeitsplatte in der heimischen Küche.

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