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Potenzielle Urlauber-Zielgruppe? Der Haushamer Gemeinderat macht sich jedenfalls für ein verstärktes Tourismus-Marketing im Bereich Rennrad stark.

Wegen Konflikten mit Mountainbikern

Gemeinderat Hausham regt Rennrad-Tourismus an

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Die Gemeinde Hausham unterstützt das Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee Schliersee nicht nur finanziell. Der Gemeinderat regte zudem Werbung für Rennrad-Urlauber an.

Hausham – Auf den ersten Blick zählt die Gemeinde Hausham nicht zu den touristischen Hochburgen des Landkreises. Dennoch profitiert sie von den Marketing-Leistungen des Kommunalunternehmens Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) – und sie bezahlt auch dafür. Im Gemeinderat warb ATS-Vorstand Harald Gmeiner nun um einen Fortbestand der jährlichen Zahlungen für Marketing-Plattformen wie Messeauftritte, Internetseiten oder überregionale Kooperationen in Höhe von 1400 Euro sowie für die Kosten des Bürger- und Gästemagazins „Schöne Zeiten“ in Höhe von 1600 Euro.

„Sie sind die Meinungsbildner in ihrem Ort“, schmeichelte Gmeiner den Gemeinderäten. „Ich bin heute da, damit Sie Futter bekommen.“ So führte der Touristiker dem Gremium zunächst vor Auge, von welchen Leistungen der ATS Hausham direkt profitiert. Neben der Wanderwegbeschilderung am Bahnhof nannte er auch den Bodensee-Königsee-Radweg, der die Gemeinde durchquert. „Heuer werden wir die ersten neuen Radweg-Schilder aufstellen“, kündigte Gmeiner an.

Zäher gestaltet sich das Mountainbike-Projekt der ATS – und zwar im gesamten Landkreis. Viele Grundstückseigner wollten ihre Flächen nicht mehr für die Radler zur Verfügung stellen, berichtete Gmeiner. Die Biker wiederum wünschten sich vermehrt rasante Abfahrten abseits der klassischen Routen. Mit den Konkurrenzangeboten in Österreich könne der Landkreis dabei bislang nicht mithalten. Für Gmeiner steht daher fest: „Entweder wir ziehen das Thema komplett neu auf, oder wir lassen es bleiben.“

Hier hakte Peter Wagner (SPD) ein. Er schlug vor, stattdessen vermehrt auf Rennradler zu setzen. „Wir haben ein schön kupiertes Gelände, eine gute Mischung aus Flachland und Bergen“, schwärmte Wagner, der selbst gerne im Sattel sitzt. Gmeiner nahm die Anregung gerne auf. Die ATS sei ohnehin im Gespräch mit dem überregional bekannten Profi Christian Grasmann von den Maloja Pushbikers aus Irschenberg. Doch das Thema Mountainbiker will die ATS noch nicht beerdigen. „Wir erarbeiten gerade ein Konzept, das mit allen Interessen vereinbar ist“, sagte Gmeiner.

Die Zustimmung im Gemeinderat war dem ATS-Chef damit sicher. Einmütig segneten die Mitglieder die jährlichen Zahlungen bis einschließlich 2019 ab. „Wir wollen auch durch ihre Vorschläge tätig werden“, sagte Gmeiner im Hinblick auf das neue Kompetenzzentrum seines Hauses.

Bürgermeister Jens Zangenfeind stellte bereits die ersten Aufträge in Aussicht. Neben dem geplanten Waldlehrpfad an der Huberspitz könne er sich auch eine Zusammenarbeit zur möglichen touristischen Nutzung des Förderturms gut vorstellen. Zangenfeind lobte das ATS-Team: „Sie sind Profis und leisten gute Arbeit.“

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